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David Byrne – "American Utopia"

2. Juli 2018 | Matthias | Musikrezensionen | 262 mal gelesen

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Der Kopf spricht wieder

David Byrne - "American Utopia"Selbst, wenn man sich vornimmt, es nicht zu tun, man kommt im Laufe eines Textes über die Solokarriere von DAVID BYRNE einfach nicht drum herum, irgendwann – und sei es nur in einem Nebensatz – seine ehemalige Band zu nennen und sie als Vergleich heranzuziehen. Natürlich könnte man es schon, aber dann würde die Wettbewerbsfähigkeit der Musik des Wahl-New-Yorkers ein wenig oder vielleicht sogar deutlich an Gewicht verlieren; besonders auch dann, wenn man es vermeidet oder ignoriert, den Namen eines der größten und erfolgreichsten Produzenten zu erwähnen.

Natürlich geht es hier um die TALKING HEADS und BRIAN ENO, zwei Namen, die bewährt und berühmt sind. Die Band hat es bekanntlich vor vielen Jahren zerschossen und ENO hat(te) neben seiner experimentellen und im kommerziellen Sinne weitestgehend bedeutungslosen Solomusik hier und da immer noch seine Finger als Produzent im Spiel (z.B. bei COLDPLAY).
Aber zurück zu DAVID BYRNE, der zuletzt im Jahre 2014 in Kooperation mit FATBOY SLIM das Album "The Remix Collection From Here Lies Love" in die Welt geschickt hat und seine letztes reguläres Soloalbum 2004 ("Grown Backwards") veröffentlicht hat.

"American Utopia" zeigt den Künstler nun endlich wieder Solo, inklusive charismatischem Gesang, ungeschönt, angeschrägt. Und, Überraschung, bei fast allen Songs wirkt BRIAN ENO als Songwriter mit. Darf man also erwarten, dass "American Utopia" nicht anderes ist, als ein hochwertiges Kunstwerk? Ja, darf man, allerdings wird man dann im Ansatz enttäuscht werden, wenn man den Anspruch so hoch setzt und im Rückblick auf die großen Werke der TALKING HEADS ein mindestens gleichwertiges Album erwartet. Das gelingt DAVID BYRNE nicht!

Das Album hat durchaus ein paar feine Tracks am Start, die mit starken Beats und coolen Ethno-Ideen punkten, wie z.B. "Everybody's Coming To My House", aber es gibt auch öde Pop-Schrullen, wie das glatte "Every Day Is A Miracle", die an die ganz späte Phase der HEADS erinnern, als man sich als Anhänger der Band lieber leicht verschämt weggedreht hat. Insofern wird man nicht gänzlich verschreckt, dnen hier und da kommen erstaunlich starke Momente zu Tage. Und doch darf man den Eindruck zulassen, dass der Mann und vor allem seine Musik in die Jahre gekommen ist. Sind seine schwarzen Haare mittlerweile komplett ergraut, spiegelt die Musik diese Entwicklung im übertragenen Sinne ebenfalls wieder. Experimentierfreude und Kauz-Pop ist der Gelassenheit gewichen; DAVID BYRNE darf das!

» David Byrne

INFO-BOX
Künstler David Byrne
Titel American Utopia
Format Album
Länge 10 Tracks | 37:17
Label Nonesuch / Todomundo
09.03.2018

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