• MattHätte man kaum besser ausdrücken können. Fantastisches Album. Hier stimmt alles.
  • MattNach häufigem Hören des Albums muss ich von einer klaren Enttäuschung sprechen. Aalglatte Kompositionen, die...
  • WraithWarum soll das Modell einer Populationskontrolle generell schlecht sein, nur weil es in unseren Gesellschaften...
"Drone"

Petrels – “Onkalo”

22. März 2013 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Nicht alles ist vergänglich

Da, wo menschliche Zivilisation begann, soll das gelagert werden, was sie letztendlich überdauern wird. Onkalo. Höhle. Was auf dem Cover von PETRELS’ neuem Album wie eine Antenne aussieht, ist tatsächlich ein Schema des Tunnelsystems des gleichnamigen, finnischen Atommüllendlagers. Anders als in Zwischenlagern oder zusammenbrechenden Möchtegern-Endlagern wie der deutschen “Asse” sollen dort tief, tief unter der Erde nukleare Abfälle gelagert werden – auf ewig, für immer.

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Talvihorros – “And It Was So”

Weit mehr als nur Ambient und Experimente

Gibt es vielleicht eine neue Strömung von spiritueller Experimentalmusik? Nach John 3:16 gibt es nun mit TALVIHORROS’ “And It Was So” ein neues Werk, welches sich auf biblische Pfade begibt. Während john 3.16 die drei welten nach dem Tod vertonte, ist auf “And It Was So” die göttliche Schöpfungsgeschichte das Thema. Nichts, Chaos, Leben – wenn nicht biblisch ist das Album auf jeden Fall eine starke Metapher dafür.

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Year Of No Light / Thisquietarmy – “Split/Collaboration”

12. November 2012 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Miteinander statt Nebeneinander

Lange Zeit waren Split-Veröffentlichungen eine günstige Alternative für zwei oder mehrere Bands, sich einen gemeinsamen Tonträger zu leisten. Was man jetzt wenig emotional als Synergieeffekte bezeichnen kann, war zudem für Labels und vor allem Hörer reizvoll, bekam man so doch meist brandaktuelles Material zum kleinen Preis und konnte wieder ein paar neue Bands ins mentale Plattenregal stellen. Wesentlich spannender sind da aber keine echten Splits, wo jede Band ihr Ding durchzieht, sondern Kollaborationen, wie auf der vorliegenden Scheibe. Ist keine neue Idee, sieht man in letzter Zeit aber wieder häufiger. Der Deal: Die Bands treffen sich nicht nur virtuell auf dem Tonträger, sondern vereinen sich quasi auch im Studio, tauschen ihre Musiker aus, remixen sich oder schreiben bestenfalls gemeinsam Musik.

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John 3:16 – “Visions Of The Hereafter – Visions Of Heaven, Hell and Purgatory”

11. November 2012 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Sphärische Stilwanderung zwischen Himmel und Hölle

Die Split-EP mit FluiD, die ich vor ein paar Monaten auf dem Tisch hatte, war nur ein Vorgeschmack. Nun ist Philippe Gerber alias JOHN 3:16 mit seiner mittlerweile sechsten Veröffentlichung, und gleichzeitig dem ersten Album zurück. Weder hätte ich vermutet, dass Gerber schon seit 2007 als Einzelkämpfer unterwegs ist, noch dass seine Musik viel reichhaltiger ist, als die EP das vermuten ließ. “Visions Of The Hereafter” ist ein beeindruckendes Album mit inhaltlich biblischem Ausmaß. Himmel, Hölle und das Fegefeuer sind die drei Orte, um die sich der instrumentale Narrativ dreht.

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Monochromie – “Angels and Demons”

6. Oktober 2012 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Post-Rock ohne Rock

Post-Rock ohne Rock – Rock ohne Gitarren sozusagen. Vielleicht ist es das, was sich Wilson Trouvé aus Frankreich mit seinem Soloprojekt MONOCHROMIE vorgestellt hat. Auf seinem Album “Angels and Demons” geht er auf eine ganz ähnliche, instrumentale Forschungsreise wie die vielen tausend Bands, die dieses Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Doch “Angels and Demons” wandelt dabei mehr auf den Pfaden experimenteller Klangkunst. Den Part der Gitarren (der Rhythmus kommt ohnehin aus dem Herzen) übernehmen hier vor allem Drones und wabernde Ambientflächen.

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P.H.O.B.O.S. – “Atonal Hypermnesia”

1. August 2012 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Auch experimentelle Klangkunst hat qualitative Grenzen

Mit “Atonal Hypermnesia” bringt das französische Industrial-Drone-Projekt P.H.O.B.O.S. sein mittlerweile drittes Album raus. Das Debüt “Tectonics” (2005) habe ich sogar noch einigermaßen angenehm in Erinnerung, ziemlich Industrial-Metal-lastig mit Erinnerungen an die Szenegrößen der 1990er Jahre, während Mastermind Frédéric Sacri mit dem Nachfolger “Anœdipal” (2008) durchaus etwas, sagen wir mal vorsichtig ‘anstrengender’ wurde und die Richtung seiner Musik deutlich stärker in die experimentelle Ecke bugsierte. 2012 bringt er nun ein neues Album raus und ich muss leider vorweg sagen: Die Musik ist kaum hörbar. Nicht, weil sie schlechte Ideen beinhaltet oder ungekonnt inszeniert ist, sondern weil einfach Höhepunkte und Besonderheiten fehlen. Alles wirkt wie eine groß angelegte Spontan-Session, improvisiert und durcheinander.

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Gnaw Their Tongues – “Per Flagellum Sanguemque, Tenebras Veneramus”

Teuflisches Orchester

Es heißt ja, man trifft sich immer zweimal im Leben. Das impliziert: Man trifft sich auf jeden Fall, egal nach wie langer Zeit. GNAW THEIR TONGUE lief bis jetzt immer an mir vorbei. Ich wusste zwar, wo man den Extrem-Krawallo aus den Niederlanden ungefähr einordnen konnte, aber einen echten Anreiz, seine Musik mal anzutesten, hatte ich nie. Nun habe ich allerdings sein fast aktuelles und geschätztes  6. Album (fleißig ist Einzelkämpfer Mories ja wirklich, auf mehr als 30 Veröffentlichungen bringt er es mit GTT bereits) auf dem Tisch und muss zugeben: Ich bin angenehm überrascht. Erwartet hatte ich wohl eine üble Lärmorgie, stattdessen ist diese “Beschwörung der Dunkelheit mit Blut und Peitsche” ein höchst komplexes Werk des orchestralen Noise.

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Various Artists – “Lost In The Humming Air – Music Inspired By Harold Budd”

Harold Budd ist gerührt

“Gleichzeitig hoffen wir auch, die zeitlose Schönheit seiner Musik damit einer jüngeren Generation von Ambient-Fans näher bringen zu können.” Das ist das ehrenwerte Ziel der Macher dieser hervorragenden Compilation, und die Rechnung wird aufgehen. Ich gehe gern mit gutem Beispiel voran, denn auch wenn ich musikalisch wirklich umtriebig bin, Ambient-Künstler wie Robert Fripp, Brian Eno, Bill Laswell oder Klaus Schulze (alles alte Hasen) sehr schätze, hatte ich selbst noch nichts vom US-Pianisten Harold Budd gehört. Eine gute Gelegenheit also, um diese Wissens- und Erfahrungslücke zu schließen, und was könnte es da Besseres geben als 13 internationale Künstler, die Budd hier ganz persönlich Tribut zollen?

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The Mount Fuji Doomjazz Corporation – “Егор (Egor)”

27. April 2012 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Jazz-Grüße aus Moskau

Der Teaser ist kein billiges Wortspiel – das neue (Live-)Album der MOUNT FUJI DOOMJAZZ CORPORATION entstand tatsächlich in einer Livesession im DOM-Theater. Und irgendwie dokumentiert es eine interessante Wellenbewegung im Schaffen des mittlerweile zum Ensemble gewachsenen Projekts von Gideon Kiers und Jason Kohnen. Wir erinnern uns: Das erste Album war noch eine äußerst experimentelle Live-Ambient-Drone Geschichte, die mit Jazz im Prinzip nichts zu tun hatte, auch wenn Projektname und Albumtitel natürlich unschlagbar cool sind.

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Syndrome – “Now And Forever”

24. April 2012 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Emotionaler Mammutsong

Es dröhnt und wabert schon eine Weile bei SYNDROME, aber mit ihrem neuesten Werk “Now And Forever” dürfte ihnen ein kleines Meisterwerk gelungen sein, wenn auch nur ein relativ kurzes. Genaugenommen ist es nur ein Monster von einem Song, aber der hat es in sich. Mathieu Vandekerkhove (Amenra, Kingdom, Sembler Deah, Caan) hat diese Platte seinem Sohn gewidmet, und genau das dürfte auch der Grund sein, warum “Now And Forever” zum Emotionalsten und Tiefgründigsten zählt, was seiner Feder bisher entsprungen ist. Zusammen mit seinem Kollegen Colin H. van Eeckhout und Josh Graham (Neurosis, A Storm Of Light, Battle Of Mice) und noch einigen anderen kleinen Gastbeiträgen arbeitet er sich hier durch eine relativ einfache aber detailreiche Klangwelt.

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Max Bondi – “Convolution”

19. April 2012 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Minimalistisches Experimentalwerk

Schwierig, schwierig. MAX BONDI wirft uns mit seiner mathematikverliebten zweiten Platte einen ganz schön schwerverdaulichen Brocken vor die Füße. Statt Funktionsfaltung gibt es auf “Convolution” quasi Hirnfaltung. Das Album, welches in einer liebevoll hergerichteten und stark limitierten CD-Auflage erscheint, wird vor allem durch seinen Experimentalcharakter bestimmt.

Wer auf Drones, Feedbacks und Ambientschwingungen steht, kann hier vorsichtig ein Ohr riskieren.

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Petrels – “Haeligewielle”

14. Februar 2012 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Drones, Noises und Glockenspiel

Drone mit Silberblick. Das war eine meiner ersten Assoziationen. Was PETRELS’ Oliver Barrett (BLEEDING HEART NARRATIVE) auf “Haeligewielle” fabriziert hat, erinnert mich an eine ganze Reihe von Dronekünstlern, die beim US-Label Silber Records beheimatet sind. Vor allem Namen wie AARKTICA, REMORA oder SMALL LIFE FORM kommen mir da in den Sinn, aber auch Fans von Aidan Baker oder STARS OF THE LID sollten mal kurz weiterlesen.

Das Album, bereits 2011 als limitierte Auflage beim britischen Label Tartaruga Records erschienen, kennzeichnet sich durch weitläufige Drones, experimentellen Noise und diffuse Klangflächen, die sich trotz einiger Frequenzstörungen wie eine warme Decke über den Hörer legen.

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Niggas With Guitars – “Ethnic Frenzy”

21. Januar 2012 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Klangcollage als Prinzip

Obskurer Humor für obskure Musik. Liest man NIGGAS WITH GUITARS, wirkt das erstmal wie ein mentaler Stolperstein. Dazu kursieren verballhornende Fotocollagen im Netz, und einige Coverartworks lassen erkennen, dass es sich bei den ominösen Gitarren auch gern mal um schußgewaltige Bordkanonen handelt, mit denen man den Dschungel umpflügen kann. Einen echten Zusammenhang aber scheint es nicht zu geben, weder vom Namen zur Musik, noch zum Artwork oder den einzelnen Titeln. Die Collage ist also nicht nur visuell, sondern das Prinzip.

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Thisquietarmy – “Resurgence”

9. Dezember 2011 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Ein blubbernder, musikalischer Kreativ-Vulkan

Wer schon schlechte Erfahrungen mit Post-Rock gemacht hat, und dabei eher an Würfelmusik mit Plätschercharakter denken muss, der darf jetzt die Lauscher aufspannen. Zwar ist Eric Quach alias THISQUIETARMY aus Montréal kein selbsterklärter postmoderner Gitarrero, aber er streift die Gefilde, die in den letzten Jahren immer inflationärere Ausmaße angenommen haben. Quach widerstrebt es allerdings, szenekonforme Klanggebilde mit dem Charme eines Endlosreims zu entwerfen, sondern experimentiert an den Seiten mit einer Spielfreude und Verve, der ausgesprochen erfrischend ist.

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Aun – “Phantom Ghost”

26. Oktober 2011 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Willkommen im neuen Universum

WOW. Das war mein erster Eindruck, aber nicht etwa nach Hören dieser Platte, sondern bereits nach den ersten Sekunden. Sekundenbruchteile fragte ich mich noch, ob dies wirklich das neue Album von AUN ist, doch dieser Gedanke war sinnfrei wie überflüssig: Da lag sie vor mir, die edel gestaltete Digihülle, auf der unmißverständlich der Name des kanadischen Duos steht. AUN konnten mich zuletzt vor einem Jahr mit ihrem cinematischen Konzeptalbum “Black Pyramid” begeistern – jetzt, ein Jahr später sind sie wirklich ganz woanders. Weg aus New York 2095, ohne Raumschiffe und außerirdische Gottheiten.

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