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Steve Moore – "Light Echoes"

3. November 2012 | Bastian | Musikrezensionen | 1.250 mal gelesen

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Alte Synthesizer Schule

Klein, aber fein. Ok, 70 Minuten Spielzeit sind wohl alles andere als kleinlich. Aber wenn Minimalismus über diese Distanz dennoch eine vortreffliche Wirkung erzielt, dann ist das wirklich etwas Schönes. Liebhaber von alten analogen Synths und den Sounds der Berliner Schule (beinahe hätte ich "Berliner Schulze" geschrieben…) bekommen hier einen hörenswerten Leckerbissen serviert.

Steve Moore kennt man vor allem durch ZOMBI, aber auch solo ist der Mann sehr aktiv. Er produziert für Bands wie TITAN und veröffentlicht seit einigen Jahren in angenehmer Regelmäßigkeit Platten unter seinem eigenen Namen, die sich mal mehr, mal weniger deutlich von seiner Hauptband entfernen. "Light Echoes" wartet natürlich mit einigen vertrauten Klängen auf, etwa wenn ZOMBI wie bei "Cosmos" auf ausgedehnte Ambienttrips gingen. Ansonsten aber ist das Album eine gelungene Frischzellenkur für die Klänge, die man seit den 70ern vor allem von deutschen Vertretern des Synthkultes zu hören bekam.
Weitläufige Ambient-Trance-Landschaften mit einem pulsierenden inneren Rhythmus bestimmen das Bild. Moore verzichtet auf Schlagwerk oder Perkussion, vielmehr gleicht der Rhythmus natürlichen Taktgebern wie Herzschläge oder das Atmen. "Light Echoes" glänzt mit warmen, organischen Klängen und sechs gut ausbalancierten Tracks, in denen auf den ersten Blick nicht sonderlich viel passiert, aber dennoch viel wirkt. Atmosphärisch sieht man sich ziemlich schnell in der Nähe des Alls schweben, während sich der Zeitfluß verlangsamt und immer wiederkehrende Motive durch kleine Details ergänzt werden.

Vor allem im letzten über-überlangen Stück brint es Moore dabei fast auf eine halbe Stunde. Selbst Großmeistern wie Schulze oder Namlook gelingt es nicht immer, den Spannungsbogen über diese extreme Distanz aufrecht zu erhalten, aber Moore schlägt sich tapfer. "Light Echoes" wabert, vibriert, bebt – aber es ist ein sanftes Beben, welches ein wohliges Gefühl hinterlässt. Darüber hätte man sich anno dazumal sicherlich auch bei Kosmische Musik oder Brain gefreut.

» Steve Moore

INFO-BOX
Künstler Steve Moore
Titel Light Echoes
Format Album
Länge 6 Tracks | 67:24
Label Cuneiform Records
02.10.2012

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