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Slayer – "World Painted Blood"

28. Oktober 2009 | ME | Musikrezensionen | 1.574 mal gelesen

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Ante Mortem

Slayer - "World Painted Blood"SLAYER werden immer an ihren ersten drei Alben gemessen werden. Da hatte Araya noch Wut im Bauch und sang dunkler,  nicht so hoch und überdreht wie ein Sergeant der US-Marines, welcher uns Angesicht zu Angesicht seine Wutschreie entgegenbrüllt, uns gleichzeitig die Zahnbürste zum Latrinenschrubben hinhaltend. Seit "South Of Heaven" klingen die Licks nicht mehr so flüssig wie anfangs, haben sich Hakelsoli, trockene Atmosphäre und Midtempo mehr und mehr breit gemacht im musikalischen Geschehen der Altmeister.

Schritt für Schritt schlichen sich Street-Gang-Shouts, typisch amerikanische Core-Attitude und modernere Samples in die Arrangements, was SLAYER zuletzt, zumindest für mich relativ belanglos werden ließ, zumal sich das Liedgut ihrer letzten Alben kaum mehr voneinander unterschied. Da macht auch "World Painted Blood" keine Ausnahme. Der Titelsong bietet uns diese bereits ein hundertmal gehörte Kost, welche keinerlei Überraschung auslöst. Nur der heavy gespielte Mittelteil lässt kurz aufhorchen. Ähnlich verhält es sich mit dem schweren Lick in "Snuff". Wenn dann wieder geschrien wird und das fortwährend identische Tempo Einzug hält, wird es langweilig. "Beauty Through Order" fällt aus dem Rahmen: die Strophenphase baut düstere Grundstimmung auf, welche sodann vom unpassenden Chorus zerhackt wird.

Der sandige Sound, die sterile Produktion missfällt; die Gesangsleistung von Araya ebenso. Die Soli kennen wir 1:1. Irgendwann will man dem Marine, der unentwegt herumbrüllt, die Fresse polieren. Wie flüssig konzipiert waren dagegen "Metal Storm/Face The Slayer", "Evil Has No Boundaries" oder "Postmortem"! Wie hämmernd das Intro von "Hell Awaits"! Im Gegensatz zu METALLICA, welche zunehmend Rock, Country und zeitweilig sogar Folk in ihre Songs integrierten und auf "Death Magnetic" zuletzt sämtliche Phasen ihres Schaffens kombinierten, blieben SLAYER sich seit "South Of Heaven" treu, treten auf der Stelle, seit Jahren.

Einzig der Beginn von "Playing With Dolls" bleibt hängen, weil diese Passage für SLAYER-Verhältnisse beinahe balladesk tönt. Die zahlreichen Dreiminutensongs tönen austauschbar; das Riffing erinnert an "Christ Illusion", selbiges an "God Hates Us All", das wieder an "Diabolus In Musica" usw… SLAYER leben von ihren unvergesslichen ersten drei Alben; diese sollte man auflegen, wenn man geilen Thrash hören will.

6/10

» Slayer

INFO-BOX
Künstler Slayer
Titel World Painted Blood
Format Album
Länge 11 Tracks | 40:11
Label American Recordings
28.10.2009

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (7 Wertungen, Ø 6,71 von 10)
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2 Comments zu Slayer – "World Painted Blood"

Matt Sick
29. Oktober 2009

Gelungenes Review! SLAYER sind (nur noch) ein Schatten ihrer selbst. Ein paar nette Parts pro Album, das war es dann aber auch schon. Auch wenn es viele nicht mehr hören können (warum eigentlich nicht?), ich lege lieber "Reign In Blood" auf, eines DER Alben des letzten Jahrhunderts im Heavy Metal. 6/10

Eschi
2. November 2009

WPB raucht Death Magnetic locker in der Pfeife

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