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Nine Inch Nails – "The Slip"

19. November 2009 | Matthias | Musikrezensionen | 1.380 mal gelesen

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Kostenlos und fast wertfrei

Nine Inch Nails - The SlipZunächst gab es "The Slip" komplett als kostenlosen Download über die Website der NINE INCH NAILS, als eine Art Dankeschön an die Fans. Danach war, bzw. ist die Scheibe auch käuflich zu erwerben, damit die  richtigen Fans etwas haben, was sie in der Hand halten und ins Regal stellen können.

Zusätzlich ist "The Slip" mit einer Live-DVD bestückt, einem großzügigen 24-seitigen Booklet und außerdem limitiert auf weltweit 250.000 Einheiten (jedes Exemplar weist eine Nummerierung auf).

Musikalisch ist Trent Reznor allerdings kein Meisterwerk gelungen. Ich kann nicht zu sagen, ob es an den relativ vielen Outputs der letzten Zeit liegt oder an Reznors Drang, unbedingt veröffentlichen zu wollen. Die Ideen, die er zu Tage bringt, sind jedenfalls alles andere als hochkarätig und demnach weit weg von Genialitäten wie zum Beispiel "The Downward Spiral".

"The Slip" bietet Stoff, der eindeutig nach NINE INCH NAILS klingt, aber die präsentierte Kost ist weder großartig noch in irgend einer Form herausragend. Ob nun Trent Reznor in einem kreativen Loch steckt, so weit will ich gar nicht ausholen, aber die Songs sind schlichtweg langweilig und weitestgehend nichtssagend. Es plätschert, es dümpelt, es schnarcht und dödelt nur so rum und nur wenige Momente können begeistern.

Immer wieder kommt mir in den Sinn, ob wir es hier mit Überbleibseln vergangener Aufnahme-Sessions zu tun haben, denn das Material auf "The Slip" klingt auf dem gesamten Album zweitklassig. Ob das letztendlich auch der wirkliche Grund war, warum das Album kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt wurde sei mal dahingestellt, Fakt ist jedenfalls, dass nach meinem Empfinden NINE INCH NAILS einen Tiefpunkt mit "The Slip" erreicht haben.

Auch nach einigen kompletten Durchläufen habe ich keinen großen Song entdecken können, der eines NIN-"Hits" würdig wäre oder auch nur annähernd die grundsätzlichen Qualitäten vergangener Glanztaten wie "The Fragile" oder natürlich "The Downward Spiral" erreicht ("With Teeth" und "Year Zero" sollen an dieser Stelle mal nicht beachtet werden, da sie nicht zu den Highlights des Schaffens Reznors zählen).

Reznor verrent sich nach meinem Geschmack zu häufig in die für ihn bekannten, typisch verzerrten Elemente und zerstört alles, was nach etwas Großem klingen könnte bereits im Ansatz. Besonders in der ersten Hälfte des Albums fällt dies auf und auch der Rest kann nicht mit Klasse und Qualität überzeugen. "The Slip" klingt größtenteils leider einfach nur lahm und unspektakulär.

Zum Ende hin wird das Album etwas ruhiger und durchdachter und entwickelt deutlich mehr Gefühl. Zwar kann dies nicht den Gesamteindruck verbessern, aber man merkt wenigstens, dass Reznor doch noch ein feines Händchen für geschickt ausgearbeitete Musik besitzt.

Auch wenn der grundsätzliche Gedanke, der hinter diesem Album und der Vermarktung steckt, bei manchen Leuten einen sympathischen Eindruck hinterlassen wird, möchte ich persönlich den bitteren Beigeschmack nicht schönreden, der auf die mangelnde Qualität zurückzuführen ist..

Alles in allem ist "The Slip" ein mit Hängen und Würgen akzeptables Album geworden, ohne Überflieger und ohne große Augenblicke.

5/10

» Nine Inch Nails

INFO-BOX
Künstler Nine Inch Nails
Titel The Slip
Format Album
Länge 10 Tracks | 43:51
Label The Null Corporation
05.05.2008

Leserwertung:

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