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Ulver – "Shadows Of The Sun"

14. Mai 2009 | ME | Musikrezensionen | 1.735 mal gelesen

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Auf Sylvians Spuren

Ulver - "Shadows Of The Sun""Shadows Of The Sun" nennt sich die letzte ULVER. Chamäleons waren sie immer; das bedeutet sie haben Farbe und Wirkung gewechselt, nicht jedoch eine wirklich andere Form angenommen. Denn einem sind sie immer treu geblieben: der Hinwendung zu atmosphärischen Tracks, die Tiefe ausloten und dabei schwerelos wirken sollten. Das kann man mit Black Metal ebenso machen wie mit Folk oder, wie nun geschehen, dem avantgardistischen Jazz gemischt mit neoklassisch-orientierter Experimentalmusik oder wie auch immer man es nennen möchte.

Denn all das ist die neue CD der umtriebigen, experimentierfreudigen, sehr musikalischen Norweger. "Eos" tönt sphärisch, Synthesizer und Gesang erinnern an eine Mischung aus SYLVIAN und NILS PETTER MOLVAER, wenn sowas denkbar sein sollte. Hallende Effekte, der Verzicht auf die üblichen Verdächtigen, soll heißen Gitarrenwände aus Stahl, Bass aus Brummlauten oder das Weglassen bzw. der dezente Einsatz von Drums ergeben experimentelle Soundcollagen, die mit Trompetenklängen sanfter Art, sagen wir mit Schwerpunkt Ausdruck, weniger Effekthascherei, eingesetzt werden. Auch Celloklänge ("Like Music") werden aufgeboten, ebenso Klavier ("Vigil"), was ein sehr organisches, warmes Klangbild ergibt.

Überhaupt, JAPAN bzw. DAVID SYLVIAN haben es den Norwegern um Trickster G. angetan ("All The Love", mein Fave des Albums). Stets geht es in die Weite, Breite, der Raum wird voll ausgenutzt, um eine maximale Klangfarbe zu erzeugen. Spartanisch tönt es nicht; auch das Gegenteil ist nicht der Fall. Denn ULVER komponieren auf den Punkt; in diesem Falle werden nach Aussage der Band eigene Ängste vertont, die Unzufriedenheit mit dem Ort, an den das Menschengeschlecht versetzt wird durch industrielle Notwendigkeiten; das Problem, der eigenen Notlage keine Stimme mehr geben zu können in dieser kompromisslos auf wirtschaftliche Verwertung abzielenden Zeit.

"Let The Children Go" wirkt wirr zunächst, sehr experimentell; hier zwingt die Band den Hörer regelrecht zum Lauschen. Das ist schwierig, gegen die Konvention. Das BLACK SABBATH-Cover "Solitude" ist glänzend geraten, MILES scheint ULVER zu begleiten, das Vorbild der Hard Rock-Götter ist kaum erkenn-, doch erahnbar. Der Song zeigt die Zeitlosigkeit der SABBATH-Songs; welche Metal-Band kann schon von sich behaupten, dass eigene Songs zu gelungenen Jazz-Tracks verfremdet werden können?

"Shadows Of The Sun" und "Funebre" entschwinden beinahe in die Stratosphäre, die Pianopassagen und die klassische Ausrichtung lassen den Segler immer höher gleiten, der Ausblick gerät atemberaubend; Turbulenzen bleiben aus. "What Happened" verbleibt in den Wolken; dieses Album will wirklich gehört werden, dabei ist das Zurücklehnen grundsätzlich erlaubt. Zeitlos, entspannend, intelligent.

9/10

» Ulver

INFO-BOX
Künstler Ulver
Titel Shadows Of The Sun
Format Album
Länge 9 Tracks | 40:22
Label Jester Records
01.10.2007

Leserwertung:

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