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Sonic Youth – "The Eternal"

5. Dezember 2009 | ME | Musikrezensionen | 2.007 mal gelesen

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Eigenwillige Geräusche

Sonic Youth - "The Eternal"Die Noise-Veteranen von SONIC YOUTH wollten dieses Mal ein besonders rockiges Album aufnehmen. Ich hatte im April 2009 in Düsseldorf die Ausstellung "Sonic Youth Etc.: Sensational Fix" der Kult-Band besucht: es gab Räume, in denen übergroße Monitore oder Leinwände aufgehängt waren, seltsame Videosequenzen unaufhaltsam vorüberwaberten, dazu eigenwilligste Geräusche. Dann wieder durfte man über alte K-Tel LPs (schade um "Dynamite" und "Music Power", hehe…) laufen, Bizarre Videos mit Bandmitgliedern betrachten oder Fotos und Überbleibsel aus beinahe drei Jahrzehnten der Arbeit dieser innovativen Kombo bewundern. In einer Dunkelkammer wurden bedrohliche Filmpassagen zu instrumental ausufernder, sich stets in Spiralen drehender Musik gezeigt: mir sind Bilder wie wirbelndes Herbstlaub, ein Kind, das verloren im Park steht und ein enge Kreise ziehender Leopard erinnerlich.

Daher erwartete ich mit "The Eternal" ähnlich irritierendes Soundgewaber. Doch nichts da. Stattdessen bekommen wir intelligente, abwechslungsreiche, experimentelle Rockmusik geboten. Stets bleiben SONIC YOUTH locker, spielerisch mit verzerrten Akkorden, variablen Vokals (Kim, Thurston und Lee steuern Vocals bei, manchmal zusammen) und feinem Bassspiel aufwartend, welches nicht selten in den Jazz-Bereich abdriftet. Das tun auch die Gitarren gelegentlich. Der rote Faden bleibt uns erhalten. "Malibu Gas Station" und "Antenna" sind echte Hits. Das tolle "Walking Blue" swingt wie RED HOT CHILI PEPPERS einst im Mai; erstaunlich, wie inspiriert SONIC YOUTH auch nach drei Dekaden noch tönen. Mal ehrlich, das gefällt mir auch besser als die sehr experimentelle Ausrichtung, für welche mein Intellekt nicht geschaffen scheint. Denn Mut zum Ausprobieren finden wir auch hier: das mit einiger Überlänge ausgestattete "Message The History" bietet lange Instrumentalpassagen, welche RED SPARROW und PELICAN-Jüngern Freudentränen entlocken müssten. Dieser Song ist einfach großartig, clever arrangiert, mit tollen, sehr intensiv gehauchten Vocals von Kim versehen. Ein Sender will stören, doch die Elektrische lässt sich nicht beirren, ebenso wenig die Slide-Gitarre.

No Fillers, just Killers, könnte man auch sagen. SONIC YOUTH haben eine feine CD veröffentlicht. "Poison Arrow" enthält Vibes, welche an die seligen PVC ("Twilight Zone", "No Return") erinnern, das gibt Bonuspunkte!

8/10

» Sonic Youth

INFO-BOX
Künstler Sonic Youth
Titel The Eternal
Format Album
Länge 12 Tracks | 56:19
Label Matador
09.06.2009

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (4 Wertungen, Ø 7,75 von 10)
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1 Kommentar zu Sonic Youth – "The Eternal"

Matt Sick
5. Dezember 2009

Diese Band ist einfach super und vor allem nicht unterzukriegen. Ihre Eigensinnigkeit und das Durchhaltevermögen dabei empfinde ich in der heutigen Zeit, in der Plastik und Kassenquoten dominieren, als äußerst erfrischend. 8/10

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