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Whourkr – "Naät"

6. August 2010 | Matthias | Musikrezensionen | 1.427 mal gelesen

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Wahnwitzige Symbiose aus Synthetik und Metall

Whourkr - "Naät"Was die Franzosen Igorrr, -I Snor und Öxxö Xööx mit ihrem Projekt WHOURKR hier veranstalten ist kurz gesagt weit weg von Gut und Böse. Mit ihrer Mischung aus Death Metal, Hardcore Electronics und einer gehörigen experimentellen Kraft, dürften die Tonakrobaten völlig polarisieren und im Grunde weder die Metal- noch die Electronikfraktion vollends für sich gewinnen. Lediglich aufgeschlossene Hörer experimenteller Klänge und mutiger Stilsymbiosen sind gefragt, die sich nicht vor nervenaufreibenden Sample-Experimenten scheuen und sich mit überdrehten Sounds anfreunden können.

WHOURKR nutzen bratende Death-Metal-Gitarren, harte Computerbeats sowie echte Drums und extrem tiefe Growl-Vocals, die dem Ganzen oftmals die Krone aufsetzen. Die Songs sind auf den ersten Eindruck relativ nachvollziehbar aufgebaut und könnten auch von einer 'normalen' (Death-) Metal-Band stammen, wäre da eben nicht der destruktive elektronische Aspekt, mit dem sie ihre Songs regelmäßig auseinanderdividieren, in den Mixer kippen und so lange durchquirlen, bis eine vollkommen neuartige, abgedrehte Suppe herauskommt, die nach Säure und Blut schmeckt.

Mit zum Teil wahnsinnigen Blastbeats, manchmal aber auch nur mit ballernden Doublebass-Parts, harten Stakkato-Riffs und wildem Neandertaler-Gebrüll, scheppern sich WHOURKR durch ihre Songs und verwüsten (im positiven Sinne) dabei nahezu jeden Part, den es zu hören gibt, mit elektronischen Mitteln. Keyboards werden genutzt um Atmosphäre zu schaffen, vorzüglich jedoch dient der synthetische Anteil hier der Extremisierung der Musik. Ein sehr markantes Merkmal auf "Naät" ist, dass forlaufend an entscheidenden Stellen der Lieder, wie zum Beispiel während der Breaks oder Taktwechsel, einzelne Drum-Anschläge erneut gesampelt werden, so dass eine Millisekundenschleife eines Anschlages entsteht, was einen völlig abgedrehten Effekt zur Folge hat.

Was dem einen nur ein müdes Lächeln entlockt und ihn schnell abnervt, dürfte für den anderen eine gelungene Abwechslung darstellen. WHOURKRs Mixtur aus Sample-Elektronik und Death Metal ist irgendwie richtig faszinierend, wenn auch nicht gänzlich neu; mir ist diese Art der musikalischen Zerstörung in der speziellen Form, wie WHOURKR sie veranstalten, bislang jedenfalls noch nicht untergekommen. Wirklich wahnsinnig, was diese Typen hier bringen.

Erstmalig wurde das Album 2007 in Eigenregie veröffentlicht und 2009 vom französischen Label Suprachaotic Records regulär in die Läden gestellt.

7/10

» Whourkr

INFO-BOX
Künstler Whourkr
Titel Naät
Format Album
Länge 8 Tracks | 29:57
Label Suprachaotic Records
2009

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (1 Wertungen, Ø 5,00 von 10)
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