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Ruelle – "Rival"

2. August 2017 | Matthias | Musikrezensionen | 130 mal gelesen

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Gefühlvolle Reduktion

Ruelle - "Rival"Gut ein halbes Jahr nach ihrer gelungenen EP "Madness" legt Maggie Eckford mit "Rival" eine weitere nach. Wir erinnern uns, dass der melancholische Bombast Pop der letzten EP durch das musikalische Volumen, durch die fantastisch ausgelotete Dynamik und natürlich an erster Stelle durch die tollen Songs eine große Ausnahme am ansonsten leichtfüßigen Pop-Himmel darstellte. Der erste Gedanke beim Hören von "Rival" ist also, ob die Musik mit "Madness" mithalten kann oder den Stil sogar noch verfeinert. Natürlich ist es oft unfair bis unangemessen, neue Veröffentlichungen von Künstlern mit ihren vorigen oder älteren Werken zu vergleichen, aber sie selbst hat in diesem Falle die Messlatte schließlich sehr hoch gelegt. Was also beschert uns der Rivale?

Der erste Durchlauf dürfte vermutlich einen leicht unbefriedigten Eindruck hinterlassen, denn man wartet vergeblich auf den einnehmenden Bombast des Vorgängers. Die Größe der Arrangements wurde reduziert, alles ist (noch) überschaubarer und vor allem ruhiger, lieblicher, kantenlos, einfach insgesamt leichter zu konsumieren. Dadurch ergibt sich die für viele unschöne Frage nach dem Ausverkauf, dem möglicherweise gewünschten Gang in die Chart-Tauglichkeit, dem Streben nach mehr Zuspruch.

Nun, letzteres dürfte RUELLE tatsächlich unschwer gelingen. Sämtliche der sechs enthaltenen Songs sparen die musikalische Opulenz des Vorgängers weitestgehend aus. Alles wirkt reduzierter und vor allem deutlich ruhiger. Schwermut ist zwar nach wie vor vorhanden, jedoch nicht mehr ganz so offensiv und in deutlich lieblichere Formen verpackt. Gesanglich gibt es wieder schöne, ergreifende Melodien und doch fehlt auch hier der gelegentliche Ausbruch, die Power, die der Melancholie entwächst und von Kraft und einem ungebrochenen Lebenswillen zeugt.

Wir halten also fest, dass "Rival" einen leicht anderen Weg als zuvor "Madness" einschlägt. Man merkt natürlich zu jeder Seunde die Handschrift von Maggie Eckford, trotzdem aber wirkt diese EP insgesamt sehr zurückhaltend. Aus den Songs hätte auf jeden Fall noch mehr Dynamik rausgeholt werden können, denn wenn man seine Fantasie während der einzelnen Parts spielen lässt, ergeben sich viele Möglichkeiten, wie es hätte klingen können. Und doch besitzt "Rival" auch seinen Reiz, das ist nicht wegzureden, nur eben einen anderen als "Madness".

RUELLE hat übrigens angekündigt, dass zeitnah weitere Releases und sogar das erste vollständige Album folgen werden. Der zeitliche Abstand soll zuknftig kleiner werden. Wir sind und bleiben also gespannt.

» Ruelle

INFO-BOX
Künstler Ruelle
Titel Rival
Format EP
Länge 6 Tracks | 25:55
Label Ruelle Music / Tone Tree Music
30:06.2017

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