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Strange Attractor – "Everything Is Closer" / "Mettle"

25. Januar 2012 | Bastian | Musikrezensionen | 2.801 mal gelesen

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Niederländische Jazz-Soundtracks

Als Fan der deutschen Industriallegende (ich erhebe sie einfach mal in diesen Status) PHALLUS DEI war ich vor vielen Jahren natürlich daran interessiert, was die Herren sonst noch treiben, wenn sie schon keine neuen Alben unter diesem Namen aufnehmen. Und wie der Zufall es so wollte, stieß ich wenig später auf ein Projekt, welches meine Durststrecke nach dem Verschwinden von Matt Coopers OUTSIDE beendete: STRANGE ATTRACTOR.

Der Name liebäugelt mit Mathematik und Chaostheorie, die Songtitel bisweilen mit Psychologie. Von kalten, maschinellen Klängen ist hier unter den Händen von Richard Van Kruysdijk und Niels van Hoorn jedoch nichts zu spüren, aber die Synthesizer sind quicklebendig. Ähnlich wie OUTSIDE ist STRANGE ATTRACTOR eine lebendige, organische Masse, die gern aus bemühter Einfallslosigkeit als 'Nu Jazz' bezeichnet wird. Klassische Jazz-Elemente fusionieren hier in einer einzigartigen Mischung mit Trip-Hop, Downtempo und Lounge.

Die ersten beiden Veröffentlichungen "Rorschach" und "Rorschach II" mündeten letztendlich in "Everything Is Closer" und zeichnen sich vor allem durch ihren Fokus auf Jazzstrukturen, ausgedehnte instrumentale Passagen, Interludien und improvisatorischen Charakter aus. Dazwischen elektronische Beats und generell eine "urbane" Atmosphäre, die sozusagen eine ganze Großstadt zur Bar mit angeschlossenem Club macht. Die Aufgeschlossenheit und Vielfalt des Albums, die emotionale Handschrift der Songs und vor allem der Gesang von Marie-Claudine Vanvlemen machen "Everything Is Closer" eigentlich zur einem vollkommenen Werk, um dass sich die größten Jazzlabels geradezu reißen müssten. Hätten. Das war 2006.

Drei Jahre später erschien mit "Mettle" der Nachfolger, mit hörbaren Veränderungen. Auch wenn STRANGE ATTRACTOR nie für progressiv-komplexe Technikmusik standen, wirkt die Musik nun noch wesentlich zugänglicher. "Anything" verführt den Hörer gleich zu Beginn mit opulent-orchestralem Refrain. Die Jazz-Elemente halten sich zurück während die Songs insgesamt vertrautere Strukturen bekommen haben. Nur nicht zu verwechseln mit dem Baukastenprinzip von Pop – aber man spürt, dass "Everything Is Closer" ursprünglich mal ein Zwilling war, während "Mettle" nun wie aus einem Guß erscheint, STRANGE ATTRACTOR aber von ihrem Facettenreichtum nichts verloren haben.

Da wäre das verwegene, elegante "The Best Things…" mit seiner genialen Basslinie, das einfühlsame, balladeske "Evaporate" oder das herrliche "Sleaze", welches mit seinem Film Noir-Charakter seinem Namen alle Ehre macht. Dazu der schöne jazzige Erzählstil, v.a. bei "Quietude", der hier im Vergleich zum Vorgänger regelrecht zelebriert wird. Die deutlichste Rückkehr zu den Wurzeln ist "Snail", mit der STRANGE ATTRACTOR auch gleichzeitig ein Tribut an Mark Ishams Soundtrack zu "Romeo Is Bleeding" abliefern. Ob bewusst oder unbewusst spielt dabei keine Rolle, aber diese düstere Nummer mit Solo-Trompete hat einfach eine bestechende Wirkung. Ganz großes Klangkino!

» Strange Attractor

INFO-BOX
Künstler Strange Attractor
Titel Everything Is Closer / Mettle
Format Album
Länge 16 / 10 Tracks | 68:25 / 62:33
Label Music For Speakers / Big Blue Records
13.04.2006 / 09.01.2009

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