• Aquilus – „Griseus“Ein richtig schönes Album (sofern man das überhaupt bei dieser Art Musik so sagen darf), majestätisch, erhaben, schwermütig, aber auch bitter und... (Matthias)
  • Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)

Genesis – "We Can't Dance"

30. Juli 2018 | Matthias | Musikrezensionen | 227 mal gelesen

Tags: , ,

Ein gutes Pop-Album oder ein schwaches Rock-Album?

Genesis - "We Can't Dance"Es dürfte jedem, der sich für Musik und insbesondere für progressiven Rock interessiert, klar sein, dass man GENESIS nicht generell nach ihren letzten Jahren bzw. letzten Alben bewerten darf, selbst wenn diese in kommerzieller Hinsicht ziemlich eingeschlagen haben und ihre Frühwerke diesbezüglich in den Schatten stellen. Nein, GENESIS waren eine, wenn nicht sogar die Prog-Größe schlechthin in den 1970er Jahren; und das völlig zu Recht! Bekanntlich gab es eine langsame, aber stetig vorangehende Veränderung im Sound der Band, seit sich Gitarrist Steve Hackett Ende der '70er von der Band verabschiedet hatte. Diese Veränderung schritt stetig vorn und mündete in einer Art -Achtung: Freie Erfindung- Prog Pop.

Nach den Mischalben zwischen Progressive Rock und Pop, "…And Then There Were Three…" (1978), "Duke" (1980) und "Abacab" (1981), bahnte sich mit dem selbstbetitelten Album (1983) eine noch deutlichere Ausrichtung gen Pop an. Nachdem dann "Invisible Touch" (1986) mit seinem Power- und Bombast Pop die Kassen ordentlich klingeln ließ, hatten sich viele frühe Fans der Band abgewandt; dafür aber gewannen GENESIS deutlich mehr neue Fans hinzu, als die Zahl derer, die gingen. Massenkompatiblität zahlt sich halt aus. Wer nicht schon nach letzt genanntem Album abgewandert ist, dürfte sich dann spätestens nach "We Can't Dance" gekrümmt haben, denn Phil Collins, Tony Banks und Mike Rutherford machten absolut keine Anstalten, den lukrativen Weg zugunsten erhöhten musikalischen Anspruchs zu verlassen; warum auch? Der Weg des Pop wurde weiter verfolgt, Collins' Soloerfolge waren dabei beispielhafte Wegweiser und standen sozusagen Pate.

Das vierzehnte Album enthält die bis heute endlos gedudelten Hits "No Son Of Mine", natürlich "I Can't Dance" und "Jesus He Knows Me", allesamt super funktionierende Pop-Songs, die trotz aller Leichtigkeit die typische GENESIS-Handschrift besitzen. Für die alte Prog-Garde ist das natürlich nichts und doch gibt es auf der Scheibe tatsächlich auch für sie etwas zu hören, wenn auch nicht in der großartigen Art vergangener Tage. Das zehnminütige, letzte Lied des Albums, "Fading Lights", dürfte dabei das Hauptaugenmerk für genannte Zielgruppe darstellen. Beginnt der Song doch einigermaßen typisch und simpel, entwickelt er sich ab der Mitte zu einem gelungenen Prog-Pop-Highlight (da ist es wieder…). Auch das ebenfalls zehnminütige, an dritter Stelle platzierte "Driving The Last Spike", weist progressive Elemente auf, die geschickt mit dem verwoben wurden, wofür GENESIS seinerzeit standen.

Ansonsten bietet "We Can't Dance" größtenteils unspektakuläre Pop-Songs und Schmuse-Balladen, die zwar allesamt hörbar sind, jedoch kaum Bedarf hervorrufen, öfter bzw. gezielt gehört werden zu wollen. Somit bleibt die bis dato letzte Veröffentlichung in der Besetzung mit Phil Collins ein eher durchwachsenes, wenn auch keineswegs schlechtes Album. Gute Pop-Musik, die jedoch die mittlere Phase der Band fast völlig außen vor lässt.

» Genesis (Deutscher Fanclub)

INFO-BOX
Künstler Genesis
Titel We Can't Dance
Format Album
Länge 12 Tracks | 71:30
Label Atlantic / Virgin Records
28.10.1991

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (Noch keine Leserwertungen vorhanden)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Steve Hackett – "Genesis Revisited" (1 & 2)
» A.C.T. – "Silence"
» Devin Townsend Project – "Addicted"
» Blackfield – "Welcome To My DNA"
» Cocteau Twins – "Blue Bell Knoll"
» Editors – "In Dream"
» M83 – "Junk"

No comments yet.

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *