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The Aqualung – "We Bare All"

10. Juni 2015 | Bastian | Musikrezensionen | 703 mal gelesen

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Starke Songwriter, starke Instrumentalisten

The Aqualung - "We Bare All"Bei 'Aqualung' musste ich zuerst an den Bestseller von JETHRO TULL denken. Dass die britischen Prog-Rocker zu den fernen Einflüssen der deutschen Band zählen könnten, ist sicherlich nicht nur wegen des Bandnamens nicht ganz abwegig. Die vier Musiker, die quer über Deutschland verteilt sind und sich zu aufregenden Livesessions im Studio treffen (sofern sie nicht gerade auf Tour sind), ordnen sich selbst im Bereich Alternative und Post-Rock ein, die progressiven Elemente ziehen sich allerdings auf ihrem neuen Album wie ein roter Faden durch alle Songs.

Bei THE AQUALUNG bedeutet das allerdings keine verkopften Technik-Epen, keine zu anspruchsvolle Abstraktion. Ihre Songs werden vielmehr von einer Balance aus drei wesentlichen Charakterzügen bestimmt. Das wäre zum einen das Alternative-Flair (mit einem Quentchen Indie, nach meinem Dafürhalten), sozusagen die Songwriter-Seite für die leichten, beschwingten, vibrierenden Momente, die trotz aller Stilausflüge das Gesamtbild im Fokus hält.
Hinzu kommen zwei Phasen der instrumentalen Seite: Zum einen das ruhige, melancholische Gesicht der Band, in der die Musiker durch fragile Melodiegebilde mäandern oder einfach auf einem atmosphärischen Teppich schweben, auf dem man sich als Hörer sofort wohlfühlt. Zum anderen der energetische Teil, nicht Widerpart sondern eher Zwilling, bestimmt durch starke, hart rockende Gitarrenpassagen.

Es hat einen Grund, warum sich die meisten ihrer Stücke bis über sechs Minuten Länge erstrecken, denn die Band folgt stets dem Anspruch, diese drei Teile in ihren Kompositionen zu vereinen – was ihnen erstaunlich gut gelingt. Zu meinen persönlichen Highlights zählen vor allem die instrumental starken Stücke "Metasphere", "The Aqualung Pt. II" und "One Last Time": Hier pendeln THE AQUALUNG zwischen trippiger, gedankenverlorener Atmosphäre, elegischer Gelassenheit und aufreibenden, lautstarken Ausbrüchen; alles zusammengehalten durch melodische Spannungsbögen. Sie greifen dabei zeitgenössische Post-Rock-Charakteristika auf, ebenso wie Urväter der Marke PINK FLOYD in einigen kurzen Momenten sanft durchschimmern.

Das Ergebnis ist eine hörenswerte Platte, die das emotionale Auf und Ab des Lebens in ihren Songs wiederspiegelt, und sich beim Bedienen von Genreklischees angenehm zurückhält. Einfach mal reinhören!

7/10

» The Aqualung

INFO-BOX
Künstler The Aqualung
Titel We Bare All
Format Album
Länge 11 Tracks | 64:41
Label SpinnUp / Universal
10.04.2015

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