

MattHätte man kaum besser ausdrücken können. Fantastisches Album. Hier stimmt alles.
MattNach häufigem Hören des Albums muss ich von einer klaren Enttäuschung sprechen. Aalglatte Kompositionen, die...
WraithWarum soll das Modell einer Populationskontrolle generell schlecht sein, nur weil es in unseren Gesellschaften...
Cultura Tres – “Rezando Al Miedo”
Schwere Kost mit psychedelischer Note
Die Doom-Sludger aus Venezuela mit Faible für psychedelische Töne sind zurück. Mit ihrem Vorgängeralbum “El Mal Del Bien” haben sie auch in unseren Breitengraden für Aufsehen sorgen können, was ihnen u.a. auch einen Deal beim britischen Label Devouter Records beschert hat. Die schieben nun bereits nach einem halben Jahr das neue Werk “Rezando Al Miedo” nach, welches sich offenkundig mit der Zeit der spanischen Konquistadoren auseinandersetzt.
CULTURA TRES setzen dabei auf bewährte Zutaten: Schwerlastige Doomriffs vermengen sich mit grobschlächtigem Sludge zu einer atmosphärischen, intensiven Melange. 
Cultura Tres – “El Mal Del Bien”
Doom-Sludger aus Venezuela
Freunde gepflegter Doom/Sludge-Orgien aufgepasst: Aus Venezuela beehren uns CULTURA TRES mit einem hörenswerten Brocken von Album. “El Mal Del Bien” genießt nicht nur wegen seiner Herkunft einen leichten Exotenstatus, sondern vor allem wegen seiner Qualität, mit der sich die Band nicht hinter international bekannten Namen verstecken muss. Das Teil rockt nämlich so derb, heavy und düster, dass einem schon beim ersten Durchlauf die Ohren schlackern dürften. 
Daylight Dies – “A Frail Becoming”
In Somnium Park
DAYLIGHT DIES sind eine Band aus den USA, welche schwedisches (und finnisches!) Erbe kultivieren. Und mit “A Frail Becoming” liefert diese Combo ein feines Opus ab. Man könnte sagen, dass sie an ganz alte KATATONIA erinnert, an frühere OPETH, SWALLOW THE SUN und ein wenig an INSOMNIUM, ohne deren Euphorie zu adaptieren allerdings. DAYLIGHT DIES tönen dunkel, bieten schweres Regen-Herbst-Riffing und sehr traurige Melodiebögen im Chorus. Sehr gern bauen die US-Buben filigrane, sehr anspruchsvolle Gitarrensoli in die Songs ein, welche manchmal, und das ist wirklich gut gelungen, sich richtig austoben dürfen. 
My Dying Bride – “A Map Of All Our Failures”
Trauerspiel
MY DYING BRIDE überzeugen auch nach 20 Jahren auf ganzer Linie. Meine Güte, was hat diese Band wieder für ein tolles neues Album erschaffen! “A Map Of All Our Failures” (feiner Titel) eröffnet mit “Kneel Till Doomsday”, einem Song, der alle Stärken der Band bündelt. Der monotone Gesang, ein beinahe jazzartiger Einschub, die Death Metal-Explosion (und Aaron growlt ja bekanntlich superb), dann das schleppende Finale. MY DYING BRIDE variieren gekonnt, man erkennt die ein oder andere Passage, doch es ist ein Wiederhören mit dem besten Freunde sozusagen; es löst angenehme Emotionen aus. 
Planks – “Funeral Mouth”
Deutsche Gräber
Ich habe mir mit dem zwei-wörtigen Teaser wirklich Mühe gegeben. Aber um das metaphorische Rätsel gleich aufzulösen: PLANKS sind quasi das deutsche Gegenstück zu TOMBS (mit denen sie passenderweise schon eine Split geteilt haben). Die Nordamerikaner haben mich damals mit ihrem Debüt “Winterhours” absolut umgeblasen. Diese Mischung aus Doom, Black, Sludge und ungezügelter Hardcore-Aggression mit einem derartigen Arschtreter-Sound hatte ich so noch nie gehört. Deshalb schon jetzt danke an euch, PLANKS, dass ihr das genauso geil draufhabt! 
Switchblade – “[2012]“
Schwerere Kost
“Weniger ist mehr” ist ihr Kredo. Das fängt schon bei den Albumtiteln der Schweden an, denn die gibt es nicht. Und seit 2010 arbeiten die sie nur noch als Duo, haben sich für ihr sechstes Album allerdings ein paar namhafte Gäste eingeladen. Per Wiberg (ex-OPETH, SPIRITUAL BEGGARS, CLUTCH, CANDLEMASS) darf sich auf der Hammond orgel verewigen, ansonsten regnet es kleine Klangpuzzleteile von The Cuckoo (TERRA TENEBROSA) und David Johansson (KONGH, THE ETERNAL VOID) während der ehemalige KATATONIA-Recke Lord Seth ein paar Gesangsfetzen beisteuern darf. 
Echoes Of Yul – “Cold Ground”
Gelobt sei, was monumental macht!
Dass wir hier auf GODFLESH, JESU und KHANATE stehen, dürfte kein Geheimnis mehr sein. Dass auch die Polen von ECHOES OF YUL etwas für die Werke von Justin K. Broadrick und James Plotkin übrig haben, daraus machen sie keinen Hehl. Ersterer dürfte eine der Hauptinspirationsquellen für sie sein, und letzterer hat sogar ihre aktuelle Platte gemastert. Da kommt zusammen, was zusammen gehört.
ECHOES OF YUL stehen nämlich für alles, was hart und monumental macht. Ein bisschen Drone, ein wenig Noise, deutliches Doom-Sludge-Feeling, und irgendwie hängt auch Post-Metal mit drin. 
Ereb Altor – “Gastrike”
Winter is coming soon
So episch, melodisch und heldisch wie auf “Gastrike” waren EREB ALTOR noch nie. Die skandinavische Horde erschafft mit Vorliebe schauerliche Atmosphäre, klar. Es schneit, ist kalt, der Weg zum Gipfel voller kantig-rauer Felsgrate. Zudem lauert da etwas. Dennoch, immer ist da auch ein Leitmotiv, eine Strömung, die ins Optimistische hinein rankt. Das Rezept ist natürlich alles andere als neu.
Doch EREB ALTOR erschaffen ganz nette Kompositionen. Das unterscheidet sie von melodischem Black Metal der Neuzeit. Sie überladen die Tracks nicht allzu sehr. Heroische Chöre, Breaks und verspielte Passagen zeigen, dass die bösen Buben diverse Einflüsse verarbeiten und daraus eine eigenartig hymnische Melange zubereiten. 
Paradise Lost – “Tragic Idol”
Liebeserklärung an PARADISE LOST
PARADISE LOST gehörten von Anbeginn zu den tastenden Bands, zu denen welche sich nie festlegen lassen wollten. Einflüsse aus Death Metal, Gothic (obwohl sie dafür zu gut und zu heavy sind) und Elektrodinosauriern der Achtziger fanden sich ebenso wie eine Hinwendung zu beinahe tanzbaren Grufttempelklängen. Es erstaunt daher nicht, dass Bands wie METALLICA (“Icon”), SISTERS OF MERCY (“One Second”) und DEPECHE MODE (“Host”) zu festen Einflussgrößen mutierten. Was mich betrifft, ich mochte alle Phasen dieser Band.
Auf den letzten Alben wandte sich die Band wieder ihrer bewährten düsteren Schwere zu, ohne jedoch die Liebe zu Loops und Eldridge ganz aufzugeben. Das nunmehr 13. Album “Tragic Idol” führt den dunklen Weg fort, allerdings wären PARADISE LOST nicht LOST PARADISE wenn sich nicht auch kleine Änderungen eingeschlichen hätten, beinahe unmerkbar, aber dem aufmerksamen Zuhörer nicht ganz verborgen bleibend. 
White Darkness – “Tokage”
Doomjazz abandoned
Mundharmonika, verzweifeltes Piano, vibrierendes Schlagwerk in Doom-Geschwindigkeit und verirrte, dissonante Klänge – dazu kryptische Songtitel, die mehr von der sterilen Kälte einer Programmiersprache denn einfühlsamer Poetik in sich tragen. Darkjazzer Jason Köhnens neues Projekt WHITE DARKNESS ist eine Herausforderung, eine experimentelle und seltsam subtile tour de force, auf der Metalfragmente an elektronischen Noisekulissen entlangschrammen.
“Tokage” ist voll von Déjà-vu-Momenten. Mal erinnern die zarten, verhallten Klänge an LYCIAs frühe Tage, ein anderes Mal driftet der kratzbürstige Flüstergesange in schwarze Gefilde, genau wie man es von Rachael Kozak alias Hekate in TREACHERY kennt. 
Kauan – “Kuu..”
Oden an finnischen Schwermut
Eine Name sagt mehr als 1000 Worte. Das finnische Wort “kauan” haben seinerzeit TENHI mit ihrem gleichnamigen, großartigen Album für sich “reserviert”, oder wenigstens in der Musikwelt sich selbst in das Feld der damit verbundenen Konnotationen eingeschrieben. Das russische Duo KAUAN hat sich dieser Metabedeutung bewusst für diesen Namen entschieden, musizieren sie doch in ähnlichen Gefilden wie ihre Brüder im Geiste. 
Valborg – “Barbarian”
Von Frostlandschaften zu Engelsmusik
Wenn ich’s mir recht überlege, sind VALBORG doch eine ziemlich unbequeme Band. Man kann sich an ihr reiben, sie ertragen und erleiden, in ihrer Musik aufgehen oder sie zum Teufel wünschen – doch irgendwie möchte man nicht darüber reden. VALBORG, die Antipille gegen Easy-Listening-Mentalität, ist eine der ganz wenigen Bands, denen es bereits mit einem Song gelungen ist, ihre eigene Identität zu definieren, in der großen Metalwelt ein kleines Achtungszeichen zu setzen. Nicht verwunderlich also, wenn auch ihr neues Werk “Barbarian” in dieser geheimnisvollen Aura schimmert, die sich klugen Reflektionen widersetzt. Nein, das muss man wirklich erleben. 
Jesu – “Infinity”
Ein musikalisches Drama in mehreren Akten
Der kreative Kopf bei JESU ist einzig und allein Justin Broadrick, auch bekannt durch seine Vorgeschichte bei den legendären GODFLESH und NAPALM DEATH. Ted Parsons (Ex-SWANS, Ex-PRONG) an den Drums sowie Diarmuid Dalton an den vier Saiten, die ihm normalerweise bei JESU zur Seite stehen, sind an “Infinity” allerdings nicht beteiligt. Hier übernahm Broadrick kurzerhand alle Instrumente selbst und hat demnach im kompletten Alleingang ein Album erschaffen, das mit einem einzigen Track rund 50 Minuten Spielzeit ausfüllt und sämtliche Facetten des bislang bekannten JESU-Sounds bedient. 
Rose Kemp – “Golden Shroud”
Eine dornige Rose, schräg und schön
QUEEN-artige mehrstimmige A Capella-Gesänge eröffnen das neue Album der Kultsängerin/Songwriterin ROSE KEMP. Der Opener und erster von drei Überlängetracks “Black Medik II” fährt knochigen Doom auf, ROSEs kraftvolle, manchmal, vor allem in den Screams an JANIS JOPLIN erinnernde Stimme und sehr eigenwillig-experimentelle Gesangseskapaden führen mitten hinein in die Dunkelkammer der Nebelhexe. 
Agonhymn – “Doom jazz”
Das Ende ist nah
Das australische Duo Liam Brewer (Drums) und Dav Byrne (Vocals, Guitars) präsentiert auf “Doom Jazz” einen einzigen, exakt 45 Minuten langen Track, der kurzerhand in sieben Segmente geteilt wurde, um das Format ‘Longtrack’ zu umgehen. Jazz, wie es der Tittel vermuten lässt, gibt es hier allerdings keineswegs zu lauschen, sondern eher eine sehr langsame, schleppende, kriechende Variante des Sludge mit deutlicher Ausrichtung gen, wer hätte es sich gedacht, (Doom) Metal. Das stilistische Programm ist somit erstellt und gibt die Bahn frei für einen sehr eng gesteckten Rahmen, den AGONHYMN auch hörbar auf gar keinen Fall verlasen wollten. 




