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Opeth – "Pale Communion"

3. August 2014 | ME | Musikrezensionen | 1.568 mal gelesen

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Dirge For August

Opeth - "Pale Communion"Natürlich, ich gebe es ja zu. Ich hatte mir Growls und diese episch, bleierne Schwere schwedischer Regennächte in einsamen Blockhäusern, allein mit den Gespenstern aufblätternder Erinnerungen und eine Prise dieses unheimlichen Ambientes zurückgewünscht, wofür OPETH einst bekannt waren. Einst. Denn Mikael Åkerfeldt und Co. haben längst Wälder und Felder verlassen und widmen sich urbaneren Umfeldern.

So klingt seine und OPETHs Musik nun auch fließender, weist nicht mehr diese Schraffuren und harschen Kontraste auf wie es uns so gefiel, wenn wir durch das Unterholz hasteten. Statt Spiegel, Spieluhr und seit Jahren unbenutztem Ohrensessel bildet seine Musik nun das Flackern neonfarbener Korridore ab, die Taschenuhr wurde durch digitales Equipment ersetzt und unser Raum ist steril, unsere Behausung wenig einladend modern.

Gleich allerdings bleibt diese schmerzliche Erinnerung, welche einfach nicht weichen will, die Trauer, der melancholische Unterton. Statt der tiefen lnggezogenen Growls, welche früher die Geister des Waldes einließen, phrasiert Mikael nun stets klar, lässt die Band sozusagen die grollenden Passagen andeuten. Mit Death Metal haben sie nichts mehr zu tun. Manchmal könnten sie aus den Sechzigern stammen, so scheint Woodstock durch und der Blues, friedlich und ergreifend ("River"). Sonst bekommen wir akustische Passagen von erstaunlicher Länge und Leuchtkraft, epische Motive, eingesponnen in progressive Songstrukturen und feine Breaks, welche uns immer wieder in Seitengänge entführen und den Sinn der Band für komplizierte, jedoch intelligente Songstrukturen erkennen lassen. Das Abgehackte haben sie auch weitgehend über Bord geworfen.

Plötzlich sind wir in den Siebzigern, auf dem Weg zu einem Superkonzert von EMERSON, LAKE & PALMER und PINK FLOYD. Wir erwachen, um kurz mit einer düsteren Passage, welche Death Metal sein könnte, wäre da nicht der verhallte, wehmütige Gesang. Die Band agiert tight, auf den Punkt genau und beendet ein Intermezzo, wenn es Zeit wird, das Thema zu variieren. Ich muss sagen, ein cooles Album einer gewachsenen Band.

8/10

» Opeth

INFO-BOX
Künstler Opeth
Titel Pale Communion
Format Album
Länge 8 Tracks | 55:40
Label Roadrunner Records
26.08.2014

Leserwertung:

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