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Subraum Katzen – "Träume in dunklen Farben"

30. März 2009 | Bastian | Musikrezensionen | 2.001 mal gelesen

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Industrial / Synth-Pop aus Basel

Subraum Katzen - "Träume in dunklen Farben"Schrödinger's bemitleidenswerte Katze hat nur eine Box, in der es zugegeben nicht gerade bequem ist, noch dazu nicht ganz ungefährlich. Die Katzen, die im Subraum flanieren, haben es da als universale Weltengänger schon leichter. Außerdem wissen diese listigen Tiere vermutlich schon längst, was es mit weißen Löchern auf sich hat – auch wenn sie die ja gar nicht brauchen.

Die Subraum Katzen, dass sind Frau Katze und Herr Subraum aus der Schweiz, wo auch Ricola und YELLO herkommen. Und diese zwei sind genau das Richtige für Menschen, die vom 2raumwohnung-Popgeplänkel im Radio und Superstar-Blödsinn im Fernsehen eindeutig die Nase voll haben. Ihr Debütalbum "Träume in dunklen Farben" ist ein bezauberndes Konglomerat aus Sehnsucht, Weltschmerz, Liebe, Depression und Hoffnung, eingebettet in neun fragile, emotional tiefe Songs.
Subraum Katzen, das bedeutet elektronische Beats, warme Synthesizerklänge, Gitarren und tiefsitzende, weit verästelte musikalische Wurzeln, die in sich in viele Richtungen ausdehnen und zu Metal und Industrial reichen, genauso wie zu Rock, Pop und Electronica. Wenn man wie die Katzen zwischen den Stühlen steht, zwischen den Welten hin und her springt, hört man die Liebe zum Detail heraus, die in jedem der Stücke steckt. Komplexe Rhythmen, Breaks ("Lichtbringer"), prägnante Bassdrum und Snare ("Torpedorohr"), originelle, atmosphärisch coole Filmsamples ("Meine Welt"), teilweise sogar richtig metallisch rockende Riffs ("I wonder") – hier sind Musikliebhaber am Werk, die mit Kopfhörern durch den Tag gehen.

Der Gesamtsound des Albums zeichnet sich vor allem durch seine Reduziertheit aus. Weniger ist mehr: Mit minimaler Instrumentierung erreichen die Subraum Katzen mehr, als vermutlich durch Bombast erreichbar wäre. Es ist wohl eine Frage der Perspektive – einerseits könnten einige Stellen ruhig ein bißchen mehr Bass, mehr Lautstärke vertragen, andererseits erzielen diese oberflächlich fragilen Momente eine ebenso starke Wirkung, als würde man sie mit maximalem Kammerdruck durch den Kompressor jagen.
Das liegt vor allem an Sängerin Katze, die mit ihrer Stimme, mal grazil, mal elegant, mal verletzlich und immer charismatisch, den Stücken ihren unverwechselbaren Stempel aufdrückt. Sie ist das Gesicht der Songs und hat mit Herrn Subraum einen starken Partner, ob im Duett ("Kannst du noch warten") oder als effektvoller Kontrast ("Cut myself"). Die Gesangsmelodien stehen meistens im Vordergrund, während sich die Instrumente dezent geben ("Skinny Norris"), und doch sorgen sie für zahlreiche Momente, die sofort unter die Haut und ins Ohr gehen ("Too Long").

Doch allem Anschein von Geradlinigkeit zum Trotz: Im Subraum gibt es keine Konventionen, an die man sich halten müsste, und so bewegen sich die Katzen wunderbar befreit und lässig in ihren Kompositionen, bei denen zwischen Melodie und Text immer wieder Spannung und Dissonanzen aufgebaut werden. Ein Aufeinandertreffen von vielen Gefühlen, Gedanken und Erinnerungen, und Reminiszenzen an bestes Schweizer Tonhandwerk der späten 80er Jahre. Bestens geeignet für intensive Träume und zum Schweben zwischen den Klanguniversen.

8/10

» Subraum Katzen

INFO-BOX
Künstler Subraum Katzen
Titel Träume in dunklen Farben
Format Album
Länge 9 Tracks | 39:56
Label Timezone
07.11.2008

Leserwertung:

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