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Unlord – "Schwarzwald"

24. Juni 2009 | Bastian | Musikrezensionen | 2.145 mal gelesen

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Höllenfeuer aus dem Flachland

Unlord - "Schwarzwald"Zwölf Jahre alt und kein bißchen leiser! UNLORD als Band haben sich zwar nie offiziell aufgelöst, aber seit sieben Jahren nichts mehr von sich hören lassen. Mit ihrem Debütalbum "Schwarzwald" von 1997 sorgten sie seinerzeit für Aufsehen, und auch heute hat ihre Schwarzwurzelkunst nichts von ihrer Wirkung eingebüßt.

Da war diese Band, von der gemunkelt wurde, dass sie sich aus hochrangigen Vertretern der skandinavischen Szene zusammensetzt, dass sie bereits seit den späten 80ern aktiv ist, ihre Demos aber stets für sich behalten hatte. Keine Öffentlichkeit, keine Interviews, keine Bilder – pure underground! Erinnert vor allem an einige Kasperbands von heute, die dieses magische Flair der damaligen Zeit wiederbeleben wollen, obwohl jeglicher Zauber längst verflogen ist. Heute nennen sich diese Möchtegerns und Black-Metal-Kleinkinder "trve" (mit "v"!) und haben aber eigentlich keine Ahnung, wovon sie eigentlich reden.

Die Geheimniskrämerei um UNLORD war natürlich nur Mittel zum Zweck. Als den Musikfans weltweit nach Skandinavien dürstete, ließ man nichts unversucht, um diese enorme, teils bis ins Unsinnige ausufernde, Nachfrage zu stillen und weiter zu befeuern. Also machte man im Hause Displeased aus der Band, deren Mitglieder sich u.a. aus den niederländischen Bands CONSOLATION und NEMBRIONIC rekrutierte einfach ein paar Nordmänner mit furchteinflößenden Pseudonymen, bestellte ein erstklassiges Panoramacover bei Joe Petagno und ließ die Scheibe auf die Meute los. Und was sie da losließen, versetzte Freunde pfeilschnellen, schwedischen Black Metals der Marke DARK FUNERAL, MARDUK und SETHERIAL in wahre Verzückung.

Das absolute treffend betitelte "Inferno Bizarre" entfacht mit dem markerschütternden Schrei des Sängers eine Urgewalt, die in den knapp 45 Minuten, die das Album dauert, keine Sekunde nachlässt. Sei es mit solch' gnadenlosen Hochgeschwindigkeitsattacken oder tiefschwarzen Midtemponummern wie dem Titelsong oder Heavy-Metal-Reminiszenzen wie bei "Thunderbuilder" – "Schwarzwald" ist ein wahrer Höllenritt: Hornissenriffs, melodische Leads, infernalisches Geprügel und kreischender Gesang, der nicht von dieser Welt ist. Ein Album, welches nahezu perfekt ist, auch wenn es keinen Innovationspreis abräumen konnte. UNLORD haben aber damals mehr als eindrucksvoll gezeigt, dass man nicht nur im hohen Norden die Kunst der schwarzen Töne beherrschte, und viele sind der obskuren Bandgeschichte tatsächlich auf den Leim gegangen.

Mittlerweile gilt "Schwarzwald" beim Label als "deleted", es dürfte dennoch nicht schwer sein, an dieses empfehlenswerte Album heranzukommen. Ein paar Jahre später folgten "Gladiator" und "Lord Of Beneath", die aber längst nicht die Klasse des Debüts erreichten, und auf denen sich die Band mehr auf ihre eigentlichen Wurzeln im Death Metal und Grindcore zurückbesann.

9/10

» Unlord

INFO-BOX
Künstler Unlord
Titel Schwarzwald
Format Album
Länge 13 Tracks | 43:56
Label Displeased Records
1997

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (2 Wertungen, Ø 8,00 von 10)
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