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Heaven And Hell – “The Devil You Know” (10,00)
Warfield Within – “Inner Bomb Exploding” (10,00)
Black Sabbath – “13″ (9,20)
Ensiferum – “Unsung Heroes”
Finnischer Regenbogen
Wenn die enthusiastischen Finnen von ENSIFERUM ein neues Album präsentieren, sind die Erwartungen sehr hoch. Sie hatten sich ja verändert zuletzt, hin zum soundtrackartigen, epischen Breitwandformat. “Unsung Heroes” würde also eine Weiterentwicklung bringen, davon konnte man ausgehen. Das Intro “Symbols” erklingt ruhig, klassisch, Weite, Fanfaren und eine wie immer etwas ins Kitschige spielende Melodie entführen in den Finsterforst. Hier hatte Keyborderin Emmi ihre Zauberhände im Spiel. “In My Sword I Trust” eröffnet dann hymnisch, im Midtempo. Peters Gefauche, ein Chor zum Mitgrölen, ein wenig ENNIO MORRICONE im Hintergrund und beinahe unmerklich haben wir aufgesattelt, die Schellen klingeln, Glöckchen und Geflirre überall, denn wir schließen uns der Band an, durchs Immergrün des endlos goldenen Hains. 
Manowar – “The Lord Of Steel”
Ein Witz, oder?
Eigentlich haben uns ManOwaR, sehen wir von den Anfangstagen einmal ab, doch eigentlich immer auf den Arm genommen, oder etwa nicht? Ich meine, wer erwartet von solch dilettantischen Musikern, welche einzig und allein auf Show und Riesenklamauk bei Live-Auftritten aus sind, wirklich etwas weltbewegend Neues auf Vinyl, äh, CD, natürlich? Bei Auftritten muss es immer Größenwahn sein; keiner der aufgebotenen Protagonisten kann wirklich gut schlagwerken, aber es müssen natürlich gleich drei Drummer aufgeboten werden, welche effektheischend Bombast um seiner selbst willen betreiben. Sicher, dass kann bei “Battle Hymns” durchaus unterhaltsam sein, aber mal ehrlich, musikalisch ist dieses Konzept eine einzige Bankrotterklärung. 
Nightwish – “Imaginaerum”
Kunstschnee
Natürlich war von vornherein klar, dass es ein neues NIGHTWISH-Album bei mir sehr schwer haben würde. Zu zuckerig und episch ging die Band zuletzt vor, auch zu finalen Tarja-Zeiten. Vom spontanen Pomp, dem Enthusiasmus, der Euphorie von “Oceanborn” blieb letztendlich nicht viel übrig. “Imaginaerum”, dass zweite Opus mit Annette Olzon, führt den überproduzierten, geglätteten Musical-Kitsch in neue Dimensionen. Hietala singt im Opener (seine Stimme missfällt mir noch immer sehr) finnisch zu akustischen Märchensounds, ein wenig erinnert das an Weihnachten und Klingglöckchen Klingelingeling und weißbärtige Nikolause, welche Lebkuchen an rotbäckige Kinder verteilen. 
Iced Earth – “Dystopia”
Keine Sturmreiter
“Dystopia” nennt sich nun also das neueste Album der alten Recken von ICED EARTH. Bandleader Jon Schaffer will seine Band nach einer reichlich schwachen Phase wieder in den Olymp führen: Sangesakrobat Barlow ist nach einem äußerst schlappen Opus schon wieder draußen, Stu Block von INTO ETERNITY drinnen, neue Songs stehen parat. Wenn wir ehrlich sind, war “Burnt Offerings” aus dem vergangenen Jahrtausend das letzte richtig feine, durchgehend gute Werk der US-Band, von daher bin ich von Anfang an ein wenig voreingenommen… 
Children Of Bodom – “Relentless Reckless Forever”
Pursuit Of The Vikings Part IV: Pussies on speed!
Die Finnen vom Lake Bodom haben es sich mit ihrer neuesten Veröffentlichung “Relentless Reckless Forever” nicht leicht gemacht. Denn statt auf Konsensattitüde zu setzen und erneut einen Rang in den Charts in Deutschland anzustreben (“Blooddrunk”, der Vorgänger, landete ja sensationell auf Platz 5) gehen Alexi und Co. einen dornigeren Weg.
Die barocken Spielereien mit fettem Tägtgren-Sound sind lange vorbei; damals und NICHT heute waren CHILDREN OF BODOM Mainstream. Denn damals konnten sich Black-, Death-, Dark und Powermetaller mit dem Stilmischmasch der Buben anfreunden. Nun, nach einer Dekade musikalischer Entwicklung sind sie kratzbürstiger, rockiger, punkiger geworden, bauen mehr und mehr Siebziger-Flair in ihre Songs ein. 
Battlelore – “Doombound”
CREMATORY-Bazillus
Keybords, eine bombastische Produktion und Zuckerwatte-Fräuleingesang schon nach wenigen Sekunden gefällig? Dann hört die Buben und Madeln von BATTLELORE, dem Lande der tausend Seen. Diese stets auf äußerst schmalem Kitschgrad balancierende Band, welche regelmäßig in die schwarze Schlucht stürzt, da der Inhalt einfach nicht über die Länge eines Albums trägt, lässt sich jedoch nicht entmutigen und dröhnt weiter wie zuvor, so auch auf dem neuen Longplayer “Doombound”. Das erinnert an die nimmermüden Deutschen von CREMATORY, die ja auch keine Songs zu schreiben imstande sind, es jedoch immer wieder tun, mit entsprechendem Ergebnis. 
Kamelot – “Poetry For The Poisoned”
I wait for the Storm…
Dass KAMELOTs Entwicklung immer opulenter, theatralischer und kitschiger ausfallen würde, war absehbar. “Poetry For The Poisoned” eröffnet zwar durchaus heavy, mit “The Great Pandemonium” und “If Tomorrow Came” gelingt es der Band, orientalisch und zugleich durchaus zugänglich zu tönen. Wie immer ist das Songmaterial raffiniert durchsetzt mit Effekten, Breaks und seltsamen Wendungen, welche KAMELOT soviel interessanter machen als andere Power Metal-Bands. 
Falconer – “Northwind”
Die Rückkehr des Königs
Als mit dem 2006 erschienenen Album “Northwind” bekannt wurde, dass Mathias Blad wieder das Mikro bei den Schweden FALCONER besingt, war mein erster Gedanke: Endlich sind sie wieder komplett. Mann kann zu dem Sänger stehen wie man will, aber niemand kann verleugnen, dass er eine eigenständige Stimme hat, die man sofort erkennt und heraushört. Blad, der ja bekanntlich auf den ersten beiden Alben sang, verlieh FALCONER durch sein charismatisches Organ einen besonderen Status in der Power-Metal-Szene. Nein, ich will damit nicht behaupten, dass FALCONER einmalig toll und erhaben sind, keineswegs, aber dadurch, dass Mathias Blad eben nicht klingt wie 99% seiner Kollegen, stachen und stechen FALCONER nach wie vor einfach heraus aus dem Wust an gesichtslosen Bands. 
Nevermore – “The Obsidian Conspiracy”

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Es ist das mittlerweile siebte Studioalbum der Seattle-Metaller NEVERMORE, und wenn man der hiesigen Presse und vor allem den Reaktionen der Fans vertrauen darf, hat die Band bislang mit keiner ihrer Veröffentlichungen enttäuscht. Nach dem großartigen Vorgänger “This Godless Endeavor” und der folgenden, relativ lange Pause von fünf Jahren bis “The Obsidian Conspiracy” endlich im Kasten war, durfte die Metal-Welt sehr gespannt sein, welches musikalische Zeichen Warrel Dane (Vocals), Jeff Loomis (Guitars), Jim Sheppard (Bass) und Van Williams (Drums) von sich geben würden. ME und Matt Sick haben sich den neuen Ergüssen angenommen. 
Rhapsody Of Fire – “The Frozen Tears Of Angels”
Herzblut, oder: Eine Mitternachtsparty mit Luca, Eros, Alexi, Dani und Angelo
RHAPSODY OF FIRE machen also weiter. Nach einem lupenreinen CRADLE-OF-FILTH-Intro eröffnet “The Frozen Of Angels” mit Epik, Pomp und Hall. Ein wenig erinnern die Italiener an FATES WARNING aus den Anfangszeiten, ein wenig hatte ich gesagt! Der Refrain ist warm, plüschig, jedoch auf angenehme Weise anschmiegsam. Die Affinität zu CHILDREN OF BODOM ist, was die Leads und Soli angeht sowie auch den Gebrauch der Keys, obligatorisch. 
Sabaton – “Coat Of Arms”
Wehret der Macht des Spaßes!
Das Cover der CD: eine Mischung aus RUNNING WILD und HAMMERFALL. Der Reichsadler verfremdet, ein zackiges “S” in einem Kreis darunter. Die Titel: es hagelt Begrifflichkeiten wie “Wehrmacht”, “White Death”, “Final Solution”, “Midway” etc… Wir bemerken, da spielt jemand immer noch gern mit Panzern. Die Texte: in einem an Debilität kaum zu steigernden Interview mit ihrem Label geben die Bandmitglieder Dinge zum Besten, d.h. Schlechten, wie: “wir wollen nicht nur Texte über die Verbrechen des NS schreiben, sondern im Song “Wehrmacht” auch einmal über die Stärke und Technik des deutschen Heeres. Denn letztlich soll es nicht um Unterricht gehen, sondern um Spaß…” 
Keep Of Kalessin – “Reptilian”
Optimale Performance
Ein endlos anmutendes, allerdings durchaus dramatisch-zugespitztes Intro führt uns mitten hinein ins Terrarium, dorthin, wo wir nicht sein möchten, denn es wimmelt von Echsen, Waranen und Reptilien anderer Art. Riffing, tackerndes Schlagzeug und der typisch heisere Gesang erinnern uns an die Armada, welche uns hier ausgesetzt hatte. Alles tönt kolossal, ein wenig vertrackt, modern und zugleich atavistisch. Norwegisch eben. IN VAIN oder ISKALD kommen mir da in den Sinn.
Dann setzt es die bekannten Chöre. Bekannt, und nicht schlecht; dennoch, die Melodien der beiden Vorgänger waren mir nach kurzer Zeit zu anschmiegsam, die Drums zu sehr im Vordergrund und überhaupt, Langzeitwirkung stellte sich bei derart unterkühlter Musik nicht ein. Eigentümlich, wie Sterilität mehr und mehr Einzug in das schaffen der Norweger hält; es soll wohl Ausdruck der Moderne sein. 
Avantasia – “The Wicked Symphony” + “Angel Of Babylon”
Doppelcheese mit Pommes Schranke
Die letzte sehr auf bornierte Dörflichkeit getrimmte EDGUY war nur etwas für hessische Mitbürger. Doch Bandleader Tobias Sammet hat noch lange nicht genug. Das neue jüngst unter dem Banner AVANTASIA erschienene Doppelpack “The Wicked Symphony”/”Angel Of Babylon” wird nun, und mehr kann ja auch kaum erwartet werden, ein Streifzug durchs begrenzte musikalische Universum mittelprächtiger Metal-/Rock-Sternchen. Gesanglich begegnen wir u. a. Altrocker Klaus Meine, Fesselballon Chris Oliva, Ripper Owens (warum macht der so was nur?), dem unermüdlichen Jorn Lande (welcher stimmentechnisch noch der Einäugige unter den Blinden ist) und natürlich Toby himself, welcher naturgemäß selbst mit der zweiten Garde (und um nichts anderes handelt es sich hier) nicht mitzuhalten imstande ist. 
Communic – “Waves Of Visual Decay”
Nur ein schwaches NEVERMORE-Album?
Gleich die ersten Töne machen klar, dass hier nur eine Band am Werk sein kann, denn nur eine Band spielt diesen unverwechselbaren Stil. Das vorliegende Album von NEVERMORE ist… ähm, Moment, noch einmal eben auf die Hülle gucken… sorry, von COMMUNIC ist ein wahrlich, ähm, ansprechendes, wenn auch nicht überragendes NEVERMORE-Album geworden. Ja, so könnte man es denn wohl sagen… 
Dream Evil – “In The Night”
Songmaterial: Fehlanzeige
Fredrik Nordström hat im Studio “Fredman” gute Bands produziert. DIMMU BORGIR zum Beispiel. Oder DARK TRANQUILLITY. IN FLAMES. DREAM EVIL nun sind Fredriks eigenes “Produkt”; hier agiert er als Produzent und Gitarrist eines “Projekts”. Zusammengestückelt war daher immer die übrige Belegschaft dieser künstlichen Studio-Band. Zu keiner Zeit des Daseins von DREAM EVIL konnte das Songwriting überzeugen. Immer waren PRIEST oder MAIDEN Bezugspunkte. Und immer wurde deren Klasse nicht erreicht; selbst an Ausschuss der Idole, B-Seiten oder Cover-Songs kamen Fredrik und Co. Nicht heran. Nie gab es mal ein einprägsames Riff oder eine wirklich fette Hookline, welche aufhorchen ließ. Die gab es nur bei Bands, welche Fredrik produzierte. 




