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Shaded Enmity – "Like Prayers On Deaf Ears"

11. Februar 2010 | ME | Musikrezensionen | 2.372 mal gelesen

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Wintersturm

Die Sons of Seattle SHADED ENMITY machen nicht den für diese Region so typischen Indie-Rock. Nein, diese US-Boys sind der lebende Beweis dafür, dass es noch Bands gibt, die es verstehen, richtig guten melodischen Death Metal zu komponieren. Und der tönt auf dem Debut "Like Prayers On Deaf Ears" verspielt, stellenweise schwarzmetallisch, auf jeden Fall immer "fast and furios". Der Gesang wird fein gefaucht, die Gitarren flirren, stets stürmen SHADED ENMITY vorwärts ins Getümmel.

Ähnlichkeiten zu ABLAZE MY SORROW, A CANOROUS QUINTETT und CHILDREN OF BODOM sind gegeben; SHADED ENMITY als Epigone zu bezeichnen wird der gebotenen Musik jedoch nicht gerecht. Denn SHADED ENMITY zelebrieren ihren ureigenen Stil, rasseln, sicheln und säbeln sich durch ihre melancholischen Melodien, ohne sich etwa Thrash-Riffs oder Power Metal-Licks zu bedienen. Die häufig praktizierten Grenzübergänge zu stürmischem Black Metal werden gekonnt in die opulenten Rasereien integriert.

"Beneath The Wretched Sky" ist, ein wenig überspitzt formuliert, ein einziges Gitarrensolo; "The Perfect Incision" wildert in Schwedens Forst; inmitten eines Wintersturms mit Schneeflocken der Größe und Härte von Wurfsternen muss es ähnlich klirren. Der Titelsong "Like Prayers On Deaf Ears" ist dermaßen eingängig melodisch und dabei derartig fein arrangiert, dass die drückende, sehr traurige Hookline eine meiner liebsten in 2009 geworden ist. Da können AMON AMARTH oder Old School-Bands einpacken. Filigran, flitzend, furios die schnelle Gitarrenarbeit.

Hier fühlt man sich wirklich im Herzen des schwarzen Pfeilregens. Und endlich mal wieder ein Album, dass durchgängig Speed aufbietet und sämtliche Glocken erschallen lässt. Die Veröffentlichung ist so trendfrei produziert, wie es eigentlich immer sein sollte, ja muss (es aber leider oftmals nicht ist); immer wieder wird der Morgenstern geschwungen, soll heißen: es gibt weder Breitwand-Hochglanz der Sorte Tägtgren noch erwarten uns sandig-trockene Core-Referenzen.

"Sick Breeding" lässt uns niederknien ob des gemein-guten Chorusses mit im Hintergrund oder besser parallel dazu läutenden Gitarrenklängen. Bass und Drums lassen sich von der konsequenten Linie niemals abbringen. Das Album ist von A-Z hochklassig und daher ein richtiges Highlight 2009. Man sollte sich Zeit und Muße zum Zuhören lassen; nicht alle Tracks gehen unverschlüsselt ins Ohr, was sehr lobenswert ist.

"Her Gorgous Eye" eröffnet akustisch; die drückende Schwere folgt sofort. Das mediterran tönende Instrumental "Adventures In Suicide" ist großartig; auch derartig schwerelose Musik könnte die Band sicher über 45 Minuten einspielen, ohne dass wir Grund hätten, verstimmt zu sein. Ich könnte an dieser Stelle weiter in Enthusiasmus schwelgen, doch ich glaube, der geneigte Leser sollte sich besser gleich diese gelungene CD zulegen, auch wenn das nicht ganz einfach ist, da es sich um eine Eigenproduktion handelt. Die Mühe allerdings lohnt sich!

8/10

» Shaded Enmity

INFO-BOX
Künstler Shaded Enmity
Titel Like Prayers On Deaf Ears
Format Album
Länge 11 Tracks | 50:36
Label Eigenproduktion
25.09.2009

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (10 Wertungen, Ø 8,90 von 10)
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