"Folk Metal"

Heathen Foray – “The Passage”

Harris, Stratton, Di'Anno und Co. waren nie Pagan

Heathen Foray - "The Passage"Die Österreicher HEATHEN FORAY setzen auf eine einfache Mischung aus heiser gefauchten Growls zu klackernden Gitarren und folkloristischen Schunkelrhythmen. Blaupause für jedes Lick des Albums sind die ersten IRON MAIDEN-LP’s. Originell ist das nun nicht gerade. HEATHEN FORAY seien so gut wie AMON AMARTH und ENSIFERUM, schrieb ein übereifriger Kollege. Davon kann keine Rede sein. Klar, das Gebrodel ist z.T. ganz nett gemacht, eine eigene Identität sucht man jedoch vergebens.

Viele vor allem teutonische Bands machen inzwischen solcherart Musik. Endlos flirren die hellen Leads um den garstigen Lagerfeuergesang; Heavy-Riffing wie bei AMON AMARTH oder dieses Spiel mit klirrenden Rüstungen und flatternden Bannern im Frühlingswinde, zelebriert von ENSIFERUM, finden sich bei HEATHEN FORAY nicht. Dazu reichen die songschreiberischen Fähigkeiten auch gar nicht.

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Týr – “By The Light Of The Northern Star”

Windschiefes Gejaule aus Island

Tyr - "By The Light Of The Northern Star"Und nochmals nordische Musik. TÝRs “By The Light Of The Northern Star” bedient wohl die Klientel, welche mal BATHORYs mittlerer Schaffenphase huldigte. Nun, ich gehörte nie dazu. Die Stimme von TÝR ist kraftlos, immer übermäßig klar intoniert, das Riffing im traditionellen Metal verwurzelt, wobei tunlichst vermieden wird, kompliziert zu komponieren.

Denn simpel muten die Tracks an, die Struktur, die wiederkehrenden Licks. Der hohe, eindimensionale, manchmal schiefe Gesang nervt schon im Opener “Hold The Heathen Hammer High”. Und das setzt sich fort. Riffgeschiebe einfachster Art führt durch das Album. Die Refrains sind ebenso stark gewöhnungsbedürftig, weil ohne jegliche Phantasie arrangiert.

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Wolfchant – “Determined Damnation”

Vom fortwährend saufenden, schunkelnden, trötenden Greis

Wolfchant - "Determined Damnation"WOLFCHANT haben es immer schwer gehabt. Zu einfältig sei ihre Musik, Pagan ein generell sehr schwaches Subgenre (was stimmt), die Songs der bisherigen Alben ähnelten einander zu sehr, so der allgemeine Tenor der Fachwelt oder was sich dafür hält. Auf der “Bloody Tales Of Disgraced Lands” gab es den Song “Sacrifice”, welcher richtig gut war. Allerdings, auch ich stimme ein, WOLFCHANT waren schon immer sehr nahe am Schunkel-Pagan seifiger Art. Und heute? “Determined Damnation” tönt zunächst etwas trocken; die Gitarren sind etwas rappelig produziert; skandinavischer Death Metal sanfter Natur läuft im Hintergrund, vorn gibt es Lagerfeuer zu Keifgesängen. Etwas erinnert das an die Schweden MITHOTYN.

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Finsterforst – “…zum Tode hin”

Mindestens 40 Minuten zu lang

Finsterforst - "Zum Tode hin"Eine neue FINSTERFORST? Mit dem Titel “Zum Tode Hin”? Und das, ohne je gelebt zu haben? Recht früh, diese Entscheidung… Das Problem bei FINSTERFORST war schon immer, dass der selbstgewählte Anspruch, mühelos Viertelstunden-Songs quasi lässig aus dem rostigen Kettenhemd zu schütteln und selbige wie selbstverständlich mit interessanten, variablen Themen zu versehen, welche Spannung und Atmosphäre über entsprechend lange Zeit zu tragen im Stande sind, mit vorhandenem technischem Können, songschreiberischer Finesse und Ausdrucksmöglichkeiten der Kombo keinesfalls vereinbar ist. Denn: die Songs dieser deutschen Barden aus dem Viking-Black-Pagan-Schunkel-Genre sind stets viel zu langatmig geraten, die Nähe zu den übermächtigen MOONSORROW zwar gewollt, aber keinesfalls gekonnt, Schnittpunkte mit den Disney-Paganern von EQUILIBRIUM nie von der gegerbten dreifingrigen Hand zu weisen.

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Suidakra – “Crógacht”

Return to Taliesin

Suidakra - "Crógacht"SUIDAKRAs letzte Veröffentlichungen waren ziemlich unzugängliche Brocken. Komplexität und Experimente nahmen den Tracks bisweilen etwas den Schwung. Zudem wandten sich SUIDAKRA stark dem Death Metal zu. Nun sind sie mit “Crógacht” wieder in schwarzmetallische Gestade zurückgekehrt. Die Tour mit ENSIFERUM hat sicherlich dazu beigetragen, dass SUIDAKRA nun wieder mehr Folkanteile in ihren Sound integrieren.

Der Dudelsack erschallt schon im düsteren Intro “Slán”. In “Conlaoch” finden wir dieses Instrument wieder, fauchender Gesang und wilde, folkige Gitarren stürmen durch den epischen Song. Technisch über alle Zweifel erhaben, solieren die Instrumentalisten klar, wohldosiert und lassen es krachen, wenn der Sheriff von Nottingham seine Schergen ausschickt, unfreundlich Steuern einzutreiben, die arglose Damenwelt zunächst in Schrecken und dann in seine Schlafgemächer zu versetzen oder ohne zu fragen seiner Sammlung unsere Lieblingsschilde zuzuführen, was natürlich noch schlimmer ist.

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Thyrfing – “Hels Vite”

19. November 2008 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Winds From The North

THYRFING mit Ex-NAGLFAR Jens Rydén? Eine gewöhnungsbedeürftige Vorstellung, nicht, weil ich Rydén nicht schätzte, im Gegenteil. Nur passte Thomas Väänänens Gesang so gut zu der veränderten, harschen, kratzigen, nüchteren, dunklen Ausrichtung der letzten zwei THYRFING-Alben. Allerdings hatte ja auch ein Gitarrist die Band verlassen; so war ein anderer Sound ohnehin zu erwarten. Oder? Bandleader Patrik Lindgren hatte zuletzt den Sound seiner Kombo, der früher ja mal sehr fanfarenhaft, opulent und mit einigem Bombast angereichert war, mehr und mehr “entkleidet”. Würde das nun auf dem 2008′er Opus “Hels Vite” seine Fortführung erfahren?

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Cor Scorpii – “Monument”

8. September 2008 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Die Geister von WINDIR

Cor Scorpii - "Monument"Aus der Asche von WINDIR sind einige Bands hervorgegangen: man denke an VREID, MISTUR, SIGTYR und eben COR SCORPII. Vreid mischen das Andenken an Valfar mit Black ‘n’ Roll und Groove, während die anderen Bands die epischen Wurzeln mehr betonen. COR SCORPII hatten mit der “Atterganger”-EP vor knapp zwei Jahren ja bereits eine kleine Kostprobe ihres Könnens gegeben. Mit “Monument” ist nun dieser Tage das Debüt dieser Sognametaller erschienen.

Und gleich der Opener “El Vane Svart” zeigt mit seiner eigenartigen Kombination aus Quietsche-Akkordeon und flirrenden Gitarrenlicks, dass Einsamkeit, Euphorie, Trauer und Tatkraft auch von den Erben WINDIRs musikalisch umgesetzt werden können. Nun sollte man COR SCORPII auch nicht zusehr mit den Vorbildern vergleichen, auch wenn Valfars Werk immer wieder aufgegriffen wird. Denn durchaus eigenmächtig gehen COR SCORPII zu Werke, trockener, mit weniger Hall als wir von WINDIRs “Arntor” kennen. Auch hakeligere Passagen werden ins flott zu nennende Grundtempo der Tracks integriert. Kompositorisch wird Valfar auf eigenem Terrain kaum zu übertreffen sein, doch die Schüler haben sich anstellig gezeigt, wie man hören kann.

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