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Palms – "Palms"

2. Dezember 2014 | Matthias | Musikrezensionen | 1.463 mal gelesen

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ISIS plus mehr Gänsehaut minus Aggression

Palms - "Palms"Grundsätzlich bin ich kritsch, wenn Musiker unterschiedlicher, etablierter Bands ein gemeinsames Projekt starten. Entweder geht es da um blanke Vetternwirtschaft ("lass ma' noch zusammen bissel Kohle abgreifen"), die Verwirklichung unausgereifter Ideen experimenteller Natur, die dann auch ebenso kaum bis unhörbar sind oder aber um einen spröden Abklatsch der Hauptbands. Spontan fallen mir nur wenige Kollaborationen ein, denen es gelungen ist, mindestens den qualitativen Standard ihrer Stammbands zu erhalten. Im Falle von PALMS sieht die Sache so aus, dass ich fast geneigt bin, das Resultat höher zu bewerten als das, was man von den Herren Musikern bereits kennt. Sänger Chino Moreno von den DEFTONES hat sich hier mit den ehemaligen ISIS-Musikern Jeff Caxide, Aaron Harris und Bryant Clifford Meyer zusammengetan, nachdem Harris, der als Schlagzeugtechniker für die DEFTONES arbeitete, Moreno ein Demo zugesteckt hatte und dieser davon schnell begeistert war.

Sechs Titel zwischen fünf und zehn Minuten Spieldauer sind auf dem selbstbetitelten Debüt enthalten. Die Musiker präsentieren dabei sehr tiefgründige Sounds, welche an die verträumten Passagen von ISIS erinnern, nur in Sachen Härte reduziert, zugunsten einer wirkungsvolleren, verträumt melancholischen Breitwandatmosphäre. Wenn Moreno mit seiner leidenschaftlichen Stimme das Ganze emotional wirksam und sehr treffend ergänzt, ist die großartige Stimmung perfekt. Wer auf Post-Rock und Post-Metal steht, den wird, nein, muss die tolle, ergreifende Atmosphäre dieses Albums einfach packen. Wer bislang mit dem Stil nichts anfangen konnte, hat hier eventuell die Möglichkeit, durch den etwas alternativen Touch, den der DEFTONES-Sänger einbringt, leichteren Zugang zur Musik zu finden. Dennoch ist "Palms" ein Album, das man öfter hören muss um sich in die wahrlich atemberaubenden Klangwände hineinzufühlen und darin abzutauchen. Ist man der Musik aber einmal erlegen, wird man bald den regelmäßigen Wunsch verspüren, in der Traumwelt von PALMS Urlaub machen zu wollen. Gänsehaut garantiert.

Das selbstbetitelte Debüt soll übrigens keineswegs ihr letztes Lebenszeichen sein, wie in einem Interview mit der Band zu lesen war. PALMS verstehen sich eben als richtige Band, die zwar aufgrund der anderweitigen Verpflichtungen aller beteiligten Musiker schauen muss, wie sie zu ihrer Lücke kommt aber das werde schon, versichert Harris. Wir hoffen natürlich, dass es wirklich so ist. Sollte dieses Album doch die erste und letzte Veröffentlichung der Truppe sein, dürfen wir uns wenigstens an einem nachhaltigen, zeitlosen Werk erfreuen.

9/10

» Palms

INFO-BOX
Künstler Palms
Titel Palms
Format Album
Länge 6 Tracks | 46:56
Label Ipecac Recordings
25.06.2013

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (4 Wertungen, Ø 9,50 von 10)
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