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Pat Metheny – "Orchestrion"

19. September 2010 | ME | Musikrezensionen | 1.428 mal gelesen

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Musica Machina

Pat Metheny - "Orchestrion"Nun hat es Gitarren-Altmeister PAT METHENY also der musikalische Roboter angetan, dieses Zauberinstrument, welches in ähnlicher Art schon vor 200 Jahren von feinsten Klavierspielerhänden mit komplexester Mechanik gefertigt wurde. Heute gibt es die moderne Variante: Schlagwerk, Vibrafon, Marimbas, Glöckchen, Batterias, alles computergesteuert durch hauseigene Software und dargeboten durch PAT's magische Gitarre. Und diese eigenwillige Maschine schafft in der Tat einen sehr bewegten, verspielten, etwas süßlichen Sound angereichert mit viel Hall.

Die fünf überlangen, wie gewohnt mit burlesker Raffinesse komponierten Songs bieten einiges an Opulenz und Geschwindigkeit. Immer tönt METHENYs Gitarre im Vordergrund, wird wie auch bei seinen Alben mit BRAD MEHLDAU zu sehr direkt vor dem Hörer platziert. Das soll nicht heißen, dass wir es hier mit einem narzisstischen Frickler zu tun hätten, aber manchmal wünschte ich mir, dass die Gitarrenakkorde mehr in die Songs eingebunden wären statt das Augenmerk darauf zu richten, unentwegt zu solideren.

PAT METHENY zählt seit geraumer Zeit zu den ganz großen Jazz-Gitarristen, klar. Sein ungewöhnliches Projekt bietet Mechanisches, ein wenig steril umgesetzt. Unterhaltsam und unangestrengt tönt die abwechslungsreiche Musik, welche uns immer wieder in die Sechziger und in die Nähe des Bossa Nova in die Nähe von Nassau, Bahamas, zieht. Oder ist es Tahiti? Waikiki? Vielleicht alles zusammen. Denn wirklich Neues finden wir an diesem nett plätschernden Orte, am Wasserfall hinter der Strandhütte, schläfrig die Hände um den inzwischen lauwarmen Tom Collins gelegt, nicht. Es perlt, es lullt uns ein, die Musik, sie streift den Mainstream nicht nur, sie ist die Mitte des Stromes.

Da ziehe ich die letzten Alben des Gitarrenmeisters vor. Denn dort gab es lebendige Kontrapunkte; nicht nur, dass MEHLDAU mit von der Partie (oder der Party) war, auch hatten wir es mit organischeren Songs zu tun, der Ausdruck war filigran schattiert und bewegte sich nicht nur in übermäßig mit Sonne versehenen Gefilden. Es fehlen echte Mitmusiker, Virtuosität ohne Stecker, digitale Programmierung, das Leben selbst. Nicht falsch verstehen, auch ich höre diese CD durchaus gern; jedoch schalte ich schneller ab als bei MICHAEL BRECKER, WALLACE RONEY oder RICHARD GALLIANO. Im Jazz gab es einfach Besseres zuletzt.

7/10

» Pat Metheny

INFO-BOX
Künstler Pat Metheny
Titel Orchestrion
Format Album
Länge 10 Tracks | 52:46
Label Nonesuch Records
26.01.2010

Leserwertung:

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