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U2 – "The Joshua Tree"

26. Juli 2017 | Matthias | Hall of Fame » Musikrezensionen | 238 mal gelesen

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Mit Leib und Seele

U2 - "The Joshua Tree"Dass die Iren U2 sowie Kreativpilot Brian Eno und Daniel Lanois fantastisch gut zusammenpassen, hatte sich bereits auf dem Vorgänger "The Unforgettable Fire" gezeigt, welches Eno gemeinsam mit Lanois produziert hat. Auch für "The Joshua Tree" hat das Dream Team wieder zusammengearbeitet und, das dürfte mittlerweile lediglich eine Feststellung sein, mit dem Album ein Jahrhundertwerk geschaffen. Es sind verschiedene Komponenten, die hier so enorm stimmig ineinander greifen und dadurch der Musik und ihrer Wirkung etwas besonderes verleihen. Angefangen beim wunderbar warmen, vollmundigen und dennoch natürlichen Sound, über die tollen, emotionalen und politisch kritischen Lyrics bis hin zu den durchweg starken Kompositionen und selbstverständlich dem intensiven und wirksamen Zusammenspiel der Musiker, haben U2 sich spätestens mit diesem Werk ein Denkmal gesetzt.

Gleich der Opener "Where The Streets Have No Name" ist an Hitpotential kaum zu übertreffen. Der für frühe U2 so typische Arpeggio-/Delay-Gitarren-Sound dürfte niemals vergessen werden und im Opener sofort Schwung machen, egal, ob man etwas mit U2 anfangen kann oder nicht. Das entsprechende Musik-Video, in dem die Band das Stück auf dem Dach eines Hauses, mitten in Los Angeles spielt, gewann seinerzeit nicht zu Unrecht den Grammy.

"The Joshua Tree" ist ein Hit-Feuerwerk ohne Gleichen. Das folgende "I Still Haven't Found What I'm Looking For" gehört zu den besten Liedern aller Zeiten. Es vereint Gospel-Stimmung mit einer Gitarrenfgur, die fast wie ein Glockenspiel klingt. Gitarrist The Edge und überhaupt die gesamte Band zeigt auf diesem Album eine enorme Vielfalt an stimmungsgeladenen Ideen. Bis heute ist es U2 (natürlich aus rein subjektiver Sicht) nicht gelungen, diese eigene herausragende Kreativität und Qualität nochmals zu toppen. Das großartige "With Or Without You" steht dem definitiv in nichts nach und ist immer noch das erfolgreichste Stück der Band. Die von Adam Clayten klasse gespielte, im Vordergrund stehende Basslinie, dürfte auf ewig in unseren Ohren brummen.

Das wuchtige "Bullet The Blue Sky" macht deutlich, dass U2 auch anders können. Mit kernigem Beat, bei dem Drummer Larry Mullen Jr. richtig reinhauen kann, scharfen Gitarren und einer lyrisch sehr deutlichen, politischen Ausrichtung, zeigen die Vier Zähne. Textlich wird es bei "Running To Stand Still" düster. Während die Musik selbst eine Art Blues-Folk ist, dreht sich das Stück um ein heroinsüchtiges Pärchen. "Red Hill Mining Town", ein Lied über Minenarbeiter, verbreitet ein Gefühl der Hoffnung und das folgende, relativ kurze und sehr schwungvolle "In God's Country", dürfte als Stimmungszenit des Albums gelten.

Mit "Trip Through Your Wires" adaptieren U2 ihren Sound (wieder) in Richtung Blues und halten die gute Stimmung aufrecht. Für ihren verstorbenen Feund und Roadie Greg Carroll schrieben sie die kleine Segnung "One Tree Hill", bevor sie mit "Exit" ihr Können in punkto  spannungsgeladener Dynamik perfekt einsetzen. Fast schon gefährlich wirkend, lauert die Musik bis zu ihrem dramatischen Ausbruch. Nach dieser Achterbahnfahrt ist das sanfte "Mothers Of The Disappeared" rein musikalisch regelrecht beruhigend. Textlich beschäftigt sich Sänger Bono mit Müttern, deren Kinder in Zeiten der (Militär-)Diktaturen in Südamerika unter mysteriösen Umständen verschwanden.

Abgesehen von "The Unforgettable Fire" gibt es kein U2-Album, das den Sound der Band so eindeutig und perfekt wiedergibt. Der bereits erwähnte charismatische Gitarrensound, die Folk- und Blues-Einflüsse, die Hitdichte und die gesamte Ausstrahlung der Musik und der Band selbst, standen hier auf ihrem Zenit. Zu Recht wird "The Joshua Tree" als zeitloses Meisterwerk gefeiert, denn nichts anderes ist dieses Album. Einfach perfekt!

» U2

The Mescaline Injection Hall of Fame

INFO-BOX
Künstler U2
Titel The Joshua Tree
Format Album
Länge 11 Tracks | 50:11
Label Island Records
09.03.1987

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