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Sonic Youth – "Sonic Nurse"

22. Dezember 2017 | Matthias | Musikrezensionen | 288 mal gelesen

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Intensiv, nachdenklich, melancholisch

Sonic Youth - "Sonic Nurse"Darüber, dass diese Band als wichtigster und wohl bekannteste Vertreter des No Wave galt, braucht nicht weiter erwähnt, geschweige denn diskutiert zu werden; das ist ohne Wenn und Aber Fakt! Aber auch SONIC YOUTH hatten sich im Laufe ihrer Karriere hörbar entwickelt und von den anfänglichen Kracheskapaden ist in den letzten Jahren ihres Bestehens nicht mehr ganz soviel übrig geblieben. Zum Glück, muss man angesichts solch toller Alben wie "Sonic Nurse" aus dem Jahre 2004 anmerken. Nein, nein, die Band hatte ihre Roots nicht verlassen, aber sie haben sie erweitert, ergänzt und geschickt modifiziert, sozusagen Essenzen gefiltert. Man hört, dass sie reifer und erfahrener geworden waren, musikalisch wie persönlich und nicht mehr ausschließlich auf Krawall und 'direkt ins Gesicht' setzten. Die Band, das seinerzeit noch bestehende und mit der späteren Auflösung getrennte Ehepaar Kim Gordon (Gitarre/Bass/Gesang) und Thurston Moore (Gitarre/Gesang) sowie ihre Mitstreiter Lee Ranaldo (Gitarre), Steve Shelley (Schlagzeug) und Jim O'Rourke (Gitarre/Bass), hatte sich entwickelt.

Das vorliegende, 13te Album, erschien nach "Murray Street" (2002), bei dem sich zuvor einmal mehr die Geister schieden. Selbst, wenn "Sonic Nurse" auf den ersten Eindruck viel ruhiger, geordneter und melancholischer rüberkommt als die vergangenen Werke ("Murray Street" vielleicht einmal ausgenommen), dürfte genau dies der Grund sein, warum auch dieses Album wieder einmal Anhänger der Fans in verschiedene Lager gespalten hat. Zu leise, zu wenig Alarm, zu wenig Lärm, zu geordnet, zu viel von dem, zu wenig von jenem usw. bla bla. Es gibt immer etwas zu meckern an SONIC YOUTH und die einzigen, denen das scheinbar stets egal war, war nur die Band selbst. Und genau diese Haltung hat sie irgendwie immer sympathisch gemacht, egal wie gut oder mies man ihre Veröffentlichungen fand.

Die Stimmung auf der gesamten Scheibe wirkt gedrückt, so als ob sich die Musiker alle am Rande einer Depression entlanghangeln. Kim Gordon singt oft erstaunlich zurückhaltend und wirkt, wie ihr Partner Thurston Moore auch, oft regelrecht nachdenklich. Die letzten beiden Stücke, "I Love You Golden Blue" und "Peace Attack" gelten hierfür als Paradebeispiel, denn in ihnen sammelt sich noch einmal die atmosphärische Essenz des Albums, zwischen Entspanntheit und melancholischer Sanftheit.

Spannend ist, dass SONIC YOUTH einerseits mit diesem Album so zugänglich wie nie zuvor waren und gleichzeitig trotzdem ihren eigenwilligen Charakter erhalten haben, denn austauschbar klingen sie auch hier keineswegs. Gordons attraktiver 'Nichtgesang' und Moores Extravaganz sind stets zugegen, wenn auch nicht so offensiv wie früher. Es funktioniert also auch reduziert und auf leise getrimmt. "Sonic Nurse" könnte dadurch ein Album sein, das auch Hörer anspricht, die bislang nichts mit der Band anfangen konnten. Who knows…

» Sonic Youth

INFO-BOX
Künstler Sonic Youth
Titel Sonic Nurse
Format Album
Länge 10 Tracks | 62:48
Label Geffen Records
08.06.2004

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