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Stone Temple Pilots – "Stone Temple Pilots"

1. Juni 2010 | ME | Musikrezensionen | 2.344 mal gelesen

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Californication über alles

Stone Temple Pilots - "Stone Temple Pilots"Wenn die STONE TEMPLE PILOTS 2010, das heißt nach neun Jahren, ein neues Album veröffentlichen, erwarte ich wahrscheinlich zuviel. Immer denke ich an die ersten beiden Kultalben dieser tollen Band, wenn es heißt "Comeback". So auch diesmal. Und eines vorweg: Die STONE TEMPLE PILOTS sind leichter, beschwingter, weniger nölig als früher. Nach Art des Labels könnte man sagen "Sie sind erwachsener geworden" oder ähnliches.

Alle Songs bewegen sich radiokompatibel um die drei Minuten Spieldauer. Und das lässt wenig Raum für Spielchen. Andererseits starten die Sons of Seattle, Verzeihung, San Diego natürlich, mit richtig guten Songs in das Album: die ersten vier Tracks leben von Scotts feinen Vocals, immer noch unendlich lässig vorgetragen und diesen immer etwas abgeschrägten Licks.

Die Soli werden mit Verve, Groove und Swing vorgetragen, stillstehen kann man nicht zu solcher Musik. Ein wenig erinnert das an eine harte Variation der THE BEATLES mit dem (etwas geglätteten) Rebellentum von NIRVANA. Und die staubigen Southern-Vibes im großartig geratenen "Hickory Dichotomy" sind formidabel in den unendlich coolen, beschwingt vorgetragenen Song integriert.

Es ist ja auch schwierig für die Piloten: die ganzen "THE"-Bands haben sich etabliert mit pseudonöligem Gehabe, Kombos wie MANDO DIAO räumen bei den Jüngsten ab und wo sollen sich da die Urväter handgemachten Indierocks positionieren? Am besten gar nicht, lautet die Devise der STONE TEMPLE PILOTS. Daher machen sie, was ihnen gefällt.

Und schlechter als früher sind sie keineswegs; sie machen nämlich (im Gegensatz zum Reißbrettkram der "THE"-Bands) wirklich erdige Musik. Und das Amerikanische bringt da Vorteile gegenüber Skandinavien, denn dort ist es staubiger, weiter der Horizont, die Abgeschiedenheit eine andere. Klapperschlangen können Freunde sein.

"Hazy Daze" flirtet mit US-amerikanischen Rock-Standards, Rock'n'Roll und Blues sind nun einmal typisch für die Staaten, da können THE KOOKS, THE HIVES und MANDO DIAO sich einen abbrechen, wie sie wollen. "Bagman" zeigt, dass die STONE TEMPLE PILOTS nicht mehr nur an der Tanke abhängen, sondern schon mal selber ins Cabrio steigen, und zwar in weiblicher Begleitung, was etwas mehr Zufriedenheit entstehen lässt. Und natürlich, man muss es sagen, auch mehr Konsensattitüde.

Das schräge Riffing in "Peacoat" geht in einen typisch verwinkelt-melodischen STONE TEMPLE PILOTS-Chorus über. Ganz leicht soll es der Hörer nun auch nicht haben. In "Fast As I Can" müssen wir endgültig konstatieren, dass die Kombo im Mittelstandsleben und den Traditionen der Westcoast angekommen ist. Das hat Vor- und Nachteile. Sie sind nun selbst Eltern, verteidigen den Blues, werden jedoch von den nachfolgenden Kids übertroffen, was Rebellentum angeht. Selbige sitzen lästernd im Schatten der Veranda; die STONE TEMPLE PILOTS dagegen stehen mitten in der kalifornischen Sonne, der sie sich nun, wer will es ihnen verdenken, gern aussetzen. Californication über alles!

Gut sind sie immer noch. Das Album ist zwar stark am US-Markt orientiert, zeigt aber immer noch einstige Stärken. "First Kiss On Mars" eröffnet zunächst beinahe DAVID BOWIE-like, um dann wolkig in die Stratosphäre zu entschweben. Vielleicht ist die Veröffentlichung manch einem zu unspektakulär, zu wenig ruppig, das Augenzwinkern zu erwachsen, na und? Die STONE TEMPLE PILOTS bieten immer noch Hörenswertes, auch in der anschmiegsameren Variante. Und der abschließende jazzig-angehauchte "Samba"-Track ist astrein!

8/10

» Stone Temple Pilots

INFO-BOX
Künstler Stone Temple Pilots
Titel Stone Temple Pilots
Format Album
Länge 12 Tracks | 41:16
Label Atlantic Records
21.05.2010

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (8 Wertungen, Ø 7,13 von 10)
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2 Comments zu Stone Temple Pilots – "Stone Temple Pilots"

Matt
1. Juni 2010

Hm, tatsächlich haben die Piloten hier ein gutes Album vorgelegt, allerdings muss ich auch ganz klar sagen, dass mir auch deutlich die Ecken und Kanten fehlen. Die Songs sind mir insgesamt ein klein wenig zu glatt und unspektakulär, auch zu freundlich und locker. Mir fehlt dieses Verträumte, das gewisse Etwas, dieses wolkige, das die STONE TEMPLE PILOTS immer hatten…. ich bemerke das in dem Song "Mayer", der zwar auch sehr glatt ist aber Sonnenstimmung vermittelt. Weiland klingt variabler denn je, spricht mich aber erstaunlicherweise nur bedingt an, und das obwohl ich seine Stimme sehr gerne mag und höre. Das alte Feeling für die Band will bei mir mit den neuen Songs nicht mehr so richtig aufkommen irgendwie. Vielleicht kommt das ja noch. Bislang vergebe ich solide 7/10

Matt
7. Februar 2013

Nach häufigem Hören des Albums muss ich von einer klaren Enttäuschung sprechen. Aalglatte Kompositionen, die vermutlich irgendwann im Fahrstuhl gedudelt oder bei Penny das Kühlregal beschallen werden. Richtige Knaller gibt es keinen einzigen. Sehr sehr Schade. 5/10

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