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Pentagram – "Curious Volume"

24. September 2015 | ME | Musikrezensionen | 1.162 mal gelesen

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Sexy and Seventies – Laut hören und wegtreten

Pentagram - "Curious Volume"PENTAGRAM sind Kult, seit Dekaden. Nun im Alter hat diese Band um Bobby Liebling also endeckt, dass es Spaß macht, regelmäßig Alben zu veröffentlichen. "Curious Volume" führt uns diese geile Melange aus Seventies-Rock, Blues und Kiffermucke in exzellenter Manier vor Augen. Und vor allem in die Ohren. Neu ist das natürlich nicht. Aber verdammt gut. "Lay Down And Die" knarzt uns GRAVEYARD-Jüngern und THE DOORS-Lovern so freundlich an, dass wir Matte schüttelnd die Faust recken und die Pommesgabel geben. "The Tempter Push" lässt unsere Laune weiter ansteigen, allerfeinst gestimmt machen wir nun auch Luftgitarre und walken komplett in the shadow of the blues. Mir unklar, wie eine Band sämtliche musikalischen Entwicklungen auslassen, quasi negieren kann und das Jahr 1971 über 35 Jahre auf so unterhaltsame Weise am Leben erhalten kann.

Allein, das funktioniert. Und sogar richtig gut. Die Vocals von Bobby Liebling sind so erdig und genial, dazu passen einfach nur ein pumpender Bass, konsequent stählerne Drums und Klampfen, geboren im Staub, geerdet in Ton und veredelt durch Thunder & Lightning. "Dead Bury Dead" kommt stark BLACK SABBATH-mäßig aus dem Äther. Ein so cooler Track! Schwer, drückend, endgeil. Unser Bobby ist inzwischen einer meiner Lieblingssänger, was er auch anstellt, ob nun gequält, nölig oder enthusiastisch, seine Stimme macht den Unterschied. PENTAGRAM sind düster, arbeiten sich schiebend aber nachdrücklich vorwärts. In "Dead Bury Dead" geben sie uns Mucke für den feinen Rausch an die Hand, bunte Bällchen springen munter umher, alles ist orange und grün und somit im Lot.

"Earth Flight" tönt da schneller, für PENTAGRAM-Verhältnisse ist das Speed. Auch geil übrigens, das Riffing ist treibend, fließend, daraus erwuchs die NWOBHM, falls jemand sich an diese kleine musikalische Revolution erinnert. Das Finale des Songs ist so fein an Spandex, Glitzer und Glamour orientiert, wir erinnern uns gern an GARY GLITTER. Und noch ein Kracher: "Walk Alone" stampft munter vorbei, aber so alleine fühlen wir uns gar nicht, wenn wir den Highway herunterbrettern und anderen Trucks ordentlich den Boden vermessen. "Curious Volume", der Titelsong, pumpt zäh wie Lava, Pete The Steel hätte es zu gern gehört. Da müssen GRAVEYARD mit ihrem neuen Album aber was bieten, um mit den Altmeistern aus den USA mithalten zu können. Man darf gespannt sein.

Und so geht das über das ganze Opus. Ausnahmslos erwarten euch tolle Songs, schräg, melodisch, herrlich mit Rost und Staub versetzt, antiquiert as fuck, mit der Patina des Gehörnten versehen. Es knarzt, die Soli röhren, das Drumming aus lässigen Oberarmen veredelt von Muskelshirts lässt nie locker, das Cabrio von Papi ist nicht weit und Schuluniformen auch nicht. Es ist herrlich, ein wenig Pubertät für immer beizubehalten. Whiskey ist gesund und alles, was irgendwie qualmt, auch. Ach ja, mit "Because I Made It" schleicht sich am Ende sogar eine Spur Frechheit Marke AEROSMITH meets Sexy-Augenaufschlag, just for the ladies.

Diese Band ist einfach genial. Diese CD nicht zu toppen. Mein Rock-Fave in diesem Jahr, neben KADAVAR.

9/10

» Pentagram

INFO-BOX
Künstler Pentagram
Titel Curious Volume
Format Album
Länge 11 Tracks | 42:12
Label Peaceville Records
28.08.2015

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