• N/A

  • Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)
  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

◯ – "When Plants Turn Into Stones"

22. September 2014 | Bastian | Musikrezensionen | 1.188 mal gelesen

Tags: , , , , ,

Intensive Klangsphären

◯ - "When Plants Turn Into Stones"Um die Sache mit dem Bandnamen zu klären: Es ist kein "O", kein Buchstabe – es ist ein Kreis, und dient hier im Grunde auch nicht als Name sondern als Symbol. Nicht für die Musiker, sondern die Musik ansich. Sphärische Musik, zyklische Musik. Musik, die ganze Landschaften entstehen lässt, aus dem Stoff, aus dem auch Träume gemacht sind. Ganz weit ausgeholt (durch meine Wenigkeit) kann man sagen: So klingt es, wenn man den Kreis aufspannt zwischen SIGUR RÓS, den STARS OF THE LID, MOGWAI und Bands vom Stilkaliber GOD IS AN ASTRONAUT und THE EVPATORIA REPORT. Das klingt nach etwas Großem, und das ist "When Plants Turn Into Stones" auch.

Was die Band im Netz nicht über sich verrät, steckt alles in ihren teils instrumentalen, teils mit engelsgleichem wie auch beschwörendem Gesang untermalten Songs. Das beginnt recht besinnlich mit "Entstanden im Schatten, wie Wasser", wo Ambient auf Streicher und Piano trifft, und zum Ende hin die ganz großen Töne angeschlagen werden. Schon hier deutet sich ein erfreuliches Muster in den Songs an, die sich die Zeit lassen, immer weiter, immer höher anzuschwellen, wie ein Stau von Gefühlen, die unter der Oberfläche brodeln und dann zwangsläufig zum Ausbruch kommen. Auf dem Weg dorthin können selbst so einfache Kniffe wie Sprachsamples große Wirkung zeigen – die Kunst liegt eben in der Auswahl. In "How Polished Boulders Carried Us Along" sind es die eines Kindes, welches in erstaunlicher Reife über das Universum und das Leben referiert.

"Lack Of Interest In Things They Used To Do" beginnt doomjazzig, es ertönt das Echo eines Dudelsacks – beides wird dem Hörer auch in "Sometimes I Forget To Breathe" begegnen – dann folgen schleppende Marschrhythmen in der Mitte, die uns zu einem Finale mit Gesang und wunderschönem Refrain geleiten. Ein prägender, später geradezu beschwörender Rhythmus ist auch Teil des Titelstücks, das eine düstere aber auch märchenhafte Stimmung verbreitet, die zum Ende hin dann regelrecht explodiert. Der Band gelingt immer wieder die fast perfekte Balance aus Instrumentalsongs und Gesangseinlagen, Gesangsfragmenten und auch Gesangscollagen; hinzu kommt das Spiel mit zahlreichen klanglichen Details und eine Spannung in den Songs, die kaum auszuhalten ist – Gänsehaut. So auch im abschließenden "I Offer My Hands To The Shades", in Songs wie diesem bearbeitet die Band ihre Gitarren auch gern mal mit dem Bogen.

"When Plants Turn Into Stones" ist endlich mal wieder eine gelungene Fusion von instrumentalem Ambient, Drone und Post-Rock, die aus der Masse hervorstechen kann. Warum diese Platte so gut ist, liegt auch daran, dass die Band hier keinen Malen-nach-Zahlen-Gefühlskleister fabriziert, sondern spürbare Emotionalität und Intimität in den Melodien und Arrangements verarbeitet. Sie geben sich bescheiden, brauchen keinen Bombast oder unbedingten Kopfkinosoundtrackanspruch, und dennoch erreichen sie auf diesem Album eine unglaubliche Intensität, an der sich viele versuchen, die aber nur wenigen gelingt. Wenn die letzten Töne verhallen, mag man sich kaum davon trennen, will zum Anfang dieser Reise zurück. Ich gehe davon aus: Nichts anderes könnte ihnen lieber sein.

8/10

»

INFO-BOX
Künstler ◯ (circle)
Titel When Plants Turn Into Stones
Format Album
Länge 6 Tracks | 46:28
Label Golden Antenna Records
06.06.2014

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (1 Wertungen, Ø 8,00 von 10)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Parallel Lines – "38:22"
» Thisquietarmy – "Resurgence"
» Kurz notiert #3
» Earth – "Angels Of Darkness, Demons Of Light I"
» Her Name Is Calla – "The Quiet Lamb"
» John 3:16 – "Visions Of The Hereafter – Visions Of Heaven, Hell and Purgatory"
» Jesu – "Everyday I Get Closer To The Light From Which I Came"

No comments yet.

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *