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The Cure – "Disintegration"

20. Dezember 2015 | Matthias | Hall of Fame » Musikrezensionen | 906 mal gelesen

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Elegischer Wall of Sound

The Cure - "Disintegration"THE CURE ist eine Band mit vielen Gesichtern. Sie hatten Phasen, in denen sie Indie, Wave und (Post-)Punk vermischten oder nur New Wave mit ein paar elektronischen Spielereien. Gothic, Alternative, Shoegaze und auch eine Prise Pop gehören ebenfalls zu ihrem Repertoire und trotzdem hören sich THE CURE immer nach THE CURE an, egal, was sie nun als Hauptelement auf ihrem jeweiligen Album verwenden. "Disintegration" ist dabei etwas besonderes, spezielles, etwas außerordentlich intensives. Für viele Fans wurde das Album in der Hochphase der Band veröffentlicht, die von "Kiss Me Kiss Me Kiss Me" (1987) und "Wish" (1992) umrahmt wurde und deren Mittelpunkt "Disintegration" darstellt. Mit dem Folgealbum "Wild Mood Swings" (1996) ging es danach etwas bergab, bis sich THE CURE erst vier Jahre später mit "Bloodflowers" wieder freischaufelten.

Was aber macht(e) "Disintegration" so besonders? Nun, THE CURE klangen für mich zuvor nicht und auch danach nie wieder so intensiv und atmosphärisch aufgeladen wie auf diesem Album. In über 70 Minuten haben die Musiker die geballte Essenz ihrer Kunst verewigt. Beginnend mit der majestätisch flächendeckenden, melancholischen Träumerei "Plainsong", über die sehr gelungenen Singles "Lullaby", "Fascination Street", "Love Song" und "Pictures Of You", hin zu den Epic-Shoegazern "Prayers For Rain", "The Same Deep Water As You" und "Homesick" haben die Briten ein Album geschaffen, das nahezu alles in den Schatten stellt, was sie bislang gemacht haben. Jedes Lied besitzt seinen eigenen, besonderen Charme und steht qualitativ für sich. Zudem gibt es kein einziges Stück, das man auch nur als mittelmäßig bezeichnen könnte.

"Disintegration" ist komplett in einer Art 'Wall of Sound' produziert worden. Die Lieder sind so dicht gewoben und soundtechnisch aufgefüllt (nicht überfüllt!), dass einen die Musik völlig einnimmt. Man hat aufgrund der Dichte keine Gelegenheit zum Abschweifen; die Atmosphäre fesselt über die gesamte Spielzeit. Es gibt eine Menge Hall im Sound, besonders beim Gesang von Robert Smith, auch beim Schlagzeug und den anderen Instrumenten und trotzdem hat man nicht das Gefühl, dass die Musik weit weg passiert. Alles ist ganz nah und saugt einen förmlich auf. Lässt man sich darauf ein, nimmt dieses Album den Hörer mit in seine eigene musikalische Welt.

Die Lieder sind perfekt unterteilt in griffige Teile, einige schöne, verträumte Refrains sowie in elegische, teils sehr lange, breit gefächerte Parts und einnehmende Sound-Wände. THE CURE ist hier ein einwandfreies Album gelungen, das mit den ebenso vorzüglichen "Kiss Me Kiss Me Kiss Me" und "Wish" qualitativ in einer Reihe steht. Ein Werk für die Ewigkeit.

The Mescaline Injection Hall of Fame

» The Cure

INFO-BOX
Künstler The Cure
Titel Disintegration
Format Album
Länge 12 Tracks | 71:42
Label Fiction Records
1989

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (1 Wertungen, Ø 10,00 von 10)
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