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The National – "Boxer"

30. Juli 2016 | Matthias | Musikrezensionen | 419 mal gelesen

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Der Boxer lächelt nachdenklich

The National - "Boxer"Das vierte Album der Indie-Rocker aus Ohio ist nach dem tollen Vorgänger ein weiterer wichtiger Punkt auf dem Weg zum (wohl verdienten) Ruhm. "Boxer" ist trotz der bekannten stilistischen Motive und der typischen Handschrift der Band alles andere als ein Abklatsch ihrer vorigen Veröffentlichungen geworden. Es strahlt eine angenehme Wärme aus und ist dabei dennoch nachdenklich, traurig und sogar hoffnungsvoll. Dieses Mal haben sich die Musker zudem Unterstützung geholt. Die Gästeliste von "Boxer" ist lang, einer der bekanntesten unter ihnen dürfte wohl Sufjan Stevens sein, der sich in Singer-songwriter-Kreisen einer enormen Beliebtheit erfreuen darf. Somit gibt es neben den herausragenden Qualitäten der Band ein paar zusätzliche, stets feine und wohl dosierte Aspekte, die ihre Musik ergänzen.

Nicht nur die außerordentliche Sympathie seitens der Fans erlaubt es ihnen, ein Album wie "Boxer" mit ungewöhnlichen Mitteln bzw. unüblich zu beginnen. Der Opener "Fake Empire" ist ein leicht verhaltener, melancholischer Track, der zum Nachdenken anregt, anstatt das Album anzupowern und den Hörer gleich gezielt  anzutriggern, wie es bei anderen Bands üblicherweise der Fall ist. THE NATIONAL dürfen das, weil genau das sind THE NATIONAL. Sie besitzen die besondere Gabe, wenn sie Lieder schreiben, Stimmungen gekonnt miteinander zu verbinden und eins werden zu lassen. Schwermut, die sich langsam steigert und in Hoffnung, in positive Aussichten gipfelt und den Hörer so in seinen Bann zieht.

Mit dem zweiten Stück, "Mistaken For Strangers", holen sie den erwähnten Power-Opener nach. Ihnen gelingt mit diesem Gefühlsdoppel ein fantastischer Einstand in ein insgesamt vorzügliches Album. Mit den folgenden Liedern präsentiert die Band ihre ganz eigene und besondere Art, mit dem Aufbau und vor allem mit Stimmungen umzugehen. Es gelingt ihnen stets aufs Neue, zwei polarisierende Elemente in einem Lied äußerst harmonisch zu verweben. Im Grunde flotte Songs mit treibenden Beats und teils zackigen, teils verhaltenen Gitarren, werden mit dem nachdenklichen, vorsichtigen Gesang von Matt Berninger kombiniert und erlangen dadurch ihre Besonderheit. Die gesamte Band sorgt mit ihrem tollen Zusammenspiel dafür, dass die genannten, eigentlichen Gegensätze so wunderbar miteinander funktionieren. Natürlich passt es dabei sehr gut, reduzierte Stücke einzuweben, wie das tolle "Green Gloves", das vordergründig mit Gitarre(n) und Gesang trumpft oder das gefühlvolle "Start A War", welches mit wenigen Lyrics alles sagt.

Wichtig zu erwähnen wäre noch, dass die beiden Japan- und iTunes Bonus Tracks "Blank Slate" und "Santa Clara" äußerst stark sind und erstgenanntes sogar zu den Highlights der Aufnahmen zu "Boxer" zählen dürfte.

9/10

» The National

INFO-BOX
Künstler The National
Titel Boxer
Format Album
Länge 12 Tracks | 43:07
Label Beggars Banquet
22.05.2007

Leserwertung:

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