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Gratis Post-Rock Sampler von NBHAP.com (10,00)
Kampfar – “Mare” (9,00)
MattHätte man kaum besser ausdrücken können. Fantastisches Album. Hier stimmt alles.
MattNach häufigem Hören des Albums muss ich von einer klaren Enttäuschung sprechen. Aalglatte Kompositionen, die...
WraithWarum soll das Modell einer Populationskontrolle generell schlecht sein, nur weil es in unseren Gesellschaften...
Fragment. – “Temporary Enlightenment”
Gibt es Jesu nur einmal?
Der französische Musiker Thierry Arnal hatte 2008 mit “Monolith”, dem Debütalbum von FRAGMENT., erstes Aufsehen erregt. Es folgten weitere Alben, Splits mit METHADRONE und IROHA sowie Compilations und ein paar Singles. Nun hat er mit “Temporary Enlightenment” sein neues Werk fertig gestellt und knüpft exakt dort an wo, bzw. wie er zuletzt mit FRAGMENT. musiziert hat. In der Vergangenheit hat er sich nicht selten und dabei stets zu Recht gefallen lassen müssen, als Klon von JESU zu gelten, da die Musik an sich, die gesamte Konzeption, die Melodien, das Songwriting und das dazugehörige Feeling exakt so rüberkommen wie bei Justin Broadricks genannter Band. Aber heutzutage gilt dies ja kaum noch als abwertendes Urteil, sondern eher als Aufforderung, doch mal reinzuhören… 
Chatelaine – “Take A Line For A Walk”
Toni Halliday back on track
Toni Hallidays letztes und einziges Soloalbum erschien 1989. Das war, nachdem ihre erste Band STATE OF PLAY buchstäblich pleite gegangen war und sich aufgelöst hatte. Ende des Jahres sollte dann ihr einstiger Bandpartner Dean Garcia aus Spanien zurückkehren und mit ihr die großartigen CURVE aus der Taufe heben. Zu gut für ihre Zeit, zu früh für ihre Zeit. CURVE hielt es nur bis 1993. Für den Song “Helen’s Face” vom “Showgirls”-Soundtrack hieß sie SCYLLA, es folgten Gastgesänge u.a. für LEFTFIELD und immer mal kleine Projekte mit ihrem ex-CURVEler Garcia wie z.B. HEADCASE.
CHATELAINE ist seit langem das erste große Projekt, welches sie fast allein durchgezogen hat. 
Late Night Venture – “Pioneers Of Spaceflight”
Post-Rock mit gewissem Extra
Kann es zuviel Musik geben? Zumindest gibt es tatsächlich zuviel, um noch einigermaßen den Überblick zu behalten und das zu finden, was sich wirklich zu hören lohnt. Ist nicht nur im Post-Rock so, wo die schiere Masse der Bands mittlerweile doppelt erschlagend ist. Hin und wieder finden sich aber ganz reizvolle Alben in diesem Dschungel, die, auch wenn sie vielleicht nicht den Anspruch eines Meisterwerks für sich verbuchen können, doch zumindest einen Unterschied machen. Den machen auch die dänischen Rocker LATE NIGHT VENTURE. Ihr Debütalbum mit dem klangvollen Namen “Pioneers Of Spaceflight” beginnt zunächst so, wie man das als Kenner dieses Genres gewohnt ist: Ausladene Klangfächen, Gitarrenreverbs, Sehnsuchtsmelodien, pures musikalisches Schwelgen mit offenem Ende – und ohne Gesang. 
John 3:16 – “Visions Of The Hereafter – Visions Of Heaven, Hell and Purgatory”
Sphärische Stilwanderung zwischen Himmel und Hölle
Die Split-EP mit FluiD, die ich vor ein paar Monaten auf dem Tisch hatte, war nur ein Vorgeschmack. Nun ist Philippe Gerber alias JOHN 3:16 mit seiner mittlerweile sechsten Veröffentlichung, und gleichzeitig dem ersten Album zurück. Weder hätte ich vermutet, dass Gerber schon seit 2007 als Einzelkämpfer unterwegs ist, noch dass seine Musik viel reichhaltiger ist, als die EP das vermuten ließ. “Visions Of The Hereafter” ist ein beeindruckendes Album mit inhaltlich biblischem Ausmaß. Himmel, Hölle und das Fegefeuer sind die drei Orte, um die sich der instrumentale Narrativ dreht. 
Seven Nines And Tens – “Habitat 67″
Full spectrum dominance
Har-har, was für eine markige Überschrift, und aufgrund ihrer militärischen Bedeutung eigentlich völlig unpassend für Musik – aber hey, das ist Sprache, das ist Metaphorik, und in punkto ‘Spektrum’ kann man den Kanadiern von SEVEN NINES AND TENS wirklich nichts vormachen. An fast jeder Ecke wird man hier als Hörer eines Besseren belehrt, weil Erwartungen immer trügerisch sein können. Was erwartet man z. B. von Post-rockenden Bands? Und was von solchen, die gern noch eine große Schippe harte, metallische Riffs obendrauf packt? 
Pacific UV – “Weekends”
Medizin für die Seele
PACIFIC UV aus der hellenischen Stadt Athens im US-Staat Georgia lassen sich gern Zeit. Ganze vier Jahre dauert es im Schnitt, bis die Band einen neuen Langspieler zusammengezimmert hat. Aber anstatt sich in Diskussionen über Richtungs- und Stilfragen hoffnungslos zu verkrachen, scheint die Band am Ende immer zu einem Konsens zu gelangen, der sie dann zu höchsten Weihen der international anerkannten Musikpresse führt. Gut Ding will eben Weile haben.
Mit “Weekends” steht nun Album Nummer Drei auf der Matte. Zunächst fällt das originelle Design ins Auge, doch nach erstem Genuss muss man feststellen, dass die Platte nicht nur optisch wie Medizin daherkommt. 
Brother Sun, Sister Moon – “Brother Sun, Sister Moon”
Alicia Merz meets advanced electronics
Mal abgesehen vom renommierten Label, welches diesen Ruf schon lange genießt – der Name Alicia Merz scheint sich allmählich als Qualitätsgarant zu erweisen. Mit ihrem eigenen Projekt BIRDS OF PASSAGE hat sie bereits äußerst hörenswerte Arbeiten abgeliefert, und wenn sie mit anderen Musikern zusammenarbeitet, läuft das ziemlich fruchtbar und vielversprechend. BROTHER SUN, SISTER MOON ist nun die neueste Kollaboration, inspiriert vom Film über Franz von Assisi, dieses Mal mit Gareth Munday (ROOF LIGHT), der vor allem für Trip-hop, erwachsen gewordenen Dubstep und Garagesounds bekannt ist. Wer jetzt denkt, “Merz’ verträumte Klanglandschaften und Mundays Elektronik?” – richtig, das könnte nicht nur interessant werden, das ist es auch. 
The Declining Winter – “Goodbye Minnesota”
Musikalische Postkartengrüße
Angefangen hatte es ja eigentlich mit Hip Hop aus der Zukunft. Oder wenigstens der Vision davon, wie man sie handelsüblich von Bands aus Leeds geliefert bekommt. Oder auch nicht. Es folgte eine sehr elektronisch dominierte EP, doch die eigentlich interessante Seite von THE DECLINING WINTER tritt zutage, wenn Bandkopf Richard Adams die Gitarre auspackt.
Auf dem Debütalbum “Goodbye Minnesota” serviert er größtenteils instrumentalen Indie Rock mit Singer-Songwriter-Qualitäten 
International Karate – “More Of What We’ve Heard Before Than We’ve Ever Heard Before”
Es gibt ein Leben nach dem Post-Rock
Sie mussten sich verändern. Nicht weil sie es nötig gehabt hätten, sondern weil sie es wollten. Den Australiern hat es nach einigen rein instrumentalen Alben im Standard Post-rock-Format so sehr in den Händen und Füßen gekribbelt, dass fortan neue Wege beschritten werden sollten. Wege, die dabei viel tiefer in die Materie und viel stärker in die Menschen an den Instrumenten eindringt. Das Ergebnis kann sich absolut hören lassen, denn “More of What We’ve Heard Before Than We’ve Ever Heard Before” ist ein gelungener Ausbruch aus dem steifen Korsett von Post-Rock Klischees und instrumentalem Singsang. 
Aun – “Phantom Ghost”
Willkommen im neuen Universum
WOW. Das war mein erster Eindruck, aber nicht etwa nach Hören dieser Platte, sondern bereits nach den ersten Sekunden. Sekundenbruchteile fragte ich mich noch, ob dies wirklich das neue Album von AUN ist, doch dieser Gedanke war sinnfrei wie überflüssig: Da lag sie vor mir, die edel gestaltete Digihülle, auf der unmißverständlich der Name des kanadischen Duos steht. AUN konnten mich zuletzt vor einem Jahr mit ihrem cinematischen Konzeptalbum “Black Pyramid” begeistern – jetzt, ein Jahr später sind sie wirklich ganz woanders. Weg aus New York 2095, ohne Raumschiffe und außerirdische Gottheiten. 
Birds Of Passage and Leonardo Rosado – “Dear And Unfamiliar”
Träume im Äther
Kennt noch jemand die großartigen TRANSIENT WAVES? Mehr als zehn Jahre lang habe ich mich gefragt, ob es jemals eine Band schaffen könnte – wenn es schon das Trio aus Dearborn nicht mehr tut – noch einmal so bezaubernd schöne, regelrecht himmlische Musik voll engelsgleicher Anmut auf einem Tonträger festzuhalten. Wer das letzte, im Nachhinein betrachtet viel zu kurz geratene Werk “Sonic Narcotic” noch in guter Erinnerung hat, weiß, dass derlei spirituell angehauchte Superlative kein bisschen übertrieben sind. Mehr als zehn Jahre lang – und dann kommt ein Album wie “Dear And Unfamiliar” um die Ecke. 
Jesu – “Ascension”
December Now
Eigentlich sind JESU-Reviews die Sache meines Kollegen Matt. Insofern ist es eine Ausnahme, dass meine Wenigkeit das neueste Opus des Ausnahmekönners aus England, Justin Broadrick, bespricht. Ausnahme? Nur in editorischer Hinsicht, denn in Matts Jubel über diese außergewöhnliche Musik stimme ich voll mit ein und hoffe sehr, mit meinem Review diese tolle Band bzw. diesen unvergleichlichen Künstler (und das ist er wirklich) der geneigten Leserschaft näher zu bringen. Doch nun genug der Vorrede, hin zur Musik. 
Hypomanie – “A City In Mono”
Auf der Suche…
Aus Holland kommt das Ein-Mann-Projekt HYPOMANIE und der alleinige Herrscher hat sich eigenen Angaben nach einer melancholischen Form des Black Metals verschrieben, bzw. einer modernen Form, mittlerweile auch Post-Black-Metal getauft. Meiner bescheidenen Meinung nach ist das kompletter Unsinn, denn von Black Metal gibt es hier genausoviel zu hören wie Napalm-Riffs bei Jürgen Drews. Nur, weil mal 6/8 gespielt werden, bedeutet das noch lange nicht, dass der Spirit Black Metal bedient. Vielmehr geht es hier um einfachen, auf Atmosphäre angelegten, angedunkelten Post-Rock mit leichten Metal-Einflüssen, die aber weniger nennenswert sind. 
Iroha – “Iroha”
Wenn der Schwan mit dem Christenkind…
IROHA aus Birmingham/Großbritannien stammen aus dem Umfeld von GODFLESH und JESU, was man definitiv auch am musikalischen Ergebnis erkennt, bzw. die Herkunft davon ableiten kann. IROHA-Kopf Andy Swan hat bereits mit Justin Broadrick (JESU, GODFLESH, Ex-NAPALM DEATH) eine gemeinsame musikalische Vergangenheit hinter sich. Beide haben 1983 das experimentelle Elektronikprojekt FINAL ins Leben gerufen, das heutzutage zwar auch noch besteht, jedoch von Broadrick alleine geführt wird. 
Explosions In The Sky – “Those Who Tell The Truth Shall Die, Those Who Tell The Truth Shall Live Forever”
Musik zum Träumen
Diese Band gehört unumstritten zu den Favoriten der Post-Rock-Szene. EXPLOSIONS IN THE SKY haben bislang mit jedem Album punkten können und aufgezeigt, wie intensiv und eindringlich schön diese Art Musik sein kann. Besonders ihr zweites Album “Those Who Tell The Truth Shall Die, Those Who Tell The Truth Shall Live Forever” stellt dabei eine herausragende Leistung dar. Vordergründig im Bereich der Laut-/Leise-Dynamik entwickeln die Musiker hier eine beeindruckende Intensität, die sich so manch andere Genre-Band wünschen würde. Nicht umsonst wird die Musik der Band allzu oft kopiert oder mindestens als Einfluss genannt. 




