• Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)
  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Napalm Death – "Smear Campaign"

7. September 2008 | Matthias | Musikrezensionen | 1.938 mal gelesen

Tags: , ,

Feldzug gegen Religionen

Barney Gröhlheimer und Co. fabrizieren mit "Smear Campaign" einen thematischen Feldzug gegen Religion und Glauben. Dass diese Band noch lange nicht genug hat vom Grindcore und dem dazugehörigen Gehämmer, wird dem Hörer zuerst nicht wirklich klar gemacht, beginnen die Jungs doch mit einem Intro-Track, der eher modern Industrial-lastig und vollkommen Grind-fremd klingt. Kaum wiegt man sich in Sicherheit gibt's dann allerdings mit "Sink Fast Let Go" sowas von heftig auf die Zwölf, dass man kaum glauben mag, es hier mit heutigen NAPALM DEATH zu tun zu haben. Sie preschen so dermaßen heftig nach vorne, dass einem Hören und Sehen vergeht. Ich jedenfalls hätte ihnen eine solche Steigerung nicht zugetraut. "Smear Campaign" ist nicht einfach nur ein weiterer Grindcore-Ausbruch der mittlerweile älteren Herren aus Birmingham und den U.S.A., sondern stellt eine sehr gekonnte Verknüpfung zwischen hammerhartem Grindcore-Gebolze und zum Teil eingängigen Passagen dar.

Barney klingt wie ein räudiger Bastard und kreischt mit hoher Stimme sehr häufig wie Lee Dorrian (bzw. Mick Harris) zu "From Enslavement To Obliteration"-Zeiten. Das klingt so abgefahren geil, dass jedem Liebhaber der frühen NAPALM DEATH-Klänge dabei der eine oder andere Glückstropfen in die Hose gehen dürfte.

Das komplette Album bewegt sich auf durchweg gewohnt hohem Niveau und wirkt vom ersten bis zum letzten Ton absolut kompromisslos. Sicher, hier und da gibt es die einen oder anderen Midtempoparts, welche jedoch meistens schnell wieder von derbstem Geknüppel abgelöst werden. Nach "Order Of The Leech" und "The Code Is Red… Long Live The Code" also erneut der erhoffte Tritt in die Magengrube.

Ein Gastspiel gibt es von Anneke Van Giersbergen (Ex-THE GATHERING), die zweimal auf dem Album ihren dezenten Beitrag leistet. Ansonsten wird gekreischt, geschrien, geblastet und gemosht, gegrooved, gehämmert, gewirbelt und getrümmert. Treibender Hardcore trifft auf wütenden Grindcore und eine Prise Metal, der sich besonders in den mitunter melodischen Gitarren bemerkbar macht.

Der Sound ist gewalttätig und klingt eher nach modernem Hardcore als nach Metal, ist dabei aber trotzdem recht klar verständlich und nicht verwaschen. Ob nun die Drums, bzw. einzelne andere Elemente noch mehr hätten knallen können, sei einfach mal dahingestellt; diesbezüglich sind die Geschmäcker eh absolut unterschiedlich. Ich jedenfalls meine, dass Barney Greenway, Shane Embury, Danny Herrera und Mitch Harris mit "Smear Campaign" nichts falsch gemacht haben. Ganz im Gegenteil.
Der Napalm-Tod sucht dich heim. Sink fast, let go…

» Napalm Death

INFO-BOX
Künstler Napalm Death
Titel Smear Campaign
Format Album
Länge 16 Tracks | 45:04
Label Century Media
18.09.2006

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (5 Wertungen, Ø 8,40 von 10)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Napalm Death – "Time Waits For No Slave"
» Napalm Death – "Leaders Not Followers: Part 2"
» Mind Of Asian – "Chinnmoku No Kiri No Naka"
» Fallout – "Spit On The Innocent"
» Fuck The Facts – "Stigmata High Five"
» Intense Degree – "War In My Head"
» Heresy – "Face Up To It!"

1 Kommentar zu Napalm Death – "Smear Campaign"

Matthias
2. Juli 2017

Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. "Sink Fast Let Go" gehört nach meinem Geschmack unter die ND Top-5. Absoluter Grind-Hammer!

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *