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Memoriam – "The Silent Vigil"

20. August 2018 | Matthias | Musikrezensionen | 176 mal gelesen

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Verzweifeltes Feuer

Memoriam - "The Silent Vigil"Wir wissen: MEMORIAM sind als legitime Nachfolger der 2016 aufgelösten Kriegsmaschine BOLT THROWER zu bezeichnen. Zwei Ehemalige sind mit Sänger Karl Willetts und Drummer Andy Whale, der zumindest bis zum (völlig subjektiven) Höhepunkt "For Victory" (1994) an den Kesseln saß, dabei und somit darf man mit ein wenig Wohlwollen schon von einer kleinen Reinkarnation sprechen. Jaja, Fan-Gewäsch, wissen wir. Lassen wir das!

Das große Mosern zuerst: "The Silent Vigil" ist nun das zweite Album des Vierers und sie setzen ihren Weg, den sie mit ihrem (hier durchaus überbewertetem) Debütalbum eingeschlagen haben, konsequent fort. Die erste Frage, die sich anspruchsvolle MEMORIAM- / THROWER-Fans gestellt haben dürften ist: Können sie die Qualität nicht nur halten sondern ausbauen?

Nun, sofort wohlwollend über "The Silent Vigil" zu urteilen ist nicht leicht. Es fällt als erstes der schwachbrüstige Sound auf, der eher wie eine Demo- oder Proberaumaufnahme von BOLT THROWER klingt. Ja, kann für zwei oder drei Stücke Charme versprühen, auf Albumlänge ist das aber doch recht unbefriedigend. So richtig knallt es nicht und das Gefühl einer gewünschten Wucht, die über einen hereinbricht, kommt ebenfalls nicht auf. Und wenn wir schon am Maulen sind, kommen wir auch gleich auf Gesangs-Karl. Noch stärker als auf "For The Fallen" fällt auf, dass seine Stimme offensichtlich total kaputt ist. Willetts klingt mittlerweile wie ein heiserer Punk-Shouter, der nach zwei Stunden Brüllerei immer noch versucht, krasse Töne aus dem Hals zu kriegen. So schwer es fällt, das zu schreiben, aber Willetts klingt, als ob man mit Keuchhusten in einen Eimer bellt…

Dann doch noch, das kleine Lob: MEMORIAM klingen nicht nur wie eine schmutzige Version BOLT THROWERs, sondern zeigen sich durch vereinzelt andersartige, fast schon moderne Riff-Ideen vielseitiger als zuvor. Klar, auch "For The Fallen" hatte schon diesen leichten Hardcore-Touch, bzw. etwas schmutziges an sich, was übrigens höchstwahrscheinlich an Gitarrist Scott Fairfax (Ex-CEREBRAL FIX) und Bassmann Frank Healy (Ex-BENEDICTION) liegen dürfte, die beide (wie auch Willetts und Whale) aus der britischen Hardcore-Punk-Szene entstammen. Und es blitzt zwischendurch mit "Bleed The Same" oder "As Bridges Burn" doch auch lupenreiner BT-B-Ware durch, was völlig in Ordnung geht. Somit setzen sich MEMORIAM ab, huldigen ihren großen Vorgängern aber trotzdem ausgiebig.

Fisch oder Fleisch? Beides! Die Songs gehen alle OK. Klassiker sind keine an Bord, aber das ist egal, denn das Album sollte man als eine Einheit verstehen und in dieser Hinsicht funktioniert es auch… irgendwie zumindest. Der Sound und der Gesang bleiben allerdings einfach ein wenig saft- und kraftlos, egal wie schön man sich das Ganze hier denkt oder redet und auch egal, wie viel nostalgisches Wohlwollen man in die Band hineinzickt. Es ist und bleibt einfach OK, nicht mehr, nicht weniger.

» Memoriam

INFO-BOX
Künstler Memoriam
Titel The Silent Vigil
Format Album
Länge 9 Tracks | 49:29
Label Nuclear Blast
23.03.2018

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