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Steve Walsh – "Shadowman"

24. August 2009 | Matthias | Musikrezensionen | 1.356 mal gelesen

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Dann lieber KANSAS...

Steve Walsh - ShadowmanNun, dass STEVE WALSH auf seinem Solowerk "Shadowman" stellenweise progrockige Töne zum Besten gibt, finde ich schon ein wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der Mann als Sänger der Rocklegende KANSAS bisher deutlich seichtere und andersartigere Soundgefilde bedient hat.

Alles wunderbar also? Weit gefehlt! Schon beim Opener "Rise" fällt sofort auf, dass auch der Herr WALSH nicht mehr der Jüngste ist und seine Stimme nicht mehr tadellos rüberkommt. Die Musik des ersten Songs ist ebenfalls nicht so das Pralle und wenn man es dann endgültig betrachtet, ist der gewählte Opener mit seinen pseudoharten Parts und dem fürchterlich tuckernden Keyboard ein ziemlicher Griff ins Klo.

Als Nächstes folgt der Titeltrack und was soll ich sagen… Track 1 und 2 stehen wie Feuer und Wasser zueinander. Ein klasse Song, der sich musikalisch im Melodic-Rock-Bereich ebenso bedient wie im Progressive Rock und es stimmt einfach alles. STEVE WALSH überstrapaziert seine Stimme nicht, er singt in Gefilden, die er noch locker bewältigen kann und lässt den Feinheiten seines Organs freien Lauf. Der Gesang erinnert mich sogar ein wenig an GARY MOORE zu seinen Metal-Zeiten oder das BBM Projekt.

Beim dritten Lied wird dann das progressive Element außen vor gelassen und reiner Melodic Rock geboten, der mit klasse Gitarrenlinien daherkommt und Freunde von THUNDER und JIMMY BARNES gefallen dürfte. "Keep On Rockin´" bringt dann genau das, was der Name verspricht. Old School Hardrock, auch besser bekannt unter dem Banner AOR. Allerdings schafft es dieses Stück nicht mit Klassikern dieses Genres mitzuhalten. Stilistisch würden LITTLE CAESAR als Vergleich passen.

Danach folgt ein weiterer Abgrund, nämlich das Akustikstück "Pages Of Old", was nicht nur musikalisch zum gähnen ist, sondern auch stimmlich absolut unter aller Würde für einen Sänger wie STEVE WALSH ist. Mit "Hell Is Full Of Heroes" folgt dann der absolute Nullpunkt des Albums und ich frage mich tatsächlich, ob der Mann das ernst meint!? Technorythmen mit Hardrock kombiniert, kann das gutgehen? Nein, das geht verdammt in die Hose und auch die netten reinrassig rockigen Zwischenparts machen aus dieser Gülle keinen akzeptablen Song mehr.

Das vorletzte Stück "After" ist dann gleich nach dem Titelstück "Shadowman" das musikalisch zweitbeste Stück des Albums und mit über neun Minuten auch das Längste. Symphonic Rock paart sich modernerem Hardrock. Große Melodien und klasse Refrains vermisse ich zwar auch hier, aber in anbetracht der restlichen Leistung auf dem Album ist der Track durchaus akzeptabel.

Den Abschluß bildet "The River", eine Schnulze, die selbst KANSAS zu schmalzig wäre, Auch hier ist die Gesangsleistung von STEVE WALSH alles andere als rosig und es ist schon fast entsetzlich, wie "zerstört" und alt seine Stimme klingt…

Der einzige Track, der mich auf diesem Album wirklich überzeugen konnte, ist das Titelstück "Shadowman" und ich denke, STEVE WALSH weiß schon, warum er das Album so benannt hat. Alles andere ist ein sehr enttäuschender und somit kläglicher Versuch, mit Experimenten und genreübergreifenden Mitteln einen Kontrast zu KANSAS zu schaffen und aus dem Schatten dieses großen Namens zu treten.

3/10

» Steve Walsh

INFO-BOX
Künstler Steve Walsh
Titel Shadowman
Format Album
Länge 8 Tracks | 48:57
Label Frontiers Records
04.07.2005

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