

-
Gratis Post-Rock Sampler von NBHAP.com (10,00)
Kampfar – “Mare” (9,00)
MattHätte man kaum besser ausdrücken können. Fantastisches Album. Hier stimmt alles.
MattNach häufigem Hören des Albums muss ich von einer klaren Enttäuschung sprechen. Aalglatte Kompositionen, die...
WraithWarum soll das Modell einer Populationskontrolle generell schlecht sein, nur weil es in unseren Gesellschaften...
Neil Young – “Mirror Ball”
Er wird als der ‘Godfather des Grunge’ bezeichnet und mit einem kleinen Verweis darauf, dass NEIL YOUNG bereits lange Zeit Musik machte, bevor der Begriff Grunge überhaupt in Verbindung mit einem Musikstil gebracht wurde, kann man das mit Abstrichen so gelten lassen. Seine Musik ist einfach, gut nachvollziehbar, ehrlich und ohne Hit-Attitüde. Einfache Rocksongs frei von der Leber weg. Das ist halt das, was die Musik von NEIL YOUNG stets ausmachte, ohne doppelten Boden, ohne Kalkül, ohne auf den Hit zu schielen. Natürlich sind es auch die kritischen Texte, die als mindestens ebenbürtig zur musikalischen Leistung zu sehen sind und vielleicht sogar gewichtiger erscheinen als die Musik selbst. 
Pearl Jam – “Lost Dogs”
Über die Seattle-Ikonen braucht man weder großartig Worte verlieren, noch ihren langen Weg an die Spitze der Alternative-Rock-Szene erklären, denn jeder, der Musik hört und stilübergreifend interessiert ist, muss mit dem Namen PEARL JAM schon einmal konfrontiert worden sein, irgendwie, irgendwo, irgendwann. Vorzeigesongs wie “Alive”, “Even Flow”, “Dissident” oder “Rearviewmirror” sind jedem von uns sicherlich hier oder da schon einmal über den Weg gedudelt. Ihre Alben “Ten”, “Vs.” und und und erhielten haufenweise Auszeichnungen und sinnbildliche Verneigungen in Funk, Fernsehen, Printmedien und Internet. PEARL JAM waren und sind an der Spitze. Sie halten sich dort schon über viele Jahre und das mit einer erstaunlichen Sicherheit und Loyalität der Fans, obwohl sie schon lange vom großen Stadionsound abgerückt sind. 
Doggerland – “No Mind On Its Own”
Heißer Alternative-Tipp aus Norwegen
Ganz neu, ganz frisch! Alle mal kurz herhören, die neuen Alternative Rock gebrauchen können (wenn schon Altmeister wie TOOL ewig nicht aus der Knete kommen): Mit DOGGERLAND macht sich eine vielversprechende Band aus Oslo auf den Weg, die Welt zu erobern. Die Debüt-EP des Quintetts (die man eigtl. schon als Minialbum bezeichnen könnte) besticht mit einer vielschichtigen Mixtur aus düsteren, schweren Klängen und subtilen Details. Während man schon beim Einstiegsriff von “Dog” die Inspirationen alter Helden durchschimmern sieht, ist das nur der Auftakt für viel mehr. DOGGERLAND mögen progressive Spielereien, sie mögen es komplexer, nicht ohne auf ganz knallharte, eingängige Passagen zu setzen, mit denen sie an den besten Stellen einfach drauf losrocken. 
Groombridge – “Panic: We Are Hanging Here…”
Große Rockkunst
Habe ich den Schweizern Unrecht getan, als ich sie bis vor kurzem noch als Indie-Rocker tituliert habe? Mögen sie nicht. Akzeptiere ich ob der Schwammigkeit des Begriffs. Und nach einigen Durchläufen ihres Neulings “Panic: We Are Hanging Here…” verstehe ich auch, warum sich die Jungs näher am großen Bruder Alternative Rock sehen als bei College Rock Pionieren oder den Bands, die den Kanal voll hatten von Post-Punk und Synthpop. Derlei Zutaten hört man bei GROOMBRIDGE nicht, dafür eine gerade zu herausfordernde Offenheit, die dem Hörer allerdings mehr zu bieten hat, als ihm abverlangt. 
Artificial Superstition – “Artificial Superstition”
Vielseitige Alternative-Rocker
Also das Cover der Platte ist schon eigenartig. “Künstlicher Aberglaube”, und dann eine Szenerie wie Horrorfilm meets Wildunfall in der Pampa. Sieht natürlich beinhart nach Alternative Rock aus, oder was habt ihr gedacht? Was die Schweizer sich dabei gedacht haben, kann ich höchstens erahnen, viel interessanter als das Cover finde ich jedenfalls, was die Band musikalisch so treibt. Mit “Where Do I Belong” starten sie nämlich sehr alternative-rockig, und zwar so, dass sich der Sänger an Layne Staley erinnert, während die Instrumente ein Jubiläumstribut an RAGE AGAINST THE MACHINE anstimmen wollen. So ein bisschen jedenfalls. 
Alvin Zealot – “Flux”
Reife Leistung!
Willkommen zurück, Jungs! Ehrlich, ich bin wirklich froh über “Flux”, allein schon weil es einfach da ist. Denn nicht immer folgen großartigen Debüts großartige Nachfolger. Nicht selten folgt nämlich gar nix mehr – so sieht’s jedenfalls bisher bei den Landsleuten von MONOREV aus. Auch ALVIN ZEALOT standen laut aktueller Bandbiografie schon kurz vor akuten Auflösungserscheinungen, bis sich die Schweizer im Frühjahr dieses Jahres endlich am Riemen gerissen haben. Album komm’ raus, jetzt oder nie! 
Germ – “Loss”
Positive Depressionen
Vor gut einem halben Jahr stellte sich GERM mit “Wish” der Welt vor, nun steht schon das neue Werk in den Startlöchern. Kein Album, eine EP, aber mit gut 35 Minuten wirklich bis zum Rand einer vollwertigen Veröffentlichung gefüllt. Seinen mit “Wish” eingeschlagenen Weg setzt der Australier konsequent fort – und der führt ihn vor allem weg vom Black Metal, weg von aller Finsternis, noch deutlicher als auf seinem Debütalbum. Schon die ersten beiden Stücke “My Only Hope” und “So Lonely, Dead Lonely” geizen nicht melodischer Stärke und regelrechter positiver Energie, auch wenn sich das vermutlich nicht in den Texten niederschlägt. Zu diesem Kontrast gesellen sich auch die extremen Schreie im Gesang, die vor diesem atmosphärischen Hintergrund manchmal schon etwas deplatziert wirken. Aber wenn es positive Aggression gibt, dann wohl auch positive Depression. 
Sonic Youth – “Daydream Nation”
Nation der Träumer
Die New Yorker Individualisten SONIC YOUTH waren noch nie jedermanns Sache. Viele tun ihre sehr eigenwillige Musik als Krach oder Schrammel-Rock ab, beschreiben die Band als viel zu sehr Abseits vom Strom, zu schwierig, zu schräg, zu wirr, zu stur, zu dreckig, zu ungerade, zu laut, zu punkig, zu “…” (bitte eigens kreierte Abwertungen eintragen). Meiner Ansicht nach sind genau diese Kritikpunkte die positiven Eigenschaften der Band. Sie gehen ihren eigenen Weg, ohne nach links und rechts zu schielen, ohne darauf zu achten, was so im Mainstream passiert, was andere machen und was derzeit Hip ist. Nicht umsonst geben erstaunlich viele Größen der alternativen Rockszene SONIC YOUTH als großen Einfluss an. NIRVANA zum Beispiel wurden als Vorband der New Yorker bekannt und haben sich stets auf sie berufen. 
Ampersphere – “Blue Amperience”
Alternative Rocker mit Prog-Einschlag
Wenn man sich die Promomappe von AMPERSPHERE anschaut, dann merkt man, dass man es hier mit absoluten Überzeugungstätern zu tun hat. Kein Wunder also, dass “Blue Amperience” schon einige Würdigungen einheimsen konnte. Die deutschen Alternative Rocker (die sich diesen Namen auch redlich verdienen), wurden beim Deutschen Rock und Pop Preis im Dezember 2011 in der Kategorie “Bestes Alternative Album” ausgezeichnet, und auch in der Liste der besten Rockalben platzierte man sich weit vorn – und das ganz ohne Labelunterstützung. 
Gatherer – “So Be It”
Experimente mit Rock
Einen experimentell modernen Mix aus Core, Noise Rock, Prog- und Alternative Rock bieten die Neuseeländer GATHERER auf ihrem Album “So Be It”. Sie scheuen sich nicht davor, mutige Sprengsel von Jazz- oder anderen nicht-rockigen Elementen einzuflechten, übrigens ohne sich dabei zu verzetteln. Erstaunlicherweise funktioniert diese stilistische Vielfalt nämlich ganz gut und so wirr und gekünstelt das alles auf den ersten Eindruck wirkt, so natürlich, offen und versiert kommen die Musiker mit ihrer Musik tatsächlich rüber. 
Monsters Of The Ordinary – “On The Edge And Beyond”
Kein staubiger Rock, aber dafür leicht bläulich; zumindest verbal
Aus Wien kommen MONSTERS OF THE ORDINARY und sie fühlen sich dem mittlerweile relativ ausgedehnten Genre Stoner Rock zugehörig. Nun, so ganz einfach geht mir die Zusage diesbezüglich nicht über die Lippen. Die Band spielt durchaus mit Stoner-Melodien und -Riffs, lässt dabei aber den Schmutz, den Sand und die Wüste völlig außen vor. Zudem würde ich den Sänger so gar nicht in die Stoner-Ecke stecken, sondern eher in die Blues- oder Hard-Rock-Schublade schieben. Das Wort Schublade soll an dieser Stelle nicht böse klingen, denn Die Stimme des Monstersängers ist richtig gut, erinnert mich hier und da sogar an MENTAL HIPPIE BLOOD. Ohnehin erinnert die Musik der Jungs häufiger an genannte, leider aufgelöste Rock-/Metal-Fraktion. Wie dem auch sei, Vergleiche hin oder her, MONSTERS OF THE ORDINARY sind für mich keine reine Stoner-Truppe. 
Earthlimb – “Origin”
Schwerlastige Ursprünge
Was für ein listiger Fingerzeig auf dem Cover. Fliegende Schweine, sowas gibt’s nur im Land des Rinderwahnsinns. Was EARTHLIMB auf ihrem Debüt “Origin” in gut drei Jahren angehäuft haben, ist dagegen unbedenklich, auch von Gammelfleisch keine Spur, wohl eher bekannte Gesichter. Hauptfigur ist nämlich der ehemalige Gitarrist der deutschen Melo-Death-Metalcoreknaben FEAR MY THOUGHTS, Patrick Hagmann. Hagmann hat’s richtig gemacht. Ist nicht auf die Auflösung seiner alten Band gemünzt, sondern auf die Zeit danach. Was könnte es schließlich besseres geben, als sich im Studio einzuschließen und drauflos zu musizieren, wie einem die Finger gewachsen sind? 
The Pirate Ship Quintet – “Rope For No-Hopers”
Post-Rock im Streicherozean
Während die meisten Post-Rocker dem vokalen Schweigegelübde treu bleiben, tauchen in den letzten Jahren vermehrt Bands auf, die den verschollenen Mann (oder die Frau!) am Mikro wiederentdeckt haben – und die dann entweder für ganz unterschiedliche, melodische Töne sorgen, oder für krächzendes Gekreische, wie bei diesen Piraten hier. Was man hier im Song “Horse Manifesto” zu hören bekommt, klingt jedenfalls eher wie eine garstige Mixtur aus uralten MANES und noch älteren BURZUM. Ist aber nur ein obskures Detail einer sonst hörenswerten Platte. 
Elephant Hawk Moth – “Elephant Hawk Moth”
Rockende Nachtschwärmer
Die Würzburger ELEPHANT HAWK MOTH trommeln auch ganz gerne mal auf dem Lokus. Muss ein wunderbares Raumecho geben, vor allem wenn der Schlagzeuger noch SoundFX… aber lassen wir das. Das Video, was sie zu ihrem Debütalbum (fertig?)gedreht haben, scheint jedenfalls amüsant zu werden, inkl. Unterwasseraufnahmen! Mit Strom sollten sie im nassen Element allerdings vorsichtig sein, denn davon jagen sie eine ganze Menge durch ihre Gitarren. 
Ribozyme – “Presenting The Problem”
Norwegische Superrocker
Wenn man mir eine Band mit Attributen wie FILTER, NINE INCH NAILS oder TOOL schmackhaft machen will, dann ist das so, als würde man mir lauter Schokohäppchen zuwerfen, nach denen ich natürlich gierig schnappe. Allerdings schraube ich dadurch auch gleich meine Erwartungen um 100% nach oben, denn wenn solche Namen “gedroppt” werden, dann muss auch “geliefert” werden. Die Norweger RIBOZYME schwingen sich dann allerdings so schnell und so lässig über die hohe Messlatte, dass mein Kopf nicht nur im Rhythmus nickt. 




