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Wyrd – "Kalivägi"

29. April 2009 | ME | Musikrezensionen | 1.697 mal gelesen

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"Wherever I May Roam" wird finnische Folklore

Wyrd - "Kalivägi"Die finnische Band WYRD lebt. Nachdem der Vorgänger "Kammen" ganz erheblich zu lang geraten war, präsentieren die Black-Folkis nun mit "Kalivägi" weitaus zupackendere Songs. Rock, Metal, leicht-flockige Akustikparts, eingängige Riffs und die zumeist krächzende Stimme von Bandleader Nargath bilden das Grundgerüst für ein dunkles, abwechslungsreiches Album.

Es fällt auf, dass WYRD viel Wert auf wiederkehrende Rhythmik legen, auf in kleinen Facetten variierte Wiederholung von transparent gespielten Leads. Nehmen wir "Talviyö", ein Kleinod (das Break ab min. 4:30=Helm ab!) des Albums. Denn hier führt Nargath uns in den geheimen Garten, welcher vor einhundert Jahren zuletzt betreten wurde. Gestrüpp, leuchtende Blumen, verwilderte Pfade und ein verfallener Pavillon sind hinter dem Dickicht erahnbar. Das Klavier verführt, der Unterton lässt jedoch Skepsis aufkommen. Warum wurde das Tor hinter uns verschlossen? Wo ist überhaupt der Rückweg? Und wo Nargath?

WYRD haben ein Album gegen das Vergessen eingespielt. Die tausend Seen sind immer präsent. TENHI, AMORPHIS und APOCALYPTICA können, bei aller Verschiedenheit, als Bezugspunkte genannt werden. Am Beginn auch FALKENBACH, obwohl diese Band mehr Klargesang und weniger Abwechslung aufbietet. Im finalen Song "Kaikki Metsän Kaiut" gibt es richtig Speed, Blastbeats und ein gemein sägendes Ende geboten. Im Opener "Verisurma" schlägt ein Cello METALLICAs "Wherever I May Roam"-Riff orientalisch an, variiert geschickt zur Folklore um sodann mit treibendem Rhythmus durchs Unterholz zu hetzen.

"Hämärän Soutajat" beginnt kristallklar wie ein Intro von MERCYFUL FATE oder eine METALLICA-Ballade. Nach einiger Zeit wandelt sich die Atmosphäre, atmosphärische Schamanen-Klargesänge und ein beinahe rockiger Refrain lassen ebenso aufhorchen wie der wummernd-führende Bass und das wunderbare ZZ TOP-Solo in "Kalivägi". Das Rad erfinden WYRD nicht neu, klar. Sie schlagen eher ein paar Nägel in das Holz, damit es nicht zu rund läuft. Blöder Pagan, langweilige Mittelalterschunkelei oder debile Saufgesänge gibt es hier nicht. Eher enthusiastisch-heavy vorgetragenen Metal-Folk wie in "Loitsulaulu". Und WYRD bleiben keinesfalls stur dem Folk-Black Metal verhaftet, das erfreut. Ausflüge in Nachbargefilde finden statt und werden nett ins filigran und dennoch fett produzierte düstere Gesamtkonzept integriert. Interessant könnten WYRD für SUMMONING-Jünger und die Anhänger obengenannter Bands sein. Irgendwie ein geiles Album, auch im Frühling.

8/10

» Wyrd

INFO-BOX
Künstler Wyrd
Titel Kalivägi
Format Album
Länge 6 Tracks | 39:54
Label Naga Productions
06.04.2009

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