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Philm – "Fire From The Evening Sun"

21. Oktober 2014 | Bastian | Musikrezensionen | 800 mal gelesen

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Besserer Sound, aber...

Philm - "Fire From The Evening Sun"Das wohl größte Ereignis seit dem Debütalbum von PHILM vor zwei Jahren: Dave Lombardos Ausstieg bei SLAYER. Trotzdem werden die Leute immer nur die Thrashikonen im Hinterkopf haben, wenn Lombardo irgend ein neues Eisen anfasst – und dementsprechend enttäuscht sein, wenn da nix von SLAYER zu hören ist. Genau wie man sich bei Gerry Nestler wünscht, er würde irgendwas machen, das so genial ist wie einst CIVIL DEFIANCE. All diese Erwartungen hat das PHILM-Debüt nicht erfüllen können, dabei hatten Insider ziemlich genaue Vorstellungen, hatten Nestler und Lombardo doch mit KKLEQ MUZZIL schon einmal vorgemacht, wie das gelingen kann.

Mit der Lo-fi-Garagenproduktion von "Harmonic" konnten PHILM damals bei vielen Hörern nicht punkten. Ich persönlich mochte zwar die Vielseitigkeit des Albums, aber dennoch hätte die Platte einfach mehr Bumms, mehr Chaos gebraucht. In der Hinsicht verspricht das neue Album etwas Linderung, denn die Produktion ist trotz Analogbonus und Bodenständigkeitsfaktor durchaus angemessener geraten – dynamischer, aber eben auch mehr Druck, vor allem auf den Gitarren. Das Schlagzeug kommt dennoch mit leichtem Kartoffelkistencharme.

Was hat sich im Vergleich zu "Harmonic" verändert? PHILM haben sich sortiert, in der Stilvielfalt aufgeräumt (ohne dadurch irgendwie gleichförmiger zu wirken), und wirken insgesamt kohärenter. Außerdem scheint die Band noch genauer zu wissen, was sie wollen – das hat man auch in Interviews mit Lombardo lesen können. War das erste vom Charakter her eine Hauruck-Jamsession, so lag "Fire From The Evening Sun" ein Plan zugrunde. Der beinhaltet saftigen Hard Rock alter Bauart ("Silver Queen"), melodische starke, emotionale Songs ("Turn The Sky"), Aggressionsausbrüche mit Post-Hardcore Anleihen ("Fanboy", "Blue Dragon"), und dann sogar ein paar Stücke, in denen irgendwie noch der alte CIVIL DEFIANCE Geist mit Progressive-Extreme-Allesdabei zu hören ist, wenn auch nur sehr schwach ("Omniscience", "Blue Dragon", "We Sail At Dawn"). Doch gerade bei den adrenalinbetonten Momenten stellt sich die Band mit der gemütlichen Hausbäckerei-Produktion ein Bein, weil Gewalt am Wohnzimmerkamin eben nicht besonders stimmig rüberkommt. Man spürt die Energie, doch die hat keinen Platz, und so bleibt es auch nach mehreren Durchläufen, auch mit Erhöhung der Lautstärke bis zur Schmerzgrenze, nur bei einem sehr lauwarmen Eindruck.

Einzig herausragend sind zwei Stücke – zum einen "Lion's Pit", mit über sechs Minuten der längste Song, der von den Arrangements und der Melodie am abgerundetsten wirkt, der eine komplette Geschichte erzählen kann. Das zweite wäre das abschließende "Corner Girl" mit Piano, Blues-Atmosphäre und Dreivierteltakt. Wenn Kontrast, dann auf 100%.
Ansonsten gibt es dieses Mal leider keinen Fanboy-Bonus. "Harmonic" habe ich damals noch durch die rosa Brille gesehen, aber in diesem Fall muss einfach klar gesagt werden: Weder vom Sound noch von den Songs weiß "Fire From The Evening Sun" wirklich zu überzeugen. Und das liegt nicht daran, dass dem Album die Energie der großen Vorgänger fehlt, sondern schlicht und ergreifend: gute Songs, die auch mehrmals gehört werden wollen.

6/10

» Philm

INFO-BOX
Künstler Philm
Titel Fire From The Evening Sun
Format Album
Länge 12 Tracks | 50:54
Label UDR Music
12.09.2014

Leserwertung:

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