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Vektor – "Outer Isolation"

14. Januar 2012 | ME | Musikrezensionen | 1.975 mal gelesen

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Fast and furious they ride the universe

Zum Jahresende 2011 gibt es mit VEKTORs "Outer Isolation" noch einmal ein richtig gutes Metal-Album zwischen all dem plakativen Promo-Gedöns, welches sich hier ungut stapelt. Die US-Boys hatten ja schon mit ihrem Debüt "Black Future" voll überzeugt und diese so gute Melange aus Achtziger-Speed Metal in Kombination mit langen, verwinkelten Songs, Black Metal-Attitüde und atmosphärischen Gitarrenparts wird glücklicherweise beibehalten. Vielleicht gehen sie etwas kontrollierter zu Werke als vor zwei Jahren, dennoch sind sie genauso gut. Immer noch werden wir von den Leads her angenehm an SAVAGE GRACE, VOIVOD, alte MAIDEN, KREATOR, HEIR APPARENT oder GRIFFIN erinnert, nur sind VEKTOR härter, schneller, vielseitiger und der Gesang, man muss es sagen, könnte PRIEST-Maniacs so zusagen wie Schwarzmetalljüngern.

VEKTOR spielen, und das meine ich ernst, so ziemlich die besten Gitarrenparts im Black Thrash-Sektor. In nahezu jedem Song setzt es kontrastierende Breaks nach fließenden Speedpassagen. Nie gibt es Riffgeschiebe, ein Songungetüm nach dem anderen baut sich monolithisch vor dem geneigten Hörer auf, Heavy-Geschwindigkeitsriffing spielt gern mit Black Metal. Die Tracks sind von latenter Dunkelheit durchzogen, auch schnell gespielte Parts können sehr bedrohlich wirken. Die Instrumentalsequenzen verzaubern, ziehen den Hörer hinein in den düster schillernden Farbenkosmos. Immer wieder setzt es diesen wunderbaren Stimmenüberschlag am Zeilenende, wenn der Vocalist David Disanto seine verkniffen black-metallische Phrasierung in kurze helle Schreie ("Despair", "Decay", "Misery", "Desaster") ekstatisch zur Erlösung treibt.

Natürlich mögen VEKTOR alte METALLICA , SLAYER und auch VOIVOD, deren düster-außerirdische Themen musikalisch und textlich intelligent zitiert werden. Allerdings sind VEKTOR zugänglicher, direkter, bei allem Wahnsinn dennoch kontrollierter, was den Kompositionen (welche sich alle auf hohem Niveau bewegen) sehr angemessen ist. VEKTOR verlieren sich nicht in modernen Technikparts; im Gegenteil, plötzlich, nach rasendem Galopp schaltet die Band um auf FATES WARNING-Break, dunkel, magisch, Sonnenaufgang… Das gelingt so vortrefflich, dass ich meine, dieses Album zu den besten Metal-Veröffentlichungen des Jahres 2011 zählen zu dürfen.

Am Ende dieser Lobhudelei noch ein paar Tipps zum Reinhören: das superbe Intro des alle möglichen Facetten der Vektorrechnung aufbietenden Openers "Cosmic Cortex" verführt (wie 1984) sofort zum Kauf der CD, wetten? Stellvertretend für die tollen Gitarrenleads sei ein Part in "Echoless Chamber" genannt, diese Passage, wenn zuerst MAIDEN zitiert werden, dann ein feiner Groove eingestreut wird, bevor sich enthusiastisch das fingerfertige Solo Bahn bricht, musikalisch zum Besten der letzten Jahre gehörend. Und was VEKTOR in "Tetrastructural Minds" mit ihren Instrumenten anstellen, diese verführerisch platzierte, efeuumrankte Pforte ins Land dunkler Träume und Phantasien, das müsst Ihr Euch anhören! "Venus Projekt" enthält ein eben so treffliches Instrumentalszenario, herrlich schwingende Licks, glockenhell mit sodann sich geheimnisvoll entfaltenden Leads… Mit dieser Härtner-Ausrichtung gleichzeitig aufs Prächtigste schwarzmetallisch zu tönen, das gelingt wirklich nur dieser Ausnahmekombo. Man lausche nur den gemeinen Stimmen in "Fast Pace Society"…

» Vektor

INFO-BOX
Künstler Vektor
Titel Outer Isolation
Format Album
Länge 10 Tracks | 51:42
Label Heavy Artillery Records
21.11.2011

Leserwertung:

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