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Opeth – "Ghost Reveries"

22. August 2010 | Matthias | Musikrezensionen | 2.058 mal gelesen

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Bindeglied zwischen Alt und Neu

Opeth - "Ghost Reveries"Nachdem OPETH, bzw. Bandleader Mikael Åkerfeldt mit den beiden vorangegangenen, zusammenhängenden Werken "Deliverance" und "Damnation" ein relativ groß angelegtes Projekt erfolgreich vollendet haben, war es an der zeit, einen Schritt weiter nach vorne zu gehen und die Musik der Band auf ein neues Niveau zu heben. "Ghost Reveries" sollte der richtige und aus künstlerischer Sicht notwendige Sprung in die Zukunft OPETHs sein. Es lag auf der Hand, die Essenz der vorangegangenen Album herauszufiltern, entsprechend umzusetzen und so zu verarbeiten, dass alte Fans nicht enttäuscht sein würden und trotzdem auch neue Hörer aus anderen, eben progressiveren Bereichen Interesse bekämen.

"Ghost Reveries" überrascht im Grunde gar nicht, selbst wenn das Album noch progressiver und verspielter klingt als seine Vorgänger und somit erweiterte musikalische Züge aufweist, die man in dieser Form von der Band noch nicht kannte. Man hat es aber irgendwie vermutet und auch erwartet. Schnell fällt zum Beispiel auf, dass Åkerfeldt vermehrt Progressive Rock in die Musik OPETHs einfließen ließ und die Arrangements und das gesamte Songwriting noch verspielter ist als je zuvor. Die Songs sind demnach entsprechend vielseitig und äußerst abwechslungsreich. Jedes Lied ist ein kleines Werk für sich und entfaltet sich mit jedem neuen Durchlauf ein wenig mehr.

Mit Lebendigkeit und ausgeklügelten Melodien werden Songs wie zum Beispiel "Atonement", "Reverie / Harlequin Forest" oder "The Grand Conjuration" zu kleinen Meisterwerken, die mit ruhigen, fast schon hypnotischen Elementen ebenso begeistern wie mit losgelassener Energie. Es wurde eine sehr eigenständig klingende Mischung aus progressiven Death-Metal-Elementen mit Rock-Musik unterschiedlichster Art erschaffen. Manchmal erinnern einzelne Parts auf "Ghost Reveries" an den 70's Psychedelic Rock, ohne aber zu 'drogengeschwängert' oder zu 'spacig' zu klingen. Vielmehr ist es die Atmosphäre, die Tiefe der Musik, die begeistert und überzeugt.

Åkerfeldts Vocals pendeln hin und her zwischen seinen typischen, einzigartigen Death-Metal-Growls und erstaunlich klaren, harmonischen und gekonnten Gesangslinien. Es ist immer wieder erfrischend zu hören, wie sich der Mann am Mikro entwickelt hat. Durch die Variationen der Stimme wird den Stücken eine zusätzliche Portion Dynamik verliehen, welche die ohnehin schon äußerst vielseitige Musik noch einmal ergänzt und in dieser Hinsicht fast schon unantastbar macht. Letztendlich ist alles Geschmacksache, aber wer behauptet, dass dieses Album eintönig oder gefühlskalt wäre, der liegt schlichtweg falsch.

Als gelungenes Bindeglied zwischen alten und späteren Veröffentlichungen ist "Ghost Reveries" ein kleines Vorzeigealbum geworden, für das man sich allerdings Zeit nehmen muss, denn die Musik erschließt sich definitiv nicht, wenn man sie 'mal eben nebenbei' hört. Dieser Aspekt der leichten Sperrigkeit, bzw. der, dass das Album eben tatsächlich nicht so leicht konsumierbar ist, ist vielleicht auch der einzige ernsthafte Kritikpunkt, den man nachhaltig geltend machen kann.

8/10

» Opeth

INFO-BOX
Künstler Opeth
Titel Ghost Reveries
Format Album
Länge 8 Tracks | 66:49
Label Roadrunner Records
29.08.2005

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (3 Wertungen, Ø 9,33 von 10)
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1 Kommentar zu Opeth – "Ghost Reveries"

ME
26. Juli 2010

Mehr Growls! Zu zerrissen für mich Kitschfanatiker. Höre ich nie, dennoch musikalisch schon fein, daher 7/10

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