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Exxasens – “Eleven Miles” (10,00 / 10)
valerie renayTake a look! http://www.youtube.com/watch?v =vViinMt156s
MEAuch hier gilt: die Version mit Bonus greifen! ‘Age Of Creation’ ist ein wunderbarer Achterbahn-Track,...
MEAuch für dieses Album gilt: die edle Digifassung mit Bonustrack ‘Tired Bones’ (lässig-schwerer...
Ambient
Dale Cooper Quartet and The Dictaphones – “Métamanoir”
Licht ins Dunkel
Vor einem Jahr haben uns Denovali bereits zum Vorglühen gebracht, nun ist fünf Jahre nach “Parole De Navarre” endlich das zweite Album vom DALE COOPER QUARTET erschienen. Dark Jazz und Ambient lautete einst die Losung, der die Franzosen auch heute noch treu sind. Doch das Leben ist nicht ohne Veränderungen, und so ist es auch die Musik. Schon die ersten Töne von “Métamanoir” lassen erkennen, dass sich das Kollektiv vom düster zelebrierten Cool Jazz entfernt hat und nun auf gewisse Weise wesentlich aufgeschlossener klingt. 
Thisquietarmy – “Resurgence”
Ein blubbernder, musikalischer Kreativ-Vulkan
Wer schon schlechte Erfahrungen mit Post-Rock gemacht hat, und dabei eher an Würfelmusik mit Plätschercharakter denken muss, der darf jetzt die Lauscher aufspannen. Zwar ist Eric Quach alias THISQUIETARMY aus Montréal kein selbsterklärter postmoderner Gitarrero, aber er streift die Gefilde, die in den letzten Jahren immer inflationärere Ausmaße angenommen haben. Quach widerstrebt es allerdings, szenekonforme Klanggebilde mit dem Charme eines Endlosreims zu entwerfen, sondern experimentiert an den Seiten mit einer Spielfreude und Verve, der ausgesprochen erfrischend ist. 
Kuedo – “Severant”
Dubstep Synthesizer im Blade-Runner-Grid
Dubsteb goes retro? Oder doch futuro? Jamie Teasdale war (und ist immer noch) zu 50% VEX’D, die einst das stumpf-stupide Mainstreamgebolze auf die dunkle Seite der Macht zogen. Beats bekamen endlich Atmosphäre, und die hatte es auch dank des feiner definierten Einsatzes von Synthesizern in sich. Teasdale heißt nun KUEDO und hat mit “Severant” einen Entwurf vorgestellt, wie sich die Zukunft anhören könnte. Und wie so oft, liegt bei post-modernen Pionierarbeiten die Wahrheit in der Vergangenheit. Nicht, weil sich alles wiederholt, aber weil eben auch die zartesten Bäume irgendwo und irgendwann erst einmal Wurzeln schlagen. 
Aun – “Phantom Ghost”
Willkommen im neuen Universum
WOW. Das war mein erster Eindruck, aber nicht etwa nach Hören dieser Platte, sondern bereits nach den ersten Sekunden. Sekundenbruchteile fragte ich mich noch, ob dies wirklich das neue Album von AUN ist, doch dieser Gedanke war sinnfrei wie überflüssig: Da lag sie vor mir, die edel gestaltete Digihülle, auf der unmißverständlich der Name des kanadischen Duos steht. AUN konnten mich zuletzt vor einem Jahr mit ihrem cinematischen Konzeptalbum “Black Pyramid” begeistern – jetzt, ein Jahr später sind sie wirklich ganz woanders. Weg aus New York 2095, ohne Raumschiffe und außerirdische Gottheiten. 
Birds Of Passage and Leonardo Rosado – “Dear And Unfamiliar”
Träume im Äther
Kennt noch jemand die großartigen TRANSIENT WAVES? Mehr als zehn Jahre lang habe ich mich gefragt, ob es jemals eine Band schaffen könnte – wenn es schon das Trio aus Dearborn nicht mehr tut – noch einmal so bezaubernd schöne, regelrecht himmlische Musik voll engelsgleicher Anmut auf einem Tonträger festzuhalten. Wer das letzte, im Nachhinein betrachtet viel zu kurz geratene Werk “Sonic Narcotic” noch in guter Erinnerung hat, weiß, dass derlei spirituell angehauchte Superlative kein bisschen übertrieben sind. Mehr als zehn Jahre lang – und dann kommt ein Album wie “Dear And Unfamiliar” um die Ecke. 
Sula Bassana & Modulfix – “Brain Wash”
Psychedelischer Wäschezauber
Gehirnwaschanlage auf Schleudergang, dazu psychedelische Tabs und noch ein Tröpfchen Glück – und sobald sich die Trommel dreht, entsteht ein kirmesbunter Wirbel mit der Energie eines schwarzen Loches. Saugt dich ein und spuckt dich aus in Narnia. Oder wo auch immer die Socken ständig verschwinden, bis sie die Erde in einer lang geplanten, groß angelegten Invasion wieder heimsuchen.
Wenn SULA BASSANA zusammen mit Modulfix (ZONE SIX) und Frau Komet musizieren, muss der aurale Waschgang zwangsweise das Gehör verfärben. Der resultierende Gehirnsalat dekoriert sich dann irgendwo zwischen Schulze, Namlook und ELECTRIC MOON. 
Sankt Otten – “Gottes Synthesizer”
Wir fahren auf Gottes Autobahn
Es ist nicht alles Gott was glänzt, aber ist möglicherweise das, was SANKT OTTEN fabriziert haben, göttlich? Soweit möchte ich mich dann doch nicht aus dem Gebetsturm lehnen, zumindest was den religiösen Teil der Semantik betrifft. Denn natürlich ist es mittlerweile völlig legitim, beim deutschen Synthesizer-Duo zu solch sakralen Superlativen zu greifen. Sie füllen eine Lücke in der hiesigen Musiklandschaft, eine Leerstelle, die nicht mal durch Dinosaurier wie Klaus Schulze oder Pete Namlook besetzt werden konnte – und SANKT OTTEN mussten dafür nicht mal 10 Alben pro Jahr veröffentlichen. 
Psychomanteum – “Oneironaut”
Der Traumreisende
Eigentlich war es längst an der Zeit, dass sich ein Ambientkünstler diesem Thema verschreibt. Nun sind Träume zwar schon oft Gegenstand oder wenigstens eine Assoziation von Alben in diesem weitläufigen Genre gewesen, aber das Duo PSYCHOMANTEUM aus Pennsylvania legt sich auf seinem Debütalbum ganz eindeutig fest: “Oneironaut”. 
Parhelion – “Midnight Sun”
Ode an die mystischen Landschaften des Nordens
Kein schlechter Zufall – bei TRIANGULAR ASCENSIONs “Leviathan Device” sangen die Wale ihr Requiem, auf “Midnight Sun” wird ihnen selbst ein Stück gewidmet. Hinzu kommen noch Erinnerungen an die Expedition der Nord-West-Passage durch schwedische Schrägmusiker, und das Bild ist perfekt.
PARHELION ist das Ergebnis von nächtelangen Studiosessions, in denen sich die entstandenen Klänge irgendwann von ihrer kanadischen Ursprungsband TUNTURIA lösten. 
Owl – “Owl”
Rituelles Rohmetall
Ein bisschen sieht ja das Cover aus wie die Brücke zur Hornburg. Doch ginge man durch das mächtige Holztor, würde man nur noch auf die Skelette der Rohirrim treffen, und jeglicher Schimmer von Hoffnung in Mittelerde wäre verblasst. Und ein bisschen ist das, was OWL uns hier kredenzen, wie der Rohstahl, aus dem die Zeitgeister ihre Waffen schmieden. Klobig, korrosiv, ganz ohne Lack und Glanz, und dazu mit einer Attitüde, bei der die Kollegen im Vergleich geradezu versöhnlich wirken. 
Forgotten Live in Death Paradise – “One Way Ticket To The Paradise”
Ambient Post-Rock
Schön, worüber manchmal beim Stöbern im größten Musikarchiv der Welt mitunter stolpert. Kleine Stolpersteine, ausgelegt von Solokünstlern, die für ihr Schaffen nicht einen müden Cent verlangen. Ich kann mich zwar nicht mehr daran erinnern, wonach ich genau gesucht hatte, aber an einen Brasilianer, der ganz unbekümmert Post-Rock mit Synthesizern und Elektronik kreuzt, hätte ich nie gedacht.
Rafael Simmons aus São Paulo nennt als Einflüsse unter anderem NIN, 65daysofstatic, The Cure und The Crystal Method. Wenn man dann Dancebeats und Santana-Licks im Paarlauf hört, merkt man, dass er das durchaus ernst meint. 
Olekranon – “Bilal”
Klanggewalt in Aquarellfarben
Ein Projekt, von dem es keine Webpräsenz zu finden gibt, und dessen Label ebensowenig in der digitalen Sphäre vorhanden. Das ist auch mal konsequent. Die analog-zu-digital Propaganda scheint dennoch ganz gut zu funktionieren, denn über OLEKRANON, das Projekt des US Amerikaners Ryan Huber, wurde schon so einiges geschrieben. Huber ist u.a. auch als BOBCRANE, VOLPAT und GRATTON aktiv. Wenn ich nicht ganz daneben liege, müsste “Bilal” sein bisher viertes Album als Olekranon sein. 
Dakota Suite & Emanuele Errante – “The North Green Down”
Wenn Emotionen Musik schreiben
Manche Alben erzählen eine Geschichte… und manche Alben haben eine Geschichte. “The North Green Down” ist die Geschichte eines Verlustes, einer menschlichen Tragödie, die Geschichte von Schmerz, Erinnerung und Katharsis. Ein Todesfall in der Familie von Chris Hooson war der Anlass, die Motivation ein Album zu schaffen, welches am Ende ein traurig-schönes Zeugnis von Vergänglichkeit und Hoffnung ist. Eine Reise durch persönliches Leid, an deren Ende Erleichterung steht. Kein Schmerz ohne Erlösung, kein Hinabgleiten in den Abgrund sondern das Durchleben von Emotionen, die zutiefst menschlich sind. 
Dale Cooper Quartet And The Dictaphones – “Parole De Navarre”
Dark Jazzbient
Wenn gute Musik kein Geheimtipp bleiben soll, muss der Liebhaber ein bisschen nachhelfen. Der Liebhaber ist das sympathische Label Denovali Records, die schon das eine und andere Mal eine Platte neu aufgelegt haben, die sonst wohl in der Senke des Vergessens verschwunden wäre. Mit “Parole De Navarre” von DALE COOPER QUARTET AND THE DICTAPHONES hat man sich nun eine weitere Perle an Land gezogen, die bereits 2006 auf dem kleinen französischen Label Diesel Combustible erschienen ist. 
Blackfilm – “Blackfilm”
Filmreife Vorstellung
Hebt man Musik auf die Stufe eines Soundtracks, scheint das Erlebnis gleich ein ganz anderes, besseres zu sein. Kopfkino, cinematische Musik, bewegte Bilder im Geiste, hervorgerufen kraft der Klänge durch freie Assoziationen. Nicht alles, was damit gelabelt wird, taugt wirklich zur akustischen Illustration von Bildergeschichten, aber im Fall des ungarischen Künstlers BLACKFILM, der sich keinen passenderen Namen hätte auswählen können, kann man dieses Attribut zweifelsfrei verwenden. 








