• Aquilus – „Griseus“Ein richtig schönes Album (sofern man das überhaupt bei dieser Art Musik so sagen darf), majestätisch, erhaben, schwermütig, aber auch bitter und... (Matthias)
  • Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)

Nasum – "Shift"

4. Mai 2010 | Matthias | Musikrezensionen | 1.713 mal gelesen

Tags: ,

Besser kann man Grindcore kaum spielen

Nasum - "Shift"Ich denke, es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass NASUM die absoluten Grindkings aus Schweden waren. Kaum eine andere Band hat dermaßen enorme Power hervorgebracht und die Stilmittel des Genres Grindcore so speziell ausgereizt. Reiner als NASUM es bieten kann man diesen Stil im Grunde kaum zelebrieren.

Mal abgesehen von der persönlichen und menschlichen Tragödie war der Tod des NASUM-Gitarristen und -Sängers Mieszko Talarczyk, der während der Tsunamikatastrophe in Südostasien im Jahre 2004 ums Leben kam, ein herber Schlag in die Magengrube der Grind-Szene. Bis heute hat es jedenfalls keine Nachwuchs-Combo geschafft, qualitativ und vom Ansehen her in die Fußstapfen NASUMs zu treten.

"Shift" aus dem Jahre 2004 war ihr letztes reguläre Album und meiner Meinung nach auch das Allerbeste. Die Songs gehen ohne Umwege direkt ins Gesicht und zertrümmern alles, was nicht Niet- und Nagelfest ist. NASUM feuern eine Grind-Salve nach der anderen ab und bedienen dabei von äußerst gelungenen Stop-And-Go-Breaks bis hin zu den üblichen Beckenabschlägen  und Vorspielern vor dem Blast-Getrümmer nicht nur die typischen Grind-Klischees, sondern pflegen durch wiederkehrende aber variable Ideen ein eigenes Gesicht zu erzeugen und zu wahren. Dieser Aspekt ist im Grindcore ohnehin ein schwieriges Unterfangen, denn dieser Stil ist in seinen Möglichkeiten und Mitteln sehr stark limitiert.

Der Sound ist crunchy und geil fett. Die Drums prügeln wie ein rasender ICE-Zug, der durch einen Kinderspielplatz rauscht, die Gitarren sägen wie eine riesige Holzfällerkolonne in der Vorweihnachtszeit, der Bass rödelt jedes Obst vom Baum und der Gesang kreischt, keift und grunzt dermaßen geil, dass einem selbst beim Zuhören die Eingeweide richtung Hals pulsieren.

NASUM gelingt auf "Shift" eine superbe Kombination aus gnadenloser Härte und stimmiger Melodieführung. Die Songs sind extrem, hart und heftig, lassen dabei aber nie das gewisse Maß an Melodie, groovigem Rhythmus und mitunter leicht nachvollziehbaren Gesangsstrukturen vermissen. Viele Parts gehen trotz aller Heftigkeit schnell und direkt ins Ohr und nisten sich dort nachhaltig ein; und das wohlgemerkt bei Grindcore!

"Shift" ist der absolut gelungene musikalische Grindcore-Hass. Hier wird durchweg kompromisslos geballert, geholzt und gebolzt, dass einem einfach nur die Spucke weg bleibt. Schade, dass die Laufbahn dieser Band so tragisch zuende ging, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass es NASUM noch viel weiter gebracht hätten und es ihnen gelungen wäre, den Grindcore in der Hardcore-, Punk-, und Metalszene noch weiter zu etablieren.

9/10

» Nasum

INFO-BOX
Künstler Nasum
Titel Shift
Format Album
Länge 26 Tracks | 37:20
Label Burning Heart Records
11.10.2004

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (2 Wertungen, Ø 9,00 von 10)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Nasum – "Human 2.0"
» Phobia – "Cruel"
» Napalm Death – "Apex Predator – Easy Meat"
» Napalm Death – "Smear Campaign"
» Mind Of Asian – "Chinnmoku No Kiri No Naka"
» Napalm Death – "Time Waits For No Slave"
» Napalm Death – "Leaders Not Followers: Part 2"

No comments yet.

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *