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Satyricon – "Deep Calleth Upon Deep"

21. September 2017 | ME | Musikrezensionen | 466 mal gelesen

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Quintessenz satyrischer Kunst

Satyricon - "Deep Calleth Upon Deep""Als ich an dieses Album herangegangen bin, habe ich immer im Hinterkopf behalten, dass es entweder der Beginn von etwas Neuem oder mein letztes Album sein würde."

So Bandleader Satyr, als er das neue SATYRICON-Album "Deep Calleth Upon Deep" beschrieb. Das machte natürlich neugierig. Veränderungen hatte es ja stets gegeben, zuletzt schienen sie sich jedoch im hymnischen, treibenden, einfach-rifforientierten Nacht- und Nebelsound eingerichtet zu haben.

"Midnight Serpent" eröffnet dann auch mit düsterer SATYRICON-Ästhetik. Schief, schräg, sensend und auf harten Pfeilern himmelwärtsstrebend. Die Texte kursieren um von der Band so geliebte plakative Stereotypen wie "Blackenend, Abyss, Soul, Dark, Call Of The Wild" usw.

Was soll ich sagen, mir gefällt es genau deshalb. Ein Sog und was das übel-bedrohliche Szenario angeht, haben sie mit Whisperstimme und sirrenden Gitarren im Mittelteil auch gemeine Old-School-Elemente am Start.

"Blood Cracks Open The Ground" bestätigt das aufkommende Unbehagen und mal ehrlich, Unbehagen muss zumindest nicht schlecht tönen, oder? Es ist ja nicht unser Blut, das hier in Gefahr ist. Hier setzen Satyricon auch abgehackte Stakkato-Parts ein, welche allerdings den Track nicht demontieren, sondern ihm eine kalten Nordwind verpassen, welcher das Blut tief gekühlt zurücklässt.

Das ist auch gut so, denn "Forgotten days, forgotten thoughts in the hour of gallows…" ("Your Brethren In The Dark") läutet die Passage der Songs ein, welche nun vollends in Trance versetzen. Das Blut wird 1 Grad wärmer. Melodisch, episch, schräg, wollen da Bläser ansetzen und tun es dann eine Milisekunde? Ein raffiniertes Stilmittel. Hier finde ich die CD schon geil, haha…

Was mit dem vorab veröffentlichten Straßenfeger "Deep Calleth Upon Deep" weitergetrieben wird. Der Song erinnert an "K.I.N.G.", was Aufbau und Arrangement angeht. Ein Hammer, so einfach, aber eine offensive Schildwache von ähnlicher Effektivität wie der TSG ihr Rudy und Süle. Ach, die sind inzwischen bei… okay, ihr versteht dennoch. Die Melodie, die sie sich da ausgedacht haben, ist absolut Champions League.

Ganz im Sinne des "Dragon Dies" steigt der "The Ghost Of Rome" aus seiner Gruft und überzieht die Landschaft mit Heimtücke, Raben, Pest und Gift. Wirklich? Nun, die Töne sind eigentlich zu gut, um deshalb für immer auszuatmen. Wir entschließen uns, den Geist in das Atriumhaus unseres Vertrauens einzuladen und zu bewirten. Und? Er ist erheblich netter als gedacht. Die klassischen Begleitstimmen, welche unprätentiös im Hintergrund zu vernehmen sind und atmosphärisch wirken, wurden mit Sicherheit durch die tollen mit Klassiksängern untermalten Life-Konzerte angeregt.

Saxophone und Brass am Anfang eines Black Metal-Albums? Wir sind hier bei Satyren, also! Genial, der Beginn, die klingende Dissonanz ist so dissonant gar nicht; 12-Ton-Technik wird hier nicht zelebriert, eher wird grenzüberschreitend musiziert, ohne den heimischen Forst wirklich zu verlassen, eine moderne, hypnotische Variante des brennenden Pentagramms oder "K.I.N.G"s.

Fahrt aufnehmend, sichelnd, schwarzen Schnee und ordentlich Morgensterne werfend tackert sich "Black Wings And Withering Gloom" in die Gehörgänge. Unser Blut ist allmählich heiß geworden, nun möchten wir aber auch einmal mit Pfeil und Bogen auf die Lichtung und uns unser morgendliches Streußelschneckchen auch verdienen. SATYRICON mischen hier auf hintergründige Art ihre Wurzeln mit der moderneren, rifforientierten Ausrichtung.

Im Finale "Burial Rite" kommandiert Satyr noch einmal seine Satyre und Nymphen, da die wieder einmal machen, was sie wollen. Eigentlich ist das auch egal, denn der Song aus dem Irrgarten wird um seiner selbst gesungen. "Reign of Sorroooow, deep, down…" das können die beiden Buben wie keine anderen. Übrigens oberamtlich, dass die CD nicht überproduziert wurde, sondern diesen zwar klaren, filigran nuancierten, aber dennoch DARKTHRONE-ähnlichen, man könnte auch sagen analogen, authentischen, live gespielten Ton anschlägt.

Was bleibt? Ein Neuanfang? Ein Ende? Für mich ist das eher die Quintessenz des Besten, was die Band auszeichnet, raffiniert gemixt, professionell und effektiv arrangiert. Und deshalb soooooo gut. Alle Neune.

» Satyricon

INFO-BOX
Künstler Satyricon
Titel Deep Calleth Upon Deep
Format Album
Länge 8 Tracks | 45:25
Label Napalm Records
22.09.2017

Leserwertung:

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