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Sankt Otten – "Sequencer Liebe"

30. Mai 2012 | Bastian | Musikrezensionen | 1.915 mal gelesen

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Nächste Ausfahrt in 8 bit stereo

Instrumententausch bei SANKT OTTEN. Oder korrigieren wir das lieber, nennen wir es auch nicht Paradigmenwechsel, sondern vielleicht: Welcome to the grid. SANKT OTTEN satteln von analog auf digital um und präsentieren mit "Sequencer Liebe" eine Art Komplementäralbum zu ihrem gefeierten Vorgängerwerk "Gottes Synthesizer". Geblieben sind die Gitarrendrones, aber nachdem man den alten Analog-Synthesizern huldigte, sind nun ihre digitalen Nachkommen an der Reihe. Der interessante Effekt dabei: Die emotionale Zeitreise geht trotzdem zurück, in die Vergangenheit von Atari & Co, neonleuchtenden Spielhallen und dem Tron-Universum.

"Sequencer Liebe" startet längst nicht so opulent wie vielleicht erwartet, schafft es dann aber ziemlich schnell, den Hörer auf die richtigen Frequenzen einzutakten. Wenn dem Album vor allem eins gelingt, dann die wunderbare Wiederbelebung einer musikalischen Ära, die heute allenfalls in der Demoscene noch zuhause ist. Die Zeit der Trackermusik, die Zeit von Introscrollern gecrackter Videospiele, die Zeit in der blutjunge Nachwuchskomponisten den Glanztaten ihrer großen Idole in nichts nachstanden. Hubbard, Hülsbeck, Tel, Daglish, Galway und viele andere haben ganze Generationen verzaubert und inspiriert. SANKT OTTEN haben in ihrer Vergangenheit gezeigt, dass die Liste ihrer Einflüsse sehr eklektisch ist, aber "Sequencer Liebe" lebt vor allem von diesem speziellen Vibe, der Magie dieser Musik, die man einst in wenigen Bytes verstecken konnte.

Das Album lebt von der typischen OTTEN-Signatur – "Kann denn Liebe Synthie sein?" ist z. B. ein herrliches Gegenstück zu "480 Pixel die ich an dir liebe". An anderer Stelle haben wir Stücke wie "Mir bricht die Stimme weg"; deren elektronischen Schwelgereien fehlt nicht viel (z.B. das analoge Geblubber) und man ist bei JEAN-MICHEL JARRE, bevor man noch schnell einen Zwischenstopp bei VANGELIS macht. Aber beim großen Rest fliegen einem die dicken Pixellettern um die Ohren, fliegt man über endlose Landschaften in 16 Farben und genießt die Überflußmentalität einer Zeit, in der man für 20 Sekunden Grafikanimation gern mal eine Viertelstunde Musik bereithielt.

Ich kann mich noch erinnern, wie ich damals stundenlang Tapes vom Fernseher aufgenommen habe und dadurch auch letztendlich meine Liebe zu Computerspiel-Soundtracks gefunden habe. Unterm Strich bleibt es natürlich 'Musik', aber genau durch diesen speziellen Charakter, den "Sequencer Liebe" aus jeder Pore atmet, hat es das Album ein Leichtes, bei mir zu punkten. "Hungrig kann man nicht tanzen" und "Der heilige Schmerz" – genau das sind die beatgetriebenen Tracks mit Synthesizer- und Dronekaskaden, die sofort einen Teil meiner musikalischen DNA ansprechen können. Und sicherlich nicht nur meiner. Wer das Licht des Monitors gern mal im dunklen Zimmer flackern lässt, noch weiß, wie sich lappige 5.25" Disketten anfühlen und noch Programme von Kassette geladen hat, wird hier nicht nur ein Déjá-vu haben.

» Sankt Otten

INFO-BOX
Künstler Sankt Otten
Titel Sequencer Liebe
Format Album
Länge 8 Tracks | 39:57
Label Denovali Records
31.05.2012

Leserwertung:

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