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Kurz notiert #101 – Extrem hörbar

30. August 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 137 mal gelesen

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Foehammer - "Second Sight"Foehammer – "Second Sight"
Funeral Doom Metal, Sludge Metal (Australopithecus Records, 2018)

Drei Typen aus Virginia mit ganz offensichtlich einer gemeinsamen Vision von schwerer Musik. "Second Sight" ist nach der selbstbetitelten EP aus dem Jahre 2005 das erste Album der Band und lustigerweise kaum 15 Minuten länger als die EP. Das Trio bietet schleppenden, zermürbenden Doom bis hin zum Funeral Doom; tief, grunzig, laaangsam und bratzig. Letzteres kommt durch den Sound, der bei genauem Hinhören mehr nach Sludge als nach einer klassischen (Doom-)Metal-Produktion klingt. Vermutlich ist es genau das, was die Scheibe so ansprechend macht, denn selbst, wenn sich die vier Stücke, von denen drei jenseits der Zehnminutengrenze angesiedelt sind, in Bezug auf Abwechslung eher im verneinbaren Bereich bewegen, besitzt sie Charme und eine dunkle Ausstrahlung. Ein paar Lead-Gitarren und verhallte Soli hätten aus dem Album eine unbedingte Empfehlung gemacht.


Disembarkation - "Rancorous Observision"Disembarkation – "Rancorous Observision"
Technical Death Metal, Progressive Death Metal (Neoblast, 2000)

Für viele Liebhaber sind kanadische Fummel-Death-Truppen heilig, und das absolut zu Recht. Und dennoch gibt es unter all den vorzüglichen Bands auch Formationen, die es einfach einen Schritt zu weit treiben bzw. getrieben haben. DISEMBARKATION sind in Sachen Spieltechnik über jeden Zweifel erhaben, keine Frage. An manchen Stellen wirken einzelne Parts jedoch überzogen skurril, was besonders der Gesang markiert, der von Shouts zu fast schon klassischem Heavy-Metal-Geheule pendelt. Auch musikalisch wird eine ziemliche Bandbreite abgedeckt. Von Death- über Thrash Metal hin zu klassischen Metal-Ideen, über Power- und Speed-Varianten, die allesamt mit progressiven Anteilen versehen werden, bis hin zur schwindelerregender Spielwut. Das kann einen natürlich absolut wahnsinnig machen, in positiver, wie auch negativer Hinsicht.


King Goat - "Debt Of Aeons"King Goat – "Debt Of Aeons"
Progressive Doom Metal (Aural Music, 2018)

Wer immer noch alten CANDLEMASS hinterhertrauert, kann endlich aufhören zu weinen. Es gibt auf dem zweiten Album der Briten KING GOAT nämlich Musik, die es besser macht. Ja, große Worte, aber eben auch subjektiv und da ist alles erlaubt. "Debt Of Aeons" ist allerdings kein typischer Kriech-Doom, wie man ihn kennt, auch kein Heulbojen-Epic-Doom; vielmehr ist die Musik mit progressiven Ideen angereichert, was sie zum Teil von anderen Bands abhebt. Man muss natürlich trotzdem Doom-Freak sein, um darauf abzufahren, wobei auch Fans von eher klassischem Hevay Metal durchaus mal ein Öhrlein riskieren dürfen. Das Teil hier ist jedenfalls gelungen!


Agoron - "Geotic Sovereignty"Agoron – "Geotic Sovereignty"
Technical Deathcore, Brutal Deathcore (Eigenproduktion, 2018)

Bretter-Deathcore aus Seattle. Mit viel Gefummel an den Instrumenten und typischen Deathcore-Ideen bretzeln die Musiker uns auf ihrem zweiten Longlayer eine Salve nach der anderen um die Ohren. Für Deathcore-Freaks dürfte die Scheibe einschlagen, wie eine Bombe. Es werden Atari-Gitarren mit Highspeed-Rappelparts gepaart, inklusive unterirdischem Gegrunze am Mikro. Leider ist die Produktion ein wenig dünn geworden. Man hat das Gefühl, dass kaum Bass im Sound vorhanden ist, was wiederum die Sterilität der Musik an sich unterstreicht. Auf Dauer könnte der über Albumlänge ziemlich gleichförmige Stoff ermüdend wirken und somit nur für Die-Hard-Todes-Coreler interessant sein.


Orifist - "Behold The Fortunate"Orifist – "Behold The Fortunate" EP
Death Metal (Eigenproduktion, 2018)

ORIFIST sind ein Drei-Mann-Kaliber aus New Orleans. Sie spielen auf ihrer EP Death Metal mit leichtem Technik-Einschlag. Die Songs kommen gut rüber und besitzen Durschlagskraft. Zwar setzen sie keine außerordentlichen Aha-Erlebnisse, aber einen Grund zum Aufhorchen bieten sie allemal. Der Gesang erinnert hier und da ein wenig an PANZERCHRIST und selbst die Musik ist nicht allzu weit entfernt von genannten Dänen. ORIFIST werden auf zukünftigen Veröffentlichungen sicher noch besser und gereifter klingen und dann werden sie es vermutlich auch schaffen, aus dem riesigen Wust an Genre-Releases würdig hervorzustechen.


Pestilent Reign - "Pyres"Pestilent Reign – "Pyres"
Death Metal (Rising Nemesis Records, 2018)

Die deutschen Death Metaller bringen seit 2015 zwei EP's und eine Single an den Start. Nun, 2018, folgt der erste Longplayer und dieser bietet die Essenz des bisherigen Schaffens der Band. Der Todesstahl der Stuttgarter ist hart, mal schnell, mal im Midtempo verspielt, jedoch meistens treibend gestaltet. Im Laufe der nicht ganz vierzig minütigen Spielzeit wirken manche Parts wie ein Déjà-vu, was bedeutet, dass man wohl spätestens ab der Hälfte des Albums alles gehört hat, was einem insgesamt angeboten wird. Danach wiederholen sich die Ideen. Keine Frage, die Musiker machen ihre Sache richtig gut, alles klingt rund und stimmig, aber irgendwie auch etwas eingeschränkt. Diese Form des Death Metals wurde über die Jahre halt schon sehr ausgeschlachtet und bietet eben nicht mehr viel, das zum Aufhorchen animiert. Dennoch, ordentliche Platte.


Avgrunn - "Sync Protocols"Avgrunn – "Sync Protocols"
Brutal Death Metal (Pathologically Explicit Recordings, 2018)

AVGRUNN aus Barcelona/Spanien wollen es wissen. Brutal Death Metal der gehobenen Spielklasse mit viel Wumms und Rülpserei an Bord. In nicht ganz 30 Minuten machen die drei Musiker klar, was anderen Bands nicht einmal in drei oder vier Alben gelingt. Sie holzen nicht nur alles kurz und klein, sondern hinterlassen auch noch einen guten Eindruck, der nicht nur durch endloses Gebretter, derbes Geknurre am Mikro und dem folglichen Staunen über die Stimme entsteht. Die Jungs können was und man merkt der Musik zudem nicht an, dass hier nur drei wilde Typen am Start sind. Coole Scheibe, die knallt.


1081Imber Luminis – "Nausea"
Atmospheric Doom Metal, Black Metal (Naturmacht Productions, 2017)

Der Mastermind hinter IMBER LUMINIS ist der Belgier Déhà, der ebenfalls bei AURORA BOREALIS, CULT OF ERINYES, GOD ENSLAVEMENT und bei MALADIE aktiv ist, um nur die bekanntesten Namen zu nennen, es gibt nämlich noch etliche Bands und Projekte mehr, an denen der Mann beteiligt ist. Auf der hier besprochenen Spielwiese verschreibt er sich dem atmosphärischen Doom Metal, der mit dezenten Black-Metal-Ideen gespickt wird. Die Arrangements sind klasse ausgearbeitet und bilden stets ein stimmiges Gesamtbild. Der charismatische, weil stimmlich für diesen Stil leicht untypische Gesang bildet dabei die Besonderheit, die es braucht, um aus dem Wust an Genre-Veröffentlichungen herauszustechen. Gute Platte!


Requiem - "Global Resistance Rising"Requiem – "Global Resistance Rising"
Death Metal (F.D.A. Records, 2018)

Seit 2001 bringt die Truppe regelmäßig Musik raus. Ihr neuster Output reiht sich lückenlos in ihr bisheriges Schaffen ein. Demnach gibt es wieder ordentlichen Death Metal, schnell, mit etlichen, netten Riffs und genretypischen Growls. Mal abgesehen davon, dass es gefühlt 100 andere Bands mit dem Namen REQUIEM aus ebenso vielen anderen Sub-Genres gibt, sind diese Schweizer in Sachen Death Metal wohl die Band, die den Namen am ehesten verdient. Zwar bewegen sie sich in einem Bereich, den man als wohlbekannt und als sich musikalisch eher wiederholend abgespeichert hat, trotzdem machen sie ihr Ding ganz passabel bis richtig gut. Höhepunkte bleiben zwar außen vor, von Schwäche allerdings auch keine Spur.


Cobalt - "Gin"Cobalt – "Gin"
Progressive Black Metal (Profound Lore Records, 2009)

Eines muss man den Amerikanern aus Colorado lassen, sie bemühen sich nicht nur um Eigenständigkeit und darum, anders als alle anderen zu klingen, es gelingt ihnen auch noch. Ihre Form des (progressiven) Black Metals ist vielseitig, verspielt, ansruchsvoll, mal groovend, mal verschnörkelt und trotzdem schafft es das Duo Erik Wunder und Phil Mc Sorley, dass ihre Musik Härte und Biss niemals vermissen lässt. Von Gezähmtheit zugunsten der Vieseitigkeit also keine Spur. Manchmal verlieren sie sich vielleicht ein wenig zu sehr im progressivem Anspruch, was sich in ausufernden, (zu) häufig wechselnden Parts äußert; ist man jedoch in der Lage, den musikalischen Gedankengängen zu folgen, könnte "Gin" wohl ein kleines Highlight werden


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