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The Poor – "Who Cares"

5. Januar 2009 | Matthias | Musikrezensionen | 1.772 mal gelesen

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Tell Someone who cares...

The Poor - "Who Cares"Man sollte nicht den Fehler begehen und Australien nur auf Bands wie AC/DC, ROSE TATTOO und einigen wenigen anderen beschränken, wenn es um kernige Rock-Musik geht. Das Land down under hat noch einiges mehr zu bieten, als diese paar großen Namen.

Der Name THE POOR liegt sicherlich nicht in aller Munde und angesichts ihres formidablen Debüts wundert es mich umso mehr, dass von dieser fabelhaften Band bisher kaum jemand groß Notiz genommen hat. Was die Jungs auf ihrem ersten und bis dato leider immer noch einzigen Album "Who Cares" fabriziert haben, ist wahrlich ein Freudenfest für all jene, die keinen Bock mehr darauf haben nach über 30 Jahren immer noch dieselbe AC/DC-Scheibe(n) hören zu müssen.

THE POOR spielen zwar haufenweise AC/DC-kompatible Gitarrenlinien, verpassen der Musik dabei aber einen vollkommen eigenen touch, der auch sehr gerne mal mit ein wenig Southern Rock garniert wird. Was ich persönlich jedoch am allerwichtigsten finde ist, dass sie deutlich mehr drive in ihren Songs rüberbringen als ihre berühmten Kollegen des Wechselstrom-Clans.

Unglaublich wuchtig und spielfreudig knallt einem der Opener "Poison" um die Ohren und feuert gleich die volle Breitseite Rock ins Gebälk. Spätestens nach diesem Stück wird man sofort vergessen, dass es überhaupt eine andere Band gibt, die sich AC/DC schimpft. Erholungspausen gibt es auf dem kompletten Album keine und jedes einzelne Lied ist ein Hammer für sich, und ganz ehrlich, die Alben, auf denen keine Lückenfüller zu finden sind, sind in der Musikgeschichte sehr rar.

"Dirty Money" ist danach der vorzügliche Nachschlag und donnert mit ebenbürtiger Intensität das nächste Rock-Gewitter in den Himmel. "Man Of War" ist eine klischeefreie Halb-Ballade, die gar nicht mal so schnulzig und lahm rüberkommt, wie man es von einer üblichen Ballade her kennt, sondern mit fortlaufender Spielzeit eine wuchtige Dynamik entwickelt.

"Tell Someone Who Cares" greift das Titelthema auf und rockt ordentlich das Haus. Mein absoluter Favorit ist jedoch "More Wine Water Please", nicht nur aufgrund des Titels, sondern wegen der ungeheuren Intensität des Stückes. THE POOR spielen für Rock-Verhältnisse richtig aggressiv und flott und lassen dieses Stück dadurch zu einem waschechten potentiellen Headbanger werden! (Für die Schlagzeuger, bzw. Wissenden unter uns sei hier am Rande erwähnt, dass THE POOR gerne Beats mit "Vorschlag" spielen und den Songs somit ordentlich Druck verpassen).

Die Liste der folgenden Stücke liest sich "Ain't On The Chain", "Downtown", "Hair Of The Dog" und "Liar", und jedes Lied ist eine kleine Perle für sich. Manche zünden vielleicht erst nach dem dritten oder vierten Durchlauf, werden dann aber mit Sicherheit schnell ihre Vorzüge preisgeben. Die beiden Rauswerfer "Ride" und "Only The Night" sind am Ende sogar richtige Uptempo-Tracks und lassen nicht den blassesten Schimmer an Schwäche-, oder Verschleißerscheinungen aufkommen.

Dieses Rock-Album lässt die Wände wackeln und wird wohl auf ewig ein Geheimtipp bleiben, da sich THE POOR bereits vor Jahren aufgelöst haben und nur dieses eine Album hinterlassen.

» The Poor

INFO-BOX
Künstler The Poor
Titel Who Cares
Format Album
Länge 11 Tracks | 45:20
Label Columbia Records
1994

Leserwertung:

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