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Gratis Post-Rock Sampler von NBHAP.com (10,00)
Kampfar – “Mare” (9,00)
Nightwish – “Imaginaerum” (2,00)
MattHätte man kaum besser ausdrücken können. Fantastisches Album. Hier stimmt alles.
MattNach häufigem Hören des Albums muss ich von einer klaren Enttäuschung sprechen. Aalglatte Kompositionen, die...
WraithWarum soll das Modell einer Populationskontrolle generell schlecht sein, nur weil es in unseren Gesellschaften...
Mors Principium Est – “…And Death Said Live”
Finnen auf der Jagd
Das hallende Intro “The Awakenig” läutet das neue Album von MORS PRINCIPIUM EST ein. Und mit “Departure” legen die Finnen die Messlatte gleich recht hoch. Denn im Gegensatz zu früher regiert nun nur noch Speed, Gerassel, Gefauche und typisch skandinavische Licks. Um die Ecke wird nicht opriert. Stattdessen hämmert sich die Band durch ihre Songs, kompromisslos, hart und laut. In Chorusnähe setzt es helle Licks.
Die Keys erinnern nicht mehr an CHILDREN OB BODOM. MORS PRINCIPIUM EST sind um einiges härter. “I Will Return” bringt auch blackmetallische Elemente ins Spiel. Ville Viljanen giftet voller Verzweiflung, lässt nie nach, gibt auch in den Refrains alles. Klarstimmen? Niemals. Das passt auch nicht bei dem Konzept. Immer durchzieht das Werk die Melancholie des Abschieds. Eines langen Abschieds sollte man meinen. 
Daylight Dies – “A Frail Becoming”
In Somnium Park
DAYLIGHT DIES sind eine Band aus den USA, welche schwedisches (und finnisches!) Erbe kultivieren. Und mit “A Frail Becoming” liefert diese Combo ein feines Opus ab. Man könnte sagen, dass sie an ganz alte KATATONIA erinnert, an frühere OPETH, SWALLOW THE SUN und ein wenig an INSOMNIUM, ohne deren Euphorie zu adaptieren allerdings. DAYLIGHT DIES tönen dunkel, bieten schweres Regen-Herbst-Riffing und sehr traurige Melodiebögen im Chorus. Sehr gern bauen die US-Buben filigrane, sehr anspruchsvolle Gitarrensoli in die Songs ein, welche manchmal, und das ist wirklich gut gelungen, sich richtig austoben dürfen. 
Wintersun – “Time I”
Weder Winter noch Sonne
Nun, ich muss ja gestehen, ich war seit Jahren skeptisch. WINTERSUN verschoben den Veröffentlichungstermin des neuen Albums immer wieder und was sollte da nun kommen nach so viel Produktion und Technikgedöns? Umso erstaunter fallen nun die Reaktionen seitens der metallischen Elite aus. Weltklasse-Album, Super-Opus, von unfassbarer Größe. Tatsächlich? Diese Euphorie ist doch sicher darauf zurückzuführen, dass vielen “Time I” gefallen möchte. Denn wenn man die nur drei neuen Tracks hört, stellt sich schnell Ernüchterung ein. 
Barren Earth – “The Devil’s Resolve”
Blackwater Folk
Die ersten Takte von “Passing Off The Crimson Shadows”, der neuen BARREN EARTH-CD “The Devil’s Resolve”, erinnern schon an AMORPHIS in ihrer “Tuonela”-Phase. BARREN EARTH haben es sich nach ihrem sensationellen Debüt “Curse Of The Red River” (2010) mit dem Nachfolger nicht leicht gemacht, denn in der Folge mäandert der Eröffnungstrack verschlungen durchs musikalische Dickicht. Klargesänge (Mikko Kotamäkki ist da ganz wunderbar in seinem Element!), progressive Einschübe und Soli, vertrackte Drum-Beats und rockige ausufernde Passagen lassen den Song zu einem Gourmet-Monster mutieren, wenn ich das mal so unverblümt anachronistisch sagen darf. Natürlich bietet Mikko auch wieder seine düster verhallten, sehr tiefen Growls auf, kontrastiert die sanften Sequenzen damit trefflich. 
Insomnium – “One For Sorrow”
Zum Heulen
“Inertia” nennt sich das überlange Intro, (man könnte es auch einen Song nennen, denn es setzt auch dunkle Growls) des neuen Albums “One For Sorrow” der finnischen Vorzeigetrauerweiden INSOMNIUM. Die Gitarren singen schwebend, wie wir es kennen. Sie bieten diese eigentümliche sehr melancholische Atmosphäre, welche uns abwechselnd in Euphorie versetzt und todtraurig stimmt. Das als Video vorab ausgekoppelte “Through The Shadows” wartet nach Donnergrollen mit einer Refrainlinie auf, welche beinahe modern anmutet, etwas nach den Schweden BORKNAGAR (mit Vintersorg) tönt und wie ein verhalltes Echo in die herbstliche Monotonie schneidet. Anfangs habe ich mich durchaus mit diesem (ungewohnten) Chorus schwer getan, nun jedoch höre ich auch den Opener sehr gern. 
In Flames – “Sounds Of A Playground Fading”
Too Old Too Cold (Part III) – Sounds of an emo trading
Wenn die ersten Töne eines etwas an die Göteborgphase der Band und gleichzeitig auch an METALLICA erinnernden Intros erklingen, befindet man sich sofort im Lieblingsriff der Schweden IN FLAMES. Immer wieder haben sie diese traurige Melodie variiert. Der sich anschließende Opener und Titeltrack “Sounds Of A Playground Fading” bietet uns auch gleich das, was uns im Kommenden in Dauerschleife begegnet: Den etwas hektisch anmutenden Strophenaufbau mit Fridéns giftigen, allerdings überhaupt nicht mehr am Death Metal orientierten Gesang sowie einen weit ausholenden, sehr melancholischen Chorus, welcher zumindest mir sehr bekannt vorkommt. 
In Mourning – “Monolith”
Plaguewater Park
Was sehr modern beginnt, mit schepperndem MetalCore, dann zu OPETH-artigen Sounds mutiert, um im Chorus sogar in BARREN EARTH-Gefilde einzutauchen, ist das Werk der noch recht unbekannten, doch sehr cleveren Schweden IN MOURNING, welche mit “Monolith” 2010 ein ziemlich lässiges Stelldichein ablieferten. Auch wenn das Album ein Jahr alt ist, lohnt die Vorstellung der CD an diesem Orte noch immer. Denn IN MOURNING verbinden Härte und Akustisches, Prog mit Death Metal sehr geschickt; der MetalCore-Anteil ist auf die Eröffnungssekunden beschränkt, dann setzt es Growls und Black Metal-Gefauche, welche sich mit unprätentiösem Klargesang abwechseln. 
Akrea – “Lügenkabinett”
Heißen die OHREN?
Was eingangs kann kurz nach DARK TRANQUILLITY klingen soll, mutiert nach dem nervösen Eingangsriff schnell zu einem Standardsong von eigenartiger Rhythmik zu heiserem Gebelle, wie wir es von Pagan-Szenegrößen wie THRUDVANGAR oder WOLFCHANT gewohnt sind (“Vier Sonnen”). Zu diesem Eindruck tragen auch die seltsamen deutschen Texte bei, welche zu dem immer wieder mit Melo Death der 90′er kokettierenden Gitarrengeflirre nicht recht passen wollen. Die Rede ist hier von der Deutschen Kombo AKREA, welche mit “Lügenkabinett” ihr Melodic Death-Debüt unter die Zuhörerschaft schleudert. 
Keep Of Kalessin – “Reptilian”
Optimale Performance
Ein endlos anmutendes, allerdings durchaus dramatisch-zugespitztes Intro führt uns mitten hinein ins Terrarium, dorthin, wo wir nicht sein möchten, denn es wimmelt von Echsen, Waranen und Reptilien anderer Art. Riffing, tackerndes Schlagzeug und der typisch heisere Gesang erinnern uns an die Armada, welche uns hier ausgesetzt hatte. Alles tönt kolossal, ein wenig vertrackt, modern und zugleich atavistisch. Norwegisch eben. IN VAIN oder ISKALD kommen mir da in den Sinn.
Dann setzt es die bekannten Chöre. Bekannt, und nicht schlecht; dennoch, die Melodien der beiden Vorgänger waren mir nach kurzer Zeit zu anschmiegsam, die Drums zu sehr im Vordergrund und überhaupt, Langzeitwirkung stellte sich bei derart unterkühlter Musik nicht ein. Eigentümlich, wie Sterilität mehr und mehr Einzug in das schaffen der Norweger hält; es soll wohl Ausdruck der Moderne sein. 
Barren Earth – “Curse Of The Red River”
Tuonela – Traurigkeit der tausend Seen
Wenn die ehemaligen AMORPHIS-Haudegen Oppu Laine (Bass) und Kasper Mårtenson (Synthesizer) zusammen mit MOONSORROW-Drummer Marko Tarvonen, KREATOR-Axtmann Sami Yli-Sirniö, Janne Perttilä von RYTMIHÄIRIÖ sowie Vocalist Mikko Kotamäki von SWALLOW THE SUN eine neue Band zum Leben erwecken, ist einiges zu erwarten. BARREN EARTH nennt sich diese skandinavische Kombo, welche nach einer viel versprechenden EP nun mit “Curse Of The Red River” ihr Debüt veröffentlicht hat. 
Black Sun Aeon – “Routa”
Solo im Schnee
BLACK SUN AEON können vom Winter nicht lassen, im Gegensatz zu uns, die wir allmählich die Faxen voll davon haben. Nun gut, die Finnen sind als Eismänner bekannt und “Routa” huldigt der kalten Jahreszeit in Form eines 80-minütigen Doppelalbums. So wimmelt es in den Titeln von Schlagworten wie “Winter”, “Frozen”, “Ice”, “Cold”, “Funeral” und “Silence”. Garstige Growls werden neben klare, mit ein wenig hallendem Pathos versehene Vocals gemischt.
SWALLOW THE SUN sind komplexer, RAPTURE simpler, INSOMNIUM mehr Death Metal und THROES OF DAWN atmosphärischer. Und BLACK SUN AEON? 
Kalmah – “12 Gauge”
Babybecken im Lake Bodom (Finnischer Zucker V)
Die Finnen KALMAH sind eine produktive Band. Kaum hatten sie 2009 den Vorgänger “For The Revolution” veröffentlicht, war das neue Album mit dem seltsamen Titel “12 Gauge” auch bereits im Kasten. Die Band gehört sicher zu den talentierteren Melodic Death Metal Bands aus Suomi, keine Frage. Gern mischt sie Black- und Thrashelemente in ihre Musik; auch rockige, beinahe RAINBOW-artige Leads finden Eingang in das opulent arrangierte Liedgut.
Nachteilig macht sich jedoch immer wieder bemerkbar, dass KALMAH fortwährend mit den gleichen hektischen Growls aufwarten und es insgesamt an stringenten Hooklines fehlt. Sicher, die “Hatebreeder” ihrer Landsleute CHILDREN OF BODOM ist eine gute Vorlage, allerdings wird deren charismatische Überdrehtheit nicht erreicht. Und zudem kennen wir das Schema inzwischen, da es in den letzten zehn Jahren einfach zu viele Kopien der Kinder vom Bodensee gab. 
Catamenia – “Cavalcade”
Unentschieden (Finnischer Zucker IV)
Im Prinzip gilt für die Finnen CATAMENIA das Gleiche wie für ihre Landsleute KALMAH, welche hier in Kürze ebenfalls besprochen werden. CATAMENIA produzieren allerdings noch schneller Album für Album, das Neunte inzwischen. Mit der Zeit sind die Black Metal Aspekte melodischem Death Metal gewichen. Dazu mengen CATAMENIA noch seltsamste Klargesänge und beinahe Power Metal-artige Vibes sowie etwas Moderne in Form hektischen Riffgeschiebes.
Das neue Album “Cavalcade” ist kantig produziert, rasselt, fuhrwerkt durch sämtliche Stilmittel, welche wir bereits genauso von der Band gewohnt sind. 
Dark Tranquillity – “We Are The Void”
Zurück im Zaubergarten
Die Schweden DARK TRANQUILLITY habe ich erst mit ihrem experimentellen (und sträflich unterbewerteten) Album “Projector” kennen gelernt. Die aufgebotenen Klargesänge in Verbindung mit alter Schule, Rock und Death Metal gaben seinerzeit eine unverwechselbare Mischung ab. Mit dem melodischen “Haven” nahm die Band eine Kurskorrektur vor; Beinahe poprockige Melodien in Kontrast zu den Reibeisengrowls von Stanne war die Devise. “Damage Done” geriet wieder härter, schneller; mit “Character” und “Fiction” hielt dann eine gewisse Kälte Einzug in die Arrangements von DARK TRANQUILLITY, was u. a. auch auf Tue Madsen, den “neuen” Produzent, zurückzuführen war. 
Mnemic – “Sons Of The System”
Teil des Systems
“Modern Metal” ist eine furchtbare Genrebezeichnung. Sie suggeriert Moderne, wo keine ist. Sie bezeichnet sich als Metal und ist dennoch nichts weniger als das; vielmehr handelt es sich um holzschnittartigen Pop mit harschem Riffgeschiebe. Wie wäre es mit den Bezeichnungen “Marketing-”, “Ear Catching-” oder “Performed Metal”? Denn immerhin geben die Dänen MNEMIC ja im Titel “Sons Of The System” zu, Teil des Establishments zu sein. Und Nuclear Blast ist ja, wie wir wissen, ein Meister in der Produktion von derartigem Zeitgeist-Mainstream: stereotyp und am Fließband werden klinisch-sterile Klänge für den Schnellverbrauch, quasi musikalische Fast Food, auf den unersättlichen Markt geworfen, welche dann von entsprechenden Magazinen der Szene schon im Vorfeld als herausragend modern, innovativ, wegweisend bejubelt werden. 




