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U2 – "Pop"

6. April 2018 | Matthias | Musikrezensionen | 233 mal gelesen

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Pop-Kultur

U2 - "Pop""Pop" ist nicht nur das Album, auf dem U2 erstmals konsequent mit elektronischen Einflüssen experimentierten, sondern auch jenes, das innerhalb der Band am kontroversesten diskutiert wird. Es sorgte sogar für Spannungen unter den vier Musikern, da Schlagzeuger Larry Mullen Jr. einen Großteil der Studiozeit nicht anwesend sein konnte, da er mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte und sich zudem um seine junge Familie kümmern wollte. Die restlichen Musiker nutzten diesen durchaus unglücklichen Zustand und probierten sich an synthetischen Beats, was ihnen im nachhinein betrachtet sehr gut gelungen ist, selbst wenn U2 ursprünglich eine Band ist bzw. war, die bis dato handgemachte Musik produzierte.

Der Titel "Pop" sollte dabei die Scheinheiligkeit suggerieren, die Pop-Musik oftmals ausstrahlt, nämlich dass alles in Ordnung sei und man doch bitte gute Laune haben solle. Tatsächlich aber befinden sich mit beispielsweise "Staring At The Sun", dessen Text vom ehemaligen Jugoslawienkrieg beeinflusst ist, oder "MOFO", ein Lied über Bonos zu früh verstorbene Mutter, auch kritische und nachdenkliche Stücke auf dem Album.

Im Nachhinein betrachtet ist das Album übrigens gar nicht mal so technoid, wie viele es seinerzeit unterstellten und dadurch verunglimpften. Ja, U2 haben mit der Elektronik gespielt und synthetische Beats benutzt. Sie haben mit Synthesizern gearbeitet, wie z.B. mit dem ARP 2600, der bei der Hitsingle "Discothéque" in Verbindung mit einer Akustikgitarre eingesetzt wurde. Und dennoch klang die Musik jederzeit eindeutig nach U2. Sie haben sich auf neue Pfade gewagt und trotz aller Kritik, die sofort nach der Veröffentlichung aufbrandete, aus heutiger Sicht eindeutig gewonnen. Für viele Anhänger der Band gilt "Pop" heute als das wichtigste Verbindungsstück zwischen den alten und neuen U2, der gitarrenlastigen Indie-Musik und dem eher elektronisch-eingängig basierten Pop der jüngeren Zeit.

Wie kontrovers "Pop" bei den Fans aufgenommen und selbst von der Band behandelt wurde (und noch wird), zeigte einerseits die Spitzenplatzierung in etlichen Länder-Charts sowie der Erfolg der Single "Discothéque", aber auch die Tatsache, dass etliche Songs des Albums von der Band später unter vollständiger Mitwirkung ihres Drummers neu interpretiert und eingespielt wurden, etwa für "The Best Of 1990-2000".

Was ist nach all der Kritik heute von "Pop" geblieben? Ganz eindeutig ein starkes Album, auf dem vielleicht nicht alles perfekt lief (neben der Abwesenheit von Larry Mullen Jr. hatte Sänger Bono mit Stimmproblemen zu kämpfen) und sitzt (die Band selbst sagt, dass das Album zum Teil sehr gehetzt, schnell und unter widrigen Bedingungen aufgenmmen wurde, da die geplante Zeit nicht ausreichte), dafür aber mit einigen starken und schönen Stücken punkten kann. Selbst, wenn man das Gefühl hat, dass in der zweiten Hälfte die ruhigeren Töne die Oberhand halten, zu Lasten der Griffigkeit, muss eindeutig gesagt werden, dass es genau dieser Teil der Platte ist, den es zu ergründen gibt, denn dort verbergen sich große Schätze.

Natürlich ist die Story von "Pop" viel ausschweifender und detaillierter, als im Rahmen eines Reviews Sinn macht, geschweige denn Platz zur Verfügung steht, deshalb schließen wir hier einfach mit der Feststellung: "Pop" ist top, auch noch über 20 Jahre nach Veröffentlichung.

» U2

INFO-BOX
Künstler U2
Titel Pop
Format Album
Länge 12 Tracks | 60:09
Label Island Records
03.03.1997

Leserwertung:

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