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Exxasens – “Eleven Miles” (10,00 / 10)
valerie renayTake a look! http://www.youtube.com/watch?v =vViinMt156s
MEAuch hier gilt: die Version mit Bonus greifen! ‘Age Of Creation’ ist ein wunderbarer Achterbahn-Track,...
MEAuch für dieses Album gilt: die edle Digifassung mit Bonustrack ‘Tired Bones’ (lässig-schwerer...
Doom Metal
Paradise Lost – “Tragic Idol”
Liebeserklärung an PARADISE LOST
PARADISE LOST gehörten von Anbeginn zu den tastenden Bands, zu denen welche sich nie festlegen lassen wollten. Einflüsse aus Death Metal, Gothic (obwohl sie dafür zu gut und zu heavy sind) und Elektrodinosauriern der Achtziger fanden sich ebenso wie eine Hinwendung zu beinahe tanzbaren Grufttempelklängen. Es erstaunt daher nicht, dass Bands wie METALLICA (“Icon”), SISTERS OF MERCY (“One Second”) und DEPECHE MODE (“Host”) zu festen Einflussgrößen mutierten. Was mich betrifft, ich mochte alle Phasen dieser Band.
Auf den letzten Alben wandte sich die Band wieder ihrer bewährten düsteren Schwere zu, ohne jedoch die Liebe zu Loops und Eldridge ganz aufzugeben. Das nunmehr 13. Album “Tragic Idol” führt den dunklen Weg fort, allerdings wären PARADISE LOST nicht LOST PARADISE wenn sich nicht auch kleine Änderungen eingeschlichen hätten, beinahe unmerkbar, aber dem aufmerksamen Zuhörer nicht ganz verborgen bleibend. 
White Darkness – “Tokage”
Doomjazz abandoned
Mundharmonika, verzweifeltes Piano, vibrierendes Schlagwerk in Doom-Geschwindigkeit und verirrte, dissonante Klänge – dazu kryptische Songtitel, die mehr von der sterilen Kälte einer Programmiersprache denn einfühlsamer Poetik in sich tragen. Darkjazzer Jason Köhnens neues Projekt WHITE DARKNESS ist eine Herausforderung, eine experimentelle und seltsam subtile tour de force, auf der Metalfragmente an elektronischen Noisekulissen entlangschrammen.
“Tokage” ist voll von Déjà-vu-Momenten. Mal erinnern die zarten, verhallten Klänge an LYCIAs frühe Tage, ein anderes Mal driftet der kratzbürstige Flüstergesange in schwarze Gefilde, genau wie man es von Rachael Kozak alias Hekate in TREACHERY kennt. 
Kauan – “Kuu..”
Oden an finnischen Schwermut
Eine Name sagt mehr als 1000 Worte. Das finnische Wort “kauan” haben seinerzeit TENHI mit ihrem gleichnamigen, großartigen Album für sich “reserviert”, oder wenigstens in der Musikwelt sich selbst in das Feld der damit verbundenen Konnotationen eingeschrieben. Das russische Duo KAUAN hat sich dieser Metabedeutung bewusst für diesen Namen entschieden, musizieren sie doch in ähnlichen Gefilden wie ihre Brüder im Geiste. 
Valborg – “Barbarian”
Von Frostlandschaften zu Engelsmusik
Wenn ich’s mir recht überlege, sind VALBORG doch eine ziemlich unbequeme Band. Man kann sich an ihr reiben, sie ertragen und erleiden, in ihrer Musik aufgehen oder sie zum Teufel wünschen – doch irgendwie möchte man nicht darüber reden. VALBORG, die Antipille gegen Easy-Listening-Mentalität, ist eine der ganz wenigen Bands, denen es bereits mit einem Song gelungen ist, ihre eigene Identität zu definieren, in der großen Metalwelt ein kleines Achtungszeichen zu setzen. Nicht verwunderlich also, wenn auch ihr neues Werk “Barbarian” in dieser geheimnisvollen Aura schimmert, die sich klugen Reflektionen widersetzt. Nein, das muss man wirklich erleben. 
Jesu – “Infinity”
Ein musikalisches Drama in mehreren Akten
Der kreative Kopf bei JESU ist einzig und allein Justin Broadrick, auch bekannt durch seine Vorgeschichte bei den legendären GODFLESH und NAPALM DEATH. Ted Parsons (Ex-SWANS, Ex-PRONG) an den Drums sowie Diarmuid Dalton an den vier Saiten, die ihm normalerweise bei JESU zur Seite stehen, sind an “Infinity” allerdings nicht beteiligt. Hier übernahm Broadrick kurzerhand alle Instrumente selbst und hat demnach im kompletten Alleingang ein Album erschaffen, das mit einem einzigen Track rund 50 Minuten Spielzeit ausfüllt und sämtliche Facetten des bislang bekannten JESU-Sounds bedient. 
Rose Kemp – “Golden Shroud”
Eine dornige Rose, schräg und schön
QUEEN-artige mehrstimmige A Capella-Gesänge eröffnen das neue Album der Kultsängerin/Songwriterin ROSE KEMP. Der Opener und erster von drei Überlängetracks “Black Medik II” fährt knochigen Doom auf, ROSEs kraftvolle, manchmal, vor allem in den Screams an JANIS JOPLIN erinnernde Stimme und sehr eigenwillig-experimentelle Gesangseskapaden führen mitten hinein in die Dunkelkammer der Nebelhexe. 
Agonhymn – “Doom jazz”
Das Ende ist nah
Das australische Duo Liam Brewer (Drums) und Dav Byrne (Vocals, Guitars) präsentiert auf “Doom Jazz” einen einzigen, exakt 45 Minuten langen Track, der kurzerhand in sieben Segmente geteilt wurde, um das Format ‘Longtrack’ zu umgehen. Jazz, wie es der Tittel vermuten lässt, gibt es hier allerdings keineswegs zu lauschen, sondern eher eine sehr langsame, schleppende, kriechende Variante des Sludge mit deutlicher Ausrichtung gen, wer hätte es sich gedacht, (Doom) Metal. Das stilistische Programm ist somit erstellt und gibt die Bahn frei für einen sehr eng gesteckten Rahmen, den AGONHYMN auch hörbar auf gar keinen Fall verlasen wollten. 
Place Of Skulls – “As A Dog Returns”
Dröhnende Schwere des Südens
Seit dem letzten Lebenszeichen “The Black Is Never Far” sind vier Jahre in den Süden gezogen. Nun melden sich die Südstaatler PLACE OF SKULLS mit “As A Dog Returns” zurück. Die Mischung ist erdig, kernig, auch brachial zum Teil. Im Opener “The Maker” regiert Doom, und zwar der der besten Sorte. Die Gitarren sind tief gelegt, sensen langsam, aber effektiv. “Breath Of Life” eröffnet akustisch, atmosphärisch; immer hallt dumpfes Gebrumme hinter den stählernen Akkorden. Der Gesang gefällt mir sehr, denn weder haben wir es mit einem Kastrat noch einem Messiah Marcolin-Epigon zu tun. 
Seventh Void – “Heaven Is Gone”
Die neue SOUNDGARDEN?
Kenny Hickey? Jhonny Kelly? Da war doch was? Richtig, die beiden US-Buben waren Gitarrist und Schlagzeuger bei den verblichenen TYPE O NEGATIVE. SEVENTH VOID nennt sich ihre neue Kombo und selbige ist mitnichten als Nachfolger der Kultband zu verstehen. Denn im Gegensatz zu Petes (R.I.P.!) Flüster-, Hauch und charismatisch dunklen Vocals setzen SEVENTH VOID auf ausdrucksstark nölende Gesänge der Sorte Chris Cornell oder Robert Plant, darüber und darum herum türmen die Musiker felsiges Riffing nach Art von Toni Iommi und erinnern somit durchaus bisweilen an BLACK SABBATH in deren Dio-Phase. 
Mar De Grises – “Streams Inwards”
Harvester Of Sorrow, Pt. IV: Cordillera De La Costa
Ein weiteres Klassealbum von Season Of Mist möchte ich hier besprechen. Die Chilenen von MAR DE GRISES haben sich enorm weiterentwickelt; gefielen mir schon die Vorgängeralben, so muss ich nun sagen, dass diese Band mit “Streams Inwards” ein sehr hohes kompositorisches Level erreicht hat. Die stringente Mischung aus Doom, lavaartigem Death Metal und Postrock gelingt spielerisch leicht. Denn MAR DE GRISES haben neben den metallischen Leads immer auch einige hintergründig folkloristische Motive in der Backhand, welche den Songs eine elegische Note verleihen. 
Agalloch – “Marrow Of The Spirit”
Harvester Of Sorrow, Pt. II: Projektor
AGALLOCH aus den USA gehören eigenartigerweise seit Jahren zu den Kultbands innerhalb des Black Metal-Genre. Ob sie nun eher im Naturmusikalischen wildern, sich Klassikzitaten bedienen oder harscher Black Metal melancholische Urständ feiert, immer wurde kollektiv gejubelt seitens der sich gern philosophisch gerierenden Anhängerschar. Interessant war in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass AGALLOCH gern von Leuten gehört werden, welche auch NICK CAVE, CASH oder TOM WAITS zu ihren Favoriten zählen oder musikalische Mathematik der Sorte BJÖRK, PORTISHEAD oder NEUROSIS. Mir Philister gefielen die Alben von AGALLOCH auch, allerdings ganz konnte sich deren Magie mir nicht erschließen. “Marrow Of The Spirit” nun, das neue Album, eröffnet (erwartungsgemäß) mit Naturgeräuschen; Bachrauschen wird von Celloklängen kontrastiert (“They Escaped The Weight Of Darkness”). 
Griftegård – “Solemn, Sacred, Severe”
Kurzes Brodeln
Ein gutes Doom-Album gefällig? So etwas ist selten, daher diese herausfordernde Eingangsfrage… Nun, GRIFTEGÅRD können vielleicht abhelfen. Die Schweden orientieren sich an SOLITUDE AETURNUS, MY DYING BRIDE, CANDLEMASS und alten Rockgrößen der Sechziger. Schiefe Licks, ein zumeist behäbiges Tempo und die ausdruckstarke Klarstimme von Frontmann Thomas Eriksson bestimmen ein monotones, jedoch durchaus feines Hörerlebnis.
Gitarrenwände schieben sich voran, unaufhaltsam, zermalmend. Wo Death-Bands wie BOLT THROWER walzen, LIMBONIC ART mit Speed durch den Forst hecheln, könnte man GRIFTEGÅRD als Nachhut einsetzen. 
Sahg – “III”
Retro as fuck!
Die Norweger SAHG beehren uns mit ihrem simpel “III” betitelten Drittwerk. Nun, was hat sich im Vergleich zu den bisherigen beiden Veröffentlichungen geändert? Nicht viel im Grunde, allerdings das Wenige verändert die Ausrichtung ungemein: sie sind griffiger, grooviger, weniger psychedelisch geworden, die Buben aus Norwegen, rockiger sozusagen.
Denn noch mehr als früher orientieren sich SAHG an Old School-Szenegrößen wie WHITESNAKE, LED ZEPPELIN oder LUCIFER’S FRIEND. 
Poema Arcanus – “Telluric Manifesto”
Doom aus Chile
POEMA ARCANVS kommen aus Santiago, Chile und spielen eine richtig ordentliche Mischung aus Doom- und Death Metal. Schleppende Song-Konstruktionen werden mit teils groovigen, teils Midtempo-lastigen Passagen ergänzt und formieren sich zu einer gefährlich wirkenden Suppe, die intensiv auf den Hörer einwirkt. Zwar sind sie noch etwas entfernt davon, zur oberen Klasse zu gehören, aber der Weg ist bekanntlich das Ziel. 
Cathedral – “The Guessing Game”
Der Fremde im Zug, letzte Passage
Ein düsteres Intro mit Babygeschrei führt in das sperrige, mutig als Opener eingesetzte “Funeral Of Dreams”. Sowas können sich nur die Buben von CATHEDRAL einfallen lassen. Dorian setzt Akzente mit seiner stoisch monoton agierenden Klarstimme; es hagelt Breaks, seltsame Wendungen, Jazz, Zirkus, Doom, immer wird an der Wahnsinnsschraube gedreht. Zugänglich klingt anders. Lee Dorian und Co. schert das nicht. Die Hammonds erinnern kurz an DEEP PURPLES “Child In Time”, hört gut hin und ihr versteht, wetten? Haben wir die Verrücktheit des Openers hinter uns, erscheint das “Painting In The Dark”. Nun legen die Briten los, Bass, Drums, Gesang, heavy, stoned, griffig, geil! Der Chorus bremst ein, sehr gewöhnungsbedürftig. Aber gut! 







