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Yes – "Relayer"

6. Dezember 2014 | Matthias | Hall of Fame » Musikrezensionen | 1.493 mal gelesen

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Ein verspieltes und weitschweifendes Meisterwerk

Yes - "Relayer"Es ist sicher absolut gerechtfertigt zu behaupten, dass der Progressive Rock in den kompletten 1970er Jahren in seiner vollsten Blütenpracht stand und in diesem Jahrzehnt die besten Alben der Genregeschichte geschrieben wurden. Auch später wurden natürlich noch große Alben geschrieben, stilistisch jedoch immer im Schatten der Göttergaben der frühen '70er. Nicht umsonst bekennen sich viele aktuelle Prog-Musiker zu ihren Wurzeln als Hörer und Musiker und nennen Namen wie GENESIS, ELOY oder YES, wenn es um ihren Haupteinfluss geht. Wenn wir an dieser Stelle die übergroßen GENESIS weglassen, waren es vor allem YES, die fantastische Prog-Rock-Werke an den Start brachten und dem Genre einen nicht wegzudenkenden Beitrag leisteten.

Eines ihrer Topalben ist ganz eindeutig und ohne jeden Zweifel "Relayer" aus dem Jahre 1974. Mit "The Gates Of Delirium", "Sound Chaser" und "To Be Over" sind auf dem Werk nur drei Stücke zu finden, die allerdings allesamt die Zeitmarke eines normales Liedes deutlich sprengen. Der knapp 22 minütige Opener "The Gates Of Delirium", thematisch von Tolstois Roman "Krieg und Frieden" beeinflusst, ist ein wahres Machtwerk in Sachen Progressive Rock. Es werden alle Register gezogen, von verschachtelten Parts über eingängig weiche Arrangements hin zur Verwendung von Geräuschen, die man heutzutage als Samples oder Field Recordings bezeichnet. "Sound Chaser" brilliert mit wahnsinnig schnellen Gitarren und einem langen Mittelteil, der aus sehr langen Soloteilen fast aller Instrumente besteht, teils alleine gespielt, teils mit Begleitung der restlichen Band. Mit indisch anmutenden Klängen startet "To Be Over" und geht in einen Part über, der gesanglich fast schon radiokompatibel ist. Natürlich brechen YES mit dem Thema und schieben das Stück schnell wieder in Richtung Progressive Rock. Lange Soli inklusive brilliert auch dieses Stück voll und ganz und rundet ein wahres Meisterwerk perfekt ab.

Ewige Nörgler kritisieren den ihrer Meinung nach leicht metallischen und deswegen etwas schlechteren Sound gegenüber den Vorgängeralben. Teilweise aggressiv sei zudem die Musik auf "Relayer" und auch die Texte stellenweise ungewöhnlich direkt. Nun, ich persönlich würde eher sagen, dass YES einfach nicht dasselbe gemacht haben wie auf den ebenso vorzüglichen Vorgängeralben "Close To The Edge" oder "Tales From Topographic Oceans". Sänger Jon Anderson, Gitarrist Steve Howe, Bassist Chris Squire, Schlagzeuger Alan White und Keyboarder Patrick Moraz (ehemals bei REFUGEE), der als Ersatz für den zuvor ausgestiegenen Rick Wakeman in die Band kam, haben nach meinem Empfinden alles richtig gemacht. Sie haben nicht zurück geschaut, ihre musikalischen Visionen ohne großartige Kompromisse durchgezogen und somit letztendlich einen großen Meilenstein in der Band-Diskographie geschaffen sowie eine unverzichtbare Perle zur Hall Of Fame des Progressive Rock hinzugefügt.

The Mescaline Injection Hall of Fame

» Yes

INFO-BOX
Künstler Yes
Titel Relayer
Format Album
Länge 3 Tracks | 40:27
Label Atlantic Records
05.12.1974

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