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Exxasens – “Eleven Miles” (10,00 / 10)
valerie renayTake a look! http://www.youtube.com/watch?v =vViinMt156s
MEAuch hier gilt: die Version mit Bonus greifen! ‘Age Of Creation’ ist ein wunderbarer Achterbahn-Track,...
MEAuch für dieses Album gilt: die edle Digifassung mit Bonustrack ‘Tired Bones’ (lässig-schwerer...
Electronic
Bersarin Quartett – “II”
Elektronenorchester für Solisten
Ich weiß nicht, wie Thomas Bücker an seine Kompositionen herangeht, wie er schreibt. Aber wenn in einem jahrelangen Prozess ein Meisterwerk heranwächst (das war der Spoiler), kann ich mir vorstellen, wie spannend sich dieser Prozess gestalten kann – wenn man in der eigenen Fundgrube, oder sagen wir eher Schatzkiste der Klänge, nach den Juwelen gräbt, die sich plötzlich so zusammenfügen, als hätten sie schon immer zusammengehört. Gut möglich, dass ich mit dieser romantischen Vorstellung auch komplett danebenliege; dagegen könnte zumindest sprechen, dass das zweite Werk von Bückers Projekt BERSARIN QUARTETT noch geschlossener wirkt, als zuvor das Debüt. 
Atlantis – “Mistress Of Ghosts”
Ein gelungener Hybrid
Den Stil von ATLANTIS korrekt in eine oder zwei Kategorien zusammenzufassen ist nicht unbedingt einfach und erfordert schon ein wenig Phantasie. Benutzt werden Elemente aus dem Post-Rock und -Metal, diverse Electronic-Varianten Industrial, etwas Ambient, ansatzweise IDM sowie einer Prise hartem Groove und auch Griffigkeit. Hinzu kommt zurückhaltender, oft schwebend atmosphärischer Gesang, gerne auch mit himmlischen, weiblichen Stimmen, was dem Ganzen einen zusätzlichen Reiz verleiht, da hier also nicht nur die Musik für sich spricht, bzw. spielt. 
Brother Sun, Sister Moon – “Brother Sun, Sister Moon”
Alicia Merz meets advanced electronics
Mal abgesehen vom renommierten Label, welches diesen Ruf schon lange genießt – der Name Alicia Merz scheint sich allmählich als Qualitätsgarant zu erweisen. Mit ihrem eigenen Projekt BIRDS OF PASSAGE hat sie bereits äußerst hörenswerte Arbeiten abgeliefert, und wenn sie mit anderen Musikern zusammenarbeitet, läuft das ziemlich fruchtbar und vielversprechend. BROTHER SUN, SISTER MOON ist nun die neueste Kollaboration, inspiriert vom Film über Franz von Assisi, dieses Mal mit Gareth Munday (ROOF LIGHT), der vor allem für Trip-hop, erwachsen gewordenen Dubstep und Garagesounds bekannt ist. Wer jetzt denkt, “Merz’ verträumte Klanglandschaften und Mundays Elektronik?” – richtig, das könnte nicht nur interessant werden, das ist es auch. 
Germ – “Wish”
Atmosphärischer Black-Metal-Synth-Rock
Ich habe “Wish” erstmal eingeworfen, bevor ich mich überhaupt damit beschäftigt habe, wer GERM eigentlich sein soll. Äußerst vertraute Klänge leiteten dann meine Vermutung aber auf die todsichere Fährte: Wenn jemand mit atmosphärischen Klängen Black Metal Kälte und analoge Rockwärme so charakteristisch verbinden kann, dann nur jemand aus dem australischen Kollektiv, in dem auch AUSTERE und GREY WATERS unterwegs sind. “Wish” klingt wie die aurale Vermählung dieser Acts, und so verwundert es nicht mehr, dass hinter GERM kein geringerer (und auch kein anderer) als Tim Yatras steht. 
Susanne Sundfør – “The Brothel”
Norwegische Leichtigkeit und Mystik
Die norwegische Zeitung “Dagbladet” soll geschrieben haben, dass andere junge Künstler weinen müssten, wenn sie Susanne Sundfør hören. Wenn schon Norwegens aufstrebende Musikergeneration in Tränen ausbricht, dann müssten im Popstars-verseuchten Deutschland sämtliche Brücken geschlossen und der Verkauf von Barbituraten verboten werden. Ganz im Ernst, so gut ist junge Multiinstrumentalistin und Sängerin aus dem beschaulichen Haugesund.
Sundfør hat eine klassische Ausbildung genossen, die sie mittlerweile so gut kaschiert, dass einem beim Hören nur der Mund vor Erstaunen offenbleibt. 
Sonar Lodge – “Sound Effects & Side Effects”
Lässig und cool wie John Barry im Aston Martin
STRANGE ATTRACTOR sind nicht komplett ohne SONAR LODGE, dem Duo-Projekt von Richard und Marie. Die Rezeptur und Einflüsse sind ähnlich, machte doch “Sound Effects” ursprünglich den Anfang, bevor es mit STRANGE ATTRACTOR dann erstmal richtig jazzig wurde.
Bei SONAR LODGE dagegen regieren vor allem die Beats. Trip-Hop, Scratches, Downtempo und dazu Richards Sammlung bewährter Synthesizer aus dem Hause Korg und Moog ergeben zusammen mit dem Soul von Marie eine beeindruckende Mischung. “No Words” oder “L.O.V.E.” sind da nur zwei spontane Anspieltipps einer äußerst vielseitigen Platte, die so gut ist, dass sie selbst MASSIVE ATTACKs Klassiker “Blue Lines” locker in die Tasche stecken könnte. 
Strange Attractor – “Everything Is Closer” / “Mettle”
Niederländische Jazz-Soundtracks
Als Fan der deutschen Industriallegende (ich erhebe sie einfach mal in diesen Status) PHALLUS DEI war ich vor vielen Jahren natürlich daran interessiert, was die Herren sonst noch treiben, wenn sie schon keine neuen Alben unter diesem Namen aufnehmen. Und wie der Zufall es so wollte, stieß ich wenig später auf ein Projekt, welches meine Durststrecke nach dem Verschwinden von Matt Coopers OUTSIDE beendete: STRANGE ATTRACTOR.
Der Name liebäugelt mit Mathematik und Chaostheorie, die Songtitel bisweilen mit Psychologie. Von kalten, maschinellen Klängen ist hier unter den Händen von Richard Van Kruysdijk und Niels van Hoorn jedoch nichts zu spüren, aber die Synthesizer sind quicklebendig. 
Niggas With Guitars – “Ethnic Frenzy”
Klangcollage als Prinzip
Obskurer Humor für obskure Musik. Liest man NIGGAS WITH GUITARS, wirkt das erstmal wie ein mentaler Stolperstein. Dazu kursieren verballhornende Fotocollagen im Netz, und einige Coverartworks lassen erkennen, dass es sich bei den ominösen Gitarren auch gern mal um schußgewaltige Bordkanonen handelt, mit denen man den Dschungel umpflügen kann. Einen echten Zusammenhang aber scheint es nicht zu geben, weder vom Namen zur Musik, noch zum Artwork oder den einzelnen Titeln. Die Collage ist also nicht nur visuell, sondern das Prinzip. 
Moniker – 5 EPs
Not your everyday dubstep
Wenn man sich so anschaut, was selbst noch aus der Myspace-Gosse derzeit an elektronischem Schrott an die Oberfläche drängt, möchte man meinen, Dubstep war schon tot, bevor er überhaupt populär wurde. Vor etwas mehr als zehn Jahren begannen die ersten britischen Undergroundkünstler Dub, 2-step und Garage zu vereinen, mittlerweile ist das meiste unter diesem Banner veröffentlichte Material einfach nur noch einfallslos, primitiv und nervtötend. 5secondfilms haben das ganz wunderbar in ihrer Kurzfilmreihe “Everyday Dubstep” zusammengefasst.
Lange Vorrede, kurzer Sinn: Es braucht mehr als nur die ewig gleichen Dubbeats und Wobbelbässe. Einige Künstler wie VEX’D haben das bereits vor einiger Zeit erkannt, und sich von den Klischee-Trademarks verabschiedet. Meine persönliche Neuentdeckung kommt allerdings nicht aus dem Geburtsland Großbritannien sondern aus den USA: MONIKER. 
Kuedo – “Severant”
Dubstep Synthesizer im Blade-Runner-Grid
Dubsteb goes retro? Oder doch futuro? Jamie Teasdale war (und ist immer noch) zu 50% VEX’D, die einst das stumpf-stupide Mainstreamgebolze auf die dunkle Seite der Macht zogen. Beats bekamen endlich Atmosphäre, und die hatte es auch dank des feiner definierten Einsatzes von Synthesizern in sich. Teasdale heißt nun KUEDO und hat mit “Severant” einen Entwurf vorgestellt, wie sich die Zukunft anhören könnte. Und wie so oft, liegt bei post-modernen Pionierarbeiten die Wahrheit in der Vergangenheit. Nicht, weil sich alles wiederholt, aber weil eben auch die zartesten Bäume irgendwo und irgendwann erst einmal Wurzeln schlagen. 
White Darkness – “Tokage”
Doomjazz abandoned
Mundharmonika, verzweifeltes Piano, vibrierendes Schlagwerk in Doom-Geschwindigkeit und verirrte, dissonante Klänge – dazu kryptische Songtitel, die mehr von der sterilen Kälte einer Programmiersprache denn einfühlsamer Poetik in sich tragen. Darkjazzer Jason Köhnens neues Projekt WHITE DARKNESS ist eine Herausforderung, eine experimentelle und seltsam subtile tour de force, auf der Metalfragmente an elektronischen Noisekulissen entlangschrammen.
“Tokage” ist voll von Déjà-vu-Momenten. Mal erinnern die zarten, verhallten Klänge an LYCIAs frühe Tage, ein anderes Mal driftet der kratzbürstige Flüstergesange in schwarze Gefilde, genau wie man es von Rachael Kozak alias Hekate in TREACHERY kennt. 
Sula Bassana & Modulfix – “Brain Wash”
Psychedelischer Wäschezauber
Gehirnwaschanlage auf Schleudergang, dazu psychedelische Tabs und noch ein Tröpfchen Glück – und sobald sich die Trommel dreht, entsteht ein kirmesbunter Wirbel mit der Energie eines schwarzen Loches. Saugt dich ein und spuckt dich aus in Narnia. Oder wo auch immer die Socken ständig verschwinden, bis sie die Erde in einer lang geplanten, groß angelegten Invasion wieder heimsuchen.
Wenn SULA BASSANA zusammen mit Modulfix (ZONE SIX) und Frau Komet musizieren, muss der aurale Waschgang zwangsweise das Gehör verfärben. Der resultierende Gehirnsalat dekoriert sich dann irgendwo zwischen Schulze, Namlook und ELECTRIC MOON. 
Sankt Otten – “Gottes Synthesizer”
Wir fahren auf Gottes Autobahn
Es ist nicht alles Gott was glänzt, aber ist möglicherweise das, was SANKT OTTEN fabriziert haben, göttlich? Soweit möchte ich mich dann doch nicht aus dem Gebetsturm lehnen, zumindest was den religiösen Teil der Semantik betrifft. Denn natürlich ist es mittlerweile völlig legitim, beim deutschen Synthesizer-Duo zu solch sakralen Superlativen zu greifen. Sie füllen eine Lücke in der hiesigen Musiklandschaft, eine Leerstelle, die nicht mal durch Dinosaurier wie Klaus Schulze oder Pete Namlook besetzt werden konnte – und SANKT OTTEN mussten dafür nicht mal 10 Alben pro Jahr veröffentlichen. 
Olekranon – “Bilal”
Klanggewalt in Aquarellfarben
Ein Projekt, von dem es keine Webpräsenz zu finden gibt, und dessen Label ebensowenig in der digitalen Sphäre vorhanden. Das ist auch mal konsequent. Die analog-zu-digital Propaganda scheint dennoch ganz gut zu funktionieren, denn über OLEKRANON, das Projekt des US Amerikaners Ryan Huber, wurde schon so einiges geschrieben. Huber ist u.a. auch als BOBCRANE, VOLPAT und GRATTON aktiv. Wenn ich nicht ganz daneben liege, müsste “Bilal” sein bisher viertes Album als Olekranon sein. 
Majeure & Sankt Otten – “Split”
Zombies, Kraftwerke und Blade Runner
ZOMBI, die Synth-Rocker aus den USA, haben dieses Jahr mächtig die Latte gerissen. Warum nach drei ganzen Jahren “Escape Velocity” nur gehobenes Mittelmaß anzubieten hatte, wollte mir anfangs nicht einleuchten. Aber vielleicht liegt es ja doch an den Soloaktivitäten der Herren Moore und Paterra. Unter dem Namen MAJEURE jedenfalls macht der Schlagzeuger im Wesentlichen das, was man bisher von ihm und Moore zu hören bekam: Synthesizerklänge aus der Computerwelt, die im Wurmloch zwischen Krautrock und elektronischer Musik die Moogs vibrieren lassen. 







