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Sielwolf & Nam-khar – "Atavist Craft"

1. April 2015 | Bastian | Musikrezensionen | 1.334 mal gelesen

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Maschinenrituale

Sielwolf & Nam-khar - "Atavist Craft"Die Rückkehr von SIELWOLF. Das war sicherlich nicht nur für mich eine Überraschung, die ich hier schon ehrlich bekundet habe. Vor mehr als 20 Jahren bin ich zum ersten Mal mit ihnen in Kontakt gekommen. Die Zeit obskurer Industrial-Sampler, die man mit etwas Glück finden musste. Allerdings auch die Zeit, in der Stadtmagazine noch über solche Projekte berichtet haben. So einen Namen liest man, und vergisst ihn nie wieder. Zur Jahrtausendwende war die Sammlung im Regal dann komplett – zu dem Zeitpunkt waren SIELWOLF aber längst Geschichte.

Bis dahin hatte sie die Reise zu Labels wie Parade Amoureuse und Cashbeat geführt – auch längst verblichen. Die Reise selbst: Eine Tour de force des Industrial (Metal), mechanischer Avantgarde, experimenteller Elektronik, Techno, House, Dark Ambient. Nichts, was sich in drei Sätzen angemessen erklären lässt.

Nun ist SIELWOLF zurück, zusammen mit dem Projekt NAM-KHAR aus Hessen. Die sind bereits auf zahlreichen Dark-Ambient-Compilations vertreten, und können auch auf einige Veröffentlichungen ihrerseits zurückblicken ("Selected Ritual Works", "A Hallowed Ground Within"). "Atavist Craft" ist ihr gemeinsames, neues Lebenszeichen.

Das Kollab-Album beginnt mit Dark-Ambient-Schwingungen ("Ateul"), die bis zu "Nachstrom" zurückreichen, aber am ehesten mit "IV", bzw. der Mick Harris Remixplatte "V" vergleichbar sind – sowie dem Œuvre Nam-Khars.
Das folgende "Amei" pulsiert, wabert in Subbässen und tiefen Einschlägen; ein wahres Industrial-Maschinen-Ritual, bei dem man als Hörer wie in einem Generator steckt, der immer mehr auf Touren kommt. Gerade hier empfiehlt sich die Beschallung über den Kopfhörer, um die niederfrequenten Details aufzunehmen.
"Clost Indukt" ist der zentrale Punkt, ein Stück über 15 Minuten mit ritualistischem (Dark) Ambient, und ohne Zweifel das variationsreichste. Dazu gehören auch akustische Instrumente und unheilvolle Beschwörungs-Chants.
Dann kommt das geisterhafte, bedrohliche "Repron" mit seiner von Spannung aufgeladenen Atmosphäre wie aus einem Sci-fi-Horrorsoundtrack. Das Album schließt mit dem minimalistischen, bisweilen LUSTMORDesquen "Roserum".

Insgesamt eine mehr als überzeugende Offerte, nicht nur durch den illustren Namen. Kennern würde die musikalische DNA auch bei einem White Label auffallen. Mit der Hilfe von NAM-KHAR erfahren wir eine teils vertraute aber eben auch neue Seite eines faszinierenden Projekts, welches sich auf seinen Alben und EPs nie wiederholt hat. Die Reise – sie geht offenkundig weiter.

8/10

» Sielwolf
» Nam-khar

INFO-BOX
Künstler Sielwolf & Nam-khar
Titel Atavist Craft
Format Album
Länge 5 Tracks | 49:17
Label Sombre Soniks
23.02.2015

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (2 Wertungen, Ø 9,00 von 10)
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