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Vauxdvihl – "Vog"

22. Oktober 2010 | Matthias | Musikrezensionen | 2.843 mal gelesen

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Der Zeit zu weit voraus?

Vauxdvihl - "Vog"Was passiert, wenn Mitglieder einer Progressive-Metal-Band sich inhaltlich spalten, teilweise trennen und der Rest einen neuen Weg einschlägt?  Nun, es gibt viele Möglichkeiten und im Falle dieser australischen Band wurde es experimentell, futuristisch und so dermaßen eigenständig, dass diese Eigenständigkeit der Band letztendlich zum Verhängnis wurde und sie sich zwischen Frust, fehlenden finanziellen Mitteln und Mangel an Aufmerksamkeit einfach aufgelöst, bzw. das Projekt als gescheitert erklärt hat. Ein wirklich trauriges Schicksal, denn das künstlerische Neuland, was diese Musiker hier ergründet haben, sucht bis heute adäquate Entdecker und Weiterentwickler. Ich zumindest kenne keine Band, die auch nur annähernd etwas ähnliches macht wie das, was hier geboten wird.

VAUXDVIHL haben nach ihrem in Szenekreisen sehr geschätzten Album "To Dimension Logic" die Notbremse gezogen, weil sie nicht einfach nur eine von vielen sein wollten. Band-Kopf Fab Gallen wechselte die Richtung der Musik hin zu einer Art avantgardistischem Prog-Electronic-Sound, der sämtliche Grenzen sprengen sollte. Die 1998 erschiene  EP "Vog" war dann allerdings auch die einzige offizielle Veröffentlichung vor dem endgültigen Split um das Jahr 2001 herum, wenn man die qualitativ eher bescheidene Demo-Kollektion "Siberian Church Recordings" außen vor lässt.

Die fünf enthaltenen Tracks auf "Vog" pendeln zwischen elektronischen, futuristischen Sounds, einfachen bis treibenden Rhythmen, allerlei Samples und sekundär wirkenden beigesteuerten Gitarrenspuren und einer kleinen aber sehr feinen Prise Heavyness. Inklusive Gallens emotional intensivem Gesang wirken VAUXDVIHL hier, als ob sie den Klang der Zukunft vertonen wollten, und ich behaupte jetzt einfach mal, dass es ihnen sehr beeindruckend gelungen ist.

Sei es das von einem monotonen, simplen Beat gehaltene, aber dennoch sehr intensiv wirkende und mit einem super Refrain ausgestatteten "Prognosis: Poor Me Syndrome", das melancholisch futuristische "Assassination!", das spacig-abgefahrene "The Funeral Party" mit seinem harten Elektro-Gehacke oder die metallisch wirkende Prog-Faust "For The Son Has Gone To Hell" und der abschließende, melancholische Ambient-Track "Livenlurne", VAUXDVIHL besitzen einerseits die Vielfalt eines bunten Überraschungspaketes, andererseits haben sie hier einen ganz eigenen, atmosphärisch dichten Stil entwickelt, der eingängig und experimentell ist und obenrdrauf noch einen enormen Wiedererkennungswert besitzt.

Mit "Vog" ist den Australiern ein kleines Meisterwerk gelungen. Kaum auszudenken, wo VAUXDVIHL mit ihrer Musik heute gelandet wären. Wie dem auch sei, sie hätten sich fernab jeglicher Massenkompatiblität mit ziemlicher Sicherheit eine eigene kleine und beachtenswerte Nische erspielt. Schade, dass die Musiker aufgegeben haben…

10/10

» Vauxdvihl

INFO-BOX
Künstler Vauxdvihl
Titel Vog
Format EP
Länge 5 Tracks | 20:49
Label Eigenproduktion
1998

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (3 Wertungen, Ø 9,00 von 10)
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