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Redshape – "The Dance Paradox"

14. August 2010 | Matthias | Musikrezensionen | 1.881 mal gelesen

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Technoid und hypnotisch

Redshape - "The Dance Paradox"Doch, es gibt immer noch Techno, der viel Gefühl besitzt und der schön zum Abchillen einlädt. REDSHAPE ist kein Band-Name sondern das Pseudonym eines berliner Produzenten, der um seine wahre Identität den Deckmantel des Schweigens halten möchte. Wie dem auch sei, so gut gehütet sein Geheimnis ist, so entsprechend gut ist auch seine Musik und deshalb wollen wir an dieser Stelle keine weiteren Worte über Sinn oder Unsinn dieses Versteckspielchens verlieren, sondern uns voll und ganz den gelungenen Klängen seines Albums "The Dance Paradox" widmen.

Techno der alten Schule steht hier auf dem Zettel, bei dem die Musik allerdings nicht zu sehr nach Massenkonserve und zu öde nach reiner Computer-Arbeit klingt, selbst wenn das meiste vermutlich tatsächlich am PC entstanden sein mag. Der Sound auf "The Dance Paradox" klingt insgesamt trotz aller elektronischen Kälte irgendwie auch organisch, mit viel Herz und Seele erstellt. Mich würde es nicht wundern, wenn hier die eine oder andere Melodie tatsächlich analog, also von Hand eingespielt, entstanden ist, denn viele der Melodien klingen warm und echt und nicht einfach nur lieblos abgespult.

Die Stücke sind nicht überladen, wohl strukturiert und auf das Wesentliche reduziert, dabei aber nicht tonarm oder langweilig, ganz im Gegenteil. Alles hat seinen Platz und gerade weil die Stücke in der Fülle wohldosiert sind, besitzen sie diese spezielle Wirkung, die chillige und dennoch tanzbare Techno-Musik auszeichnet. Jeweils zwei bis drei führende Sounds und Melodien prägen einen Song und werden im Laufe der Spielzeit durch diverse Variationen gejagt, anstatt jedes Lied mit unnötig vielen und unterschiedlichen Elementen vollzustopfen. Hier wird Techno im ursprünglichen Sinne praktiziert, mit dem richtigen Feeling und den passenden Anteilen klinischer Sterilität und atmosphärischer Wärme.

Zwischen den pulsierenden Beats sind es immer wieder die kleinen Melodien, die das ganze Geschehen deutlich aufwerten, wobei auch ganz klar gesagt werden muss, dass “The Dance Paradox” von seiner positiven, simplen und (im positiven Sinne) abwechslungslosen Linie lebt. Nur wenn die Musik zunächst einen klaren Weg verfolgt und sich währenddessen stetig minimal verändert, entfaltet sie diese besondere hypnotische Wirkung.

“The Dance Paradox” ist zum Beiseiteschieben des Hier und Jetzt bestens geeignet. Die Ambient-Keyboard-Flächen, die abgehobenen, schwebenden Sounds, die verspielten und durch die häufigen Endlosschleifen insgesamt monotonen und dadurch einlullenden Drumbeats bilden hier die Basis für eine technoide Musik, die gemäß ihres “Auftrages” den Hörer zunächst begeistert, dann langsam vereinnahmt, ihn fortwährend umgarmt und ihn wie Kaa die Schlange immer mehr hypnotisiert, bis er sich völlig im Bann von REDSHAPE wiederfindet.

"The Dance Paradox" lullt den Hörer ein. Die Songs könnten nahezu alle locker und problemlos Dancefloor-Knaller sein; zumindest dürfte kein Besucher eines Tanztempels enttäuscht sein, wenn diese Scheibe zu späterer (oder entsprechend frühen) Stunde rotiert. Starkes Album!

9/10

» Redshape

INFO-BOX
Künstler Redshape
Titel The Dance Paradox
Format Album
Länge 8 Tracks | 47:36
Label Delsin Records
26.10.2009

Leserwertung:

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